Ein Porno, der mit einem Selbstmord beginnt, in der Hölle endet und zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 1973 zählt. Gerard Damianos The Devil in Miss Jones ist ein dorniger Meilenstein der Filmgeschichte, der immer noch verstört und erregt – und am Sonntag Abend in Berlin zu sehen ist. Filmkritik
Eingehüllt vom Dunkel und dem Schall vertrauter Stimmen begaben sich unsere AutorInnen in Nürnberg auf eine bereichernde Expedition abseits einer auf Meisterwerke fixierten Film- und Mentalitätsgeschichte. Special
Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Filmkritik
Diagonale Graz: Die Experimentalfilmemacherin Birgit Hein schildert in ihrem Filmtagebuch Baby, I Will Make You Sweat (1995) als ‚alternde‘ Frau ihre Wut über die repressiven deutschen Verhältnisse und ihre sexuellen Abenteuer auf einer Jamaikareise – roh, poetisch, radikal und von ephemer Schönheit. Filmkritik
Zwischen Sexfilmwelle und Feminismus: Im München der Siebzigerjahre flieht ein junges Mädchen aus dem Erziehungsheim und landet auf dem Strich. Gustav Ehmcks "Die Spalte" ein Film aus der harten Republik, voll rauer Präsenz und unmittelbarer Körper. Filmkritik
Jugendsünden, die etwas Jugendliches haben. Die in der Bundesrepublik der 1970er Jahre auf- und bald auch wieder verblühenden Reportfilme werden von Kritik und Forschung im Allgemeinen an den Katzentisch der Filmgeschichte verbannt. Und doch taugen sie zum biestigen Spiegel einer Gesellschaft, die ihrer eigenen Lockerheit noch nicht so recht traut. Special
Blu-ray: Voll und ganz dem Punk verpflichtet. James Dillingers Blonde Death ist eine Perle des queeren Films und steht exemplarisch für das Video-Exploitationkino der 80er-Jahre. Anarchisch, wütend und von derber Komik getragen, eröffnen die rauschigen Camcorder-Bilder ganz neue Wege des filmischen Ausdrucks. Filmkritik
Bei seinem Gastspiel in Wien öffnete der Hofbauerkongress erneut Türen in vergessene Gebiete der Filmgeschichte. Pornofilm und Schmierenkomödie, Heimatdrama und Erotikfarce erwachten zu neuem Leben und wurden zum Futter einer umfassenden Kinolust. Special
Statt Konfektionskino zeigt die Berlinale in ihrer historischen Rückschau Filme für Leute, die das Genrekino hassen. Zum Auftakt unserer Reihe übers deutsche Genrekino erhebt Olaf Möller Einspruch gegen die BRD-Auswahl der diesjährigen Berlinale-Retrospektive. Special
Das Opfer eines Hate-Crimes lässt sich auf eine Affäre mit seinem Peiniger ein. Der ursprüngliche Racheplan gerät in dem abgründigen Erotikthriller Femme jedoch bald in den Hintergrund. Filmkritik
Wenn auch ein safe word nichts mehr retten kann: Nicole Kidman und Harris Dickinson stürzen in Halina Rejns Babygirl in eine wilde SM-Affäre, die von einem beständig hin und her kippenden Machtgefälle befeuert wird. Die Mischung aus Kink und Cleverness ist dabei zugleich mutig und frustrierend. Filmkritik
Von der Kritik wurde Audrey Diwans Neuinterpretation des Softcore-Klassikers Emmanuelle sehr verhalten aufgenommen. In seiner gestalterischen Souveränität kann das diesen klugen, wunderschön fotografierten Film, in dem Erotik auch mit Verzicht zu tun hat, aber nicht erschüttern. Andrea Arnold beweist dagegen einen fatalen Hang zum Vogelmenschenkitsch. Special
Jack Deveaus erotische Rashomon-Variation Fire Island Fever (1979) ist nur einer von vielen (Porno-)Klassikern, die auf der sagenumwobenen Barriereinsel in der Nähe New Yorks spielen. Zeit, diesen sinnlich aufgeladenen und filmisch hoch frequentierten Ort, zu porträtieren. Special
Die Anwältin, ihr Stiefsohn und eine verbotene Affäre. Catherine Breillats neuester Film kommt als leichtes Sommerstück daher. Doch die französische Regisseurin macht es sich wie eh und je im Schmerz bequem. Filmkritik
Neu auf DVD: Fünf Internatsschülerinnen gründen zur Entdeckung ihrer Sexualität ein Unternehmen. Leidenschaftliche Blümchen liefert verlässlich entsprechende Schauwerte, interessiert sich aber vor allem für die Unsicherheiten und Ängste der Jugend. Filmkritik
VoD: Sex zwischen Katzen und Kameras. Pornfluencer zeigt den Lebensalltag eines "verified couples" und geht dabei weniger den Umtrieben der Pornoindustrie als einer toxischen Beziehung auf den Grund. Filmkritik
Die Schlagkraft weiblicher PoV-Shots. Pleasure erzählt von einer jungen Schwedin, die in der Pornoindustrie L.A.s ein Star werden will, und zeigt Potenziale zur Selbstermächtigung ebenso wie die Mechanismen, denen sie unterworfen wird. Filmkritik
Benedatta hat Körperkontakt mit Jesus und saugt an der Brust einer Marienstatue. Paul Verhoevens Schlüssellochblick hinter Klostermauern des 17. Jahrhunderts schielt auf ein Arthouse-Publikum, lässt sich aber das Bürgerschreckhafte nicht nehmen. Filmkritik
Zum ersten Mal auf Blu-ray: In Georg Tresslers zwischen Heimat- und Horrorfilm pendelndem Sukkubus - Den Teufel im Leib (1989) werden drei Berghirten von einem nackten Lustdämon terrorisiert. Das Parodistische bleibt implizit, die lüsternen Schweinereien sehen fast nach großbudgetiertem Kino aus. Filmkritik
In seinen Filmen ist die Erde nur ein Punkt, und die Menschen scheinen nichts als Wellen in der Zeit. Unter der Überschrift „Terror und Transgression im Niemandsland“ zeigt das Zeughauskino das vielseitige Werk des eigenwilligen japanischen Filmemachers Takahisa Zeze. Special
Erste Eindrücke zu Filmen aus dem Cannes-Programm. Heute: Paul Verhoevens theatraler Exploitationfilm Benedetta, der das Perverse im Kloster sucht. News