Kenji Tanigakis The Furious hat klare Prioritäten: Die Handlung um böse Menschenhändler und aufrechte Helden ist nebensächlich, die Hauptsache sind die vielen, wuchtigen und maßlosen Kampfszenen. Konsequentes Ziel ist die komplette Vernichtung des Gegners. Filmkritik
Ein magisches Stöckchen wird in Obsession – Du sollst mich lieben zur Erfüllung einer Incel-Fantasie missbraucht. In seinem gehypten Horrorfilm gelingen dem YouTuber Curry Barker verstörende Momente, doch von den Möglichkeiten eines Langfilms scheint er ein wenig überfordert zu sein. Filmkritik
Ingeborg Bachmann in her own visionary words. Mit Schauspielerin Sandra Hüller als Medium, das die Gefühlsregungen der österreichischen Dichterin in einer vielschichtigen Textcollage sichtbar macht. Dabei bleiben sie getrennte Figuren. Und das ist gut. Filmkritik
Die Melancholie gescheiterter Lebensträume: Kane Parsons Kinodebüt Backrooms verliert dort seine Faszination, wo seine Liminal Spaces an die Grenzen stoßen, die Plot und thematische Zuspitzung ihnen abverlangen. Gewissermaßen scheint der Film selbst nicht fähig, den eigenen Vibe auszuhalten. Filmkritik
Es war ihr wichtig, jemand zu besetzen, der dasselbe erlebt hat wie sie: Martha Coolidge drehte mit Not a Pretty Picture einen Film über ihre eigene Vergewaltigung als 16-Jährige. Eine kühne, teils schwer erträgliche Mischung aus fiktionalem Reenactment und dokumentarischer Reflexion. Jetzt kann man den neu restaurierten Film bei Mubi streamen. Filmkritik
In der zweiten Folge unseres Kinopodcasts "Dust in the Wind" sprechen Lukas und Dunja mit Doris Kuhn (Süddeutsche Zeitung, Werkstattkino) über Angela Schanelecs neuen Film Meine Frau weint. Special
Streaming-Tipp: Auf den ersten Blick ist A Bigger Splash (1973) ein dokumentarisches Porträt des kürzlich verstorbenen Malers David Hockney. Doch Jack Hazans Film geht weit darüber hinaus und verdichtet sich zu einem faszinierenden Cinéma-vérité-plus voller Träume, Spiegelungen und Geheimnisse. Filmkritik
Sich trennen und den gemeinsamen Alltag doch nicht aufgeben, diesen Versuch unternimmt ein isländisches Paar in The Love That Remains. Hlynur Pálmasons Film interessiert sich dabei weniger für große Gefühle als für subtile Stimmungswechsel und das langsame Brüchigwerden von Vertrautem. Filmkritik
Streaming-Tipp: Eine Waisenhausgeschichte in Moll erzählt die estnische Regisseurin Leida Laius in Lach doch mal (1985). Das Figurenensemble um die 16-jährige Mari ist darin engmaschig in gewaltförmige Verhältnisse verstrickt. Filmkritik
Mit Backrooms und Obsession hält die an YouTube geschulte Webkultur Einzug ins Mainstream-Kino. Doch ob diese Filme tatsächlich, wie mancherorts erwartet, eine Wiederbelebung der Hollywood-Industrie darstellen oder doch nur eine letzte Zuckung vor der endgültigen KI-Übernahme, steht noch in den Sternen. Special
Wohlwollende Außerirdische, kindliches Staunen und ambivalente Vaterfiguren: In Disclosure Day verbindet Steven Spielberg allerlei bekannte Motive aus früheren Erfolgen, bekommt diese Überfülle aber nie ganz unter Kontrolle. Nur seine Liebe zu überwältigenden Bildern, die ist so lebendig wie eh und je. Filmkritik
Für Erwachsene mag wenig passieren, doch für ein Kind steht ständig alles auf dem Spiel. Der spielerisch feinsinnige Animationsfilm Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens blickt mit den staunenden Augen eines Mädchens auf die Welt. Filmkritik
Song-Snippets, Schnitt-Stakkato und ein Ritt vom Garten Eden in die 80er-Jahre-Disco: Confessions II – The Film verdichtet auf 14 Minuten nicht nur Madonnas neues Album, sondern ihre gesamte Karriere – und wirkt wie ein letztes Aufbäumen des Musikvideos als Kunstform. Filmkritik
Nicht immer bedeutet Filmsex Spaß und gute Laune. Als Teenieparty-Mitbringsel war die VHS von Im Reich der Sinne (1976) wenig geeignet, musste unser Rezensent lernen. Zum 50. Jubiläum kehrt Nagisa Oshimas unnachgiebiger, grimmiger Realismus der Körper nun zurück in die Kinos. Filmkritik
Streaming-Tipp: In seinem dritten Spielfilm Europa folgt der Italo-Iraker Haider Rashid einem Flüchtling über die türkisch-bulgarische Grenze. Inszeniert ist das als bitteres Abenteuer und filmische Achterbahnfahrt. Filmkritik