Neue deutsche Gangsterfilme: Nach dem Intro letzte Woche ein Prachtstück des Genres mit goldenem Versace-Schlüpper: die 3-Staffel-Serie 4 Blocks von Marvin Kren, Oliver Hirschbiegel und Özgür Yıldırım. Filmkritik
Streaming-Tipp: In Stephanie Rothmans relaxter südkalifornischer Lebens-, Arbeits- und Liebesgemeinschaft kann man es bis zur Weltrevolution gut aushalten. The Working Girls ist mit leichter Hand hingeworfene pop art, die weniger erzählt als etwas von der Lebenswelt einfängt, die sie umgibt. Filmkritik
Mediterrane Felsen im warmen Sonnenlicht, ein überraschend knorriger Matt Damon und eine Heldenreise als doppelt verankerte Rückblende: Christopher Nolans Die Odyssee ist weniger Blockbusterbarock als wuchtige, lebendige Arbeit am Mythos. Filmkritik
In einer sommerlichen Traumwelt, die New York verblüffend ähnelt, trifft ein Student auf drei verführerische Männer. Lucio Castros sinnlich verspieltes filmisches Rätsel Drunken Noodles kreist um geisterhafte Begegnungen, melancholische Einsichten und die Schönheit flüchtiger Intimität. Noch bis Ende Juli läuft der Film in der Queerfilmnacht. Filmkritik
Maradonas Jahrhundert-Tor, ein Reifenkünstler und ein schwimmender KI-Elefant: Immer wieder bricht der Online-Bilderkosmos in die dokumentarischen Arbeiten des diesjährigen Festivaljahrgangs ein. Jede Einstellung stellt so die Frage nach ihrer eigenen Brauchbarkeit. Special
Triebspiele statt Spieltrieb: Jean Eustaches Meine kleinen Geliebten (1974) erzählt von einer unsentimentalen éducation sentimentale zwischen Fahrradwerkstatt und Zungenküssen. Jetzt kommt der Film neu restauriert wieder ins Kino. Filmkritik
In einer XXL-Textsammlung vom diesjährigen Retrofestival in Bologna erinnern sich unsere Autoren an wiederbelebte Jahrmarktsattraktionen und Barbara Stanwycks wunderbares Detailspiel, entdecken herumliegende lesbische Konnotationen und Gekreuzigte mit Waschbrettbauch oder flüchten vor Stargasthorden, bevor sie in der Teufelsküche moderner, überdefinierter Problemlagen landen. Special
Streaming-Tipp: Die Kunst des Kompromisses. Vor dem Hintergrund eines heillos zerstrittenen Trump-Amerikas steckt in Stephanie Rothmans Sittenkomödie ein verlockendes Angebot. Filmkritik
Im Kino gewesen, Paris gesehen, Baudelaire gelesen. Isabelle Tollenaeres Paris Paris und Arthur Hararis The Unknown nähern sich auf sehr unterschiedliche Weise den Herzen der Sterblichen, die in der französischen Metropole umgehen. Special
Karlovy Vary blickt auf 80 Jahre Festivalgeschichte zurück. Wuchtige Naturaufnahmen finden sich in der Retrospektive, kleine Gesten stehen im Zentrum eines tourismuskritischen Debütfilms. Zum Schlüssel dieser ersten Eindrücke wird ein historischer Kurgast. Special
Ostdeutschland als opulentes Ensemblestück: In Etwas ganz Besonderes erzählt Regisseurin Eva Trobisch von einer thüringischen Familie, die zwischen DDR-Erbe, Wendeerfahrungen und Strukturkrise wieder zueinanderfinden will. Neue Hoffnung weckt ausgerechnet eine TV-Castingshow. Filmkritik
Neu auf Netflix: Eitelkeit ohne Wagemut: Julian Schnabels In the Hand of Dante möchte einen literarischen Überklassiker mit den Mitteln des Lowbrow-Genrefilms bearbeiten – und verhebt sich dabei gewaltig. Filmkritik
Der Mann in seiner Erscheinungsform als Gangster. Die Filme und Serien der „New Young German Gangstamoviez“ beschäftigen sich interessant, herzbewegend und manchmal auch lustig mit dem, was impulsive, kriminelle Menschen aus dem rätselhaften Leben machen. Auftakt einer Mini-Textserie im Rahmen unseres Genre-Specials, von Akin bis Yildirim. Special
Kenji Tanigakis The Furious hat klare Prioritäten: Die Handlung um böse Menschenhändler und aufrechte Helden ist nebensächlich, die Hauptsache sind die vielen, wuchtigen und maßlosen Kampfszenen. Konsequentes Ziel ist die komplette Vernichtung des Gegners. Filmkritik
Ein magisches Stöckchen wird in Obsession – Du sollst mich lieben zur Erfüllung einer Incel-Fantasie missbraucht. In seinem gehypten Horrorfilm gelingen dem YouTuber Curry Barker verstörende Momente, doch von den Möglichkeiten eines Langfilms scheint er ein wenig überfordert zu sein. Filmkritik