Slash-Filmfestival: Der südkoreanische Regisseur Yeon Sang-ho hat sich mit Train to Busan als feste Größe des Zombiefilms etabliert. In Colony experimentiert nun ein wahnsinniger Wissenschaftler mit überzeugend bedrohlichen, wild beweglichen und KI-haft lernfähigen Untoten. Filmkritik
Slash Filmfestival: Das orangene Einhorn Buddy tanzt nicht nur gerne, sondern terrorisiert auch Kinder, die nicht folgsam sind. Casper Kellys surreale Horrorkomödie dekonstruiert 90er-Jahre-Kindershows und ist zugleich ideenfreudiger Slasher und unterkomplexe Mediensatire. Filmkritik
Viel Empathie für viele, neue Resonanzräume und jede Menge Zen-Blau: Mike Flannagans Serienremake des Horrorklassikers Carrie verpasst dem katholischen Inferno des Originals ein protestantisch-gewissenhaftes Update. Filmkritik
Leg dich nicht mit Karen an! Roberta Findlays A Woman’s Torment funktioniert als stupider Sexstreifen genauso gut wie als experimenteller Horrorfilm. Mit psychotischer Energie durchkreuzt der Film die Pornoroutine und entfaltet so seine emanzipative Kraft. Sehen kann man ihn gerade auf dem Wiener Slash Filmfestival, oder bei Mubi streamen. Filmkritik
Trottelcop & Butt-kicking Babe gegen CGI-Aliens: In Hope, dem teuersten koreanischen Film aller Zeiten, greift der bislang für seine düsteren Filme bekannte Na Hong-jin tief in die Popcornkinotüte und steuert 160 Minuten lang auf ein polarisierendes Finale zu. Filmkritik
Ab Mittwoch sucht das Wiener Slash Filmfestival wieder nach dem Schönen im Schiachen: Blutige Leichenberge treffen auf den Horror moderner Arbeitswelten, ein queerer Animationsfilm überschlägt sich vor anarchischen Gags. Und die Retrospektive begibt sich in die abgeranzten Gefilde des Grindhouse-Kinos. Special
In ständiger Schockstarre: Zach Creggers Reboot der Resident Evil-Reihe bietet alles von stimmungsvoller Suspense bis zum gorigen Körpermatschfest. Das nackte Grauen opfert der Film dabei immer wieder seinem Hang zur guten Laune. Filmkritik
Kino-Tipp: Es klingt nach einem sexy Neo-Noir der 1980er: Geschäftsmänner in Anzügen (Golden-Age-Star Jamie Gillis!) tun zwielichtige Dinge. Aber da sind auch Themen aus Richard Wagners "Rheingold". Und seine kryptischen Dialoge, elliptischen Szenenfolgen und extremen Farbkontraste machen Roger Watkins‘ enigmatischen Kultporno Corruption fast zu einem David-Lynch-Film. Filmkritik
Fantasy Filmfest: In Joko Anwars Horrorfilm Ghost in the Cell sucht ein Geist ein indonesisches Gefängnis heim, in dem der Schlagstock regiert. Neben kluger Institutionskritik kommt dabei auch der Slapstick nicht zu kurz. Filmkritik
Ein Eisverkäufer verwandelt in einer idyllischen Kleinstadt Kinder in Mördermaschinen: Eli Roths Ice Cream Man erschafft eine Spielzeugwelt voll hemmungsloser Grausamkeit und ist in seiner Mischung aus Cartoon und Gore ein unverfrorenes Vergnügen. Filmkritik
Ein magisches Stöckchen wird in Obsession – Du sollst mich lieben zur Erfüllung einer Incel-Fantasie missbraucht. In seinem gehypten Horrorfilm gelingen dem YouTuber Curry Barker verstörende Momente, doch von den Möglichkeiten eines Langfilms scheint er ein wenig überfordert zu sein. Filmkritik
Die Melancholie gescheiterter Lebensträume: Kane Parsons Kinodebüt Backrooms verliert dort seine Faszination, wo seine Liminal Spaces an die Grenzen stoßen, die Plot und thematische Zuspitzung ihnen abverlangen. Gewissermaßen scheint der Film selbst nicht fähig, den eigenen Vibe auszuhalten. Filmkritik
Mit Backrooms und Obsession hält die an YouTube geschulte Webkultur Einzug ins Mainstream-Kino. Doch ob diese Filme tatsächlich, wie mancherorts erwartet, eine Wiederbelebung der Hollywood-Industrie darstellen oder doch nur eine letzte Zuckung vor der endgültigen KI-Übernahme, steht noch in den Sternen. Special
Zornig, ohne richtig zu wissen, auf wen oder warum: Tommy, die Hauptfigur in Jan Komasas Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes, ist ein Bully aus der britischen Arbeiterklasse. Der Film jedoch wird nicht zu einem Sozialdrama, sondern zu einem etwas unausgegorenen schwarzhumorigen Entführungsthriller. Filmkritik
Jean Rollin gelang eine zugleich poetisch-leichte und melancholisch-brutale Elegie über eines der zentralen Themen des Horrorfilms: den Verlust, die Trauer und die Unmöglichkeit, einen geliebten Menschen loszulassen. Nun gibt es The Living Dead Girl (1982) neu restauriert auf Blu-ray. Filmkritik
Mit einem waschechten B-Movie und retrofuturistischen Nerd-Phantastereien bekommt das Festival eine erfrischende Adrenalinspritze. Radu Jude inszeniert außerdem einen Klassiker auf recht herkömmliche Weise neu und die Regiearbeit eines Schauspielers erweist sich als Studentenerstlingsklischee. Special
Streaming: Offen für neugierige Selbsttherapie, aber garantiert ungefährlich. Jane Schoenbruns queerer Meta-Horrorfilm Teenage Sex and Death at Camp Miasma bremst seine transgressive Ästhetik mit versöhnlicher Comedy aus. Filmkritik
Die Zugehörigkeit funktioniert in einer Wasserballgruppe für Jungen knallhart über Ausschluss. Charlie Pollingers hyperstilisiertes Langfilmdebüt The Plague nutzt sein Setting als Metapher fürs Aufwachsen und widmet sich dem Horror des Mobbings. Filmkritik
Er pfeift auf erzählerische Konventionen und filmhandwerklichen Anspruch. Dennoch gelingen Horror-Enthusiast David „The Rock“ Nelson regelmäßig kleine Meisterwerke von radikal subjektiver Originalität und eindringlicher Schönheit. Special
Ein Mann steckt in einem leeren Tokioter U-Bahnhof fest, aus dem es scheinbar keinen Ausgweg gibt.Genki Kawamuras klaustrophobische Computerspieladaption Exit 8 ist ein paradoxes Spiel aus Wiederholung und Variation, zwischen Psychothriller und abgründigem Horrorfilm. Filmkritik
Mal amoklaufendes Raubtier, mal unschuldiges Äffchen. Ein tollwütiger Schimpanse macht in Johannes Roberts’ famosem Horrorfilm Primate einer Gruppe von Freundinnen auf Mädelsurlaub die Hölle heiß. Filmkritik