Nüchterner Kapitalismus und mafiöses Copacabana: Ein aufstrebender US-Journalist ermittelt im Vergnügungsviertel Kabukicho zwischen Yakuza und korrupten Cops. Michael Mann baut in der Pilotfolge von Tokyo Vice eine Welt, der sich seine Regie-Nachfolger nicht mehr entziehen können. Filmkritik
Auf kaum einem Festival wird Diversität so sehr gelebt wie in Oberhausen, und das obwohl oder gerade weil sie ohne Bekenntnis zu Diversität daherkommt. Special
Netflix: Die besten Teeniekomödien handeln genauso von ihren Figuren wie von den Menschen, die sie schauen. Metal Lords wirft einen nuancierten Blick auf drei Highschool-Außenseiter, die auf eigene Faust eine Subkultur ergründen. Filmkritik
Doctor Strange ist die perfekte Figur für Sam Raimis Rückkehr. Trotz einiger Kompromisse macht der Regisseur aus dem sonst so sterilen Marvel-Universum eine Welt, in der Lebewesen leben, atmen und verwesen. Filmkritik
Immer eine Hand am Wagen: Bastian Günther widmet sich in seinem neuen Film einer eigentümlichen texanischen Ausdauerchallenge. One of These Days sprüht vor Fiktionslust, offenbart aber auch einen sehr deutschen Blick auf Texas. Filmkritik
Einmal mehr begeben sich Kinder auf Schatzsuche. Statt einem reinen Abenteuer erwartet uns im iranischen Film Sun Children aber auch ein Schuldrama, das die Frage aufwirft, was der tatsächliche Schatz ist. Filmkritik
Eine Kamera mehr auf Nawalny: Daniel Roher rekonstruiert die Geschichte des russischen Oppositionellen und seiner mutmaßlich staatlich verordneten Vergiftung. Neues fördert er dabei nicht zutage, aber spannend bleibt es allemal. Filmkritik
Wiseman Say: Das Berliner Arsenal widmet dem großen Dokumentaristen von Institutionen im Mai eine Retrospektive, die von den empörten 16-mm-Filmen des Frühwerks zu den begeisterten Digital-Epen des Spätwerks reicht. Special
Ein Baustellengeräusch wird für Tilda Swinton zum Ruf der Natur. Memoria lässt sich als klassische Sinnsuche verstehen, und doch beantwortet in Apichatpong Weerasethakuls Achtsamkeitskino keine Einstellung die Fragen der vorangegangenen. Filmkritik
Deutsches Genre-Kino auf dem Hard:line Festival (3): Paar in der Krise landet in verfallenem Schloss: Der Fall scheint klar. Doch Kevin Kopackas experimentierfreudiger Film führt jede Erwartungshaltung des Publikums ad absurdum. Filmkritik
Deutsches Genre-Kino auf dem Hard:line Festival (2): Donnie Darko in Sachsen. Arboretum zeigt eine abgefuckte Dorfjugend im Sommer vor 9/11 wie in einer Milieustudie mit fantastischer Ebene. Filmkritik
Deutsches Genre-Kino auf dem Hard:line Festival (1): In Lukas Rinkers Debütfilm ist ein Bad in der Fäkaliensuppe noch das geringste Übel. Ach du Scheiße! ist bierseliges Gaudikino für nicht allzu zart Besaitete. Filmkritik
Sandra Bullock als schriftstellernde Archäologin wird von Schergen durch den Dschungel gejagt und von Channing Tatum aus der Sinnkrise gerettet. The Lost City hat so einige Macken. Aber irgendwie scheint es immer wieder, als seien sie Teil des Plans. Filmkritik
Auf dem Festival Visions du Réel in Nyon konnte man sich der Erhabenheit atomarer Verwüstung hingeben, von Piraten träumende Männer beobachten und IS-Kämpfern auf Augenhöhe begegnen. Special
Frauen aus drei Generationen sprechen über ihr Verhältnis zur kurdischen Herkunft, zur politischen Lage in der Türkei und ihr Leben in Berlin. Serpil Turhans Dokumentarfilm ist vom Wunsch erfüllt, ihnen ein freieres Atmen zu ermöglichen. Filmkritik