Mit der Disney+-Serie The Shards jagt Ryan Murphy die Romanvorlage von Bret Easton Ellis durch den Reißwolf seiner Produktionsmaschinerie: Statt kontrolliertem Exzess und präziser Satire herrscht nur mehr campige Beliebigkeit. Übrig bleiben immerhin ein paar grandiose 80er-Jahre-Songs. Filmkritik
Sich mit der Wirklichkeit herumschlagen, obwohl man kaum noch atmen kann: In Sechswochenamt muss eine junge Frau nach dem Tod ihrer Mutter deren Bestattung organisieren. Die Einwohner des niederrheinischen Erkelenz schicken sie dabei durch einen Parcours aus Vorschriften und Erwartungen. Filmkritik
Eine dystopische Prämisse für eine retronostalgische RomCom: Will Glucks One Night Only spielt in einer Welt, in der Unverheiratete nur noch einmal im Jahr Sex haben dürfen. Der leichthändig inszenierte Film setzt dabei durchweg eher auf einwandfrei ausgespielte Slapstick-Gags als Gesellschaftskritik. Filmkritik
Hard to Kill (1990) ist der Höhepunkt in der Karriere des wahnhaft von seinem Star-Status überzeugten Steven Seagal. Der wunderschön fotografierte Actionreißer über einen sadistischen Cop ist brutal, bizarr und immer wieder unfreiwillig komisch. Am Freitag läuft der Film im Berliner Hackesche Höfe Kino. Filmkritik
Brezel Görings Für immer 16 ist ein schräger Bravo-Fotoroman in Super 8 über halb gelingende Versuche, Freundschaften am Leben zu halten und mit der Beschissenheit der Dinge klarzukommen. Mit Lilith Stangenberg und Songs von Stereo Total. Filmkritik
Neue deutsche Gangsterfilme (3): Özgür Yıldırıms Chiko (2008), der große Intensivling. Klein, ausdrucksvoll und radikal. Alles eng zusammen. „Gewaltspirale“ passt selten so gut wie hier auf eine Filmhandlung. Filmkritik
Staatsschutz von Faraz Shariat radikalisiert sich mit seiner Hauptfigur – aber beide gehen nie zu weit. Das Ergebnis ist ein Film mit einer vielleicht allzu klaren Agenda, der aber durch das Prisma der Genrebrille überraschend präzise auf den aktuellen deutschen Rassismus zu blicken vermag. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Geschichte als geschichtet begreifen. Luise Donschens Morgen vor langer Zeit überspannt in den Geschichten dreier Frauen 500 Jahre deutsche Geschichte und ist doch wie aus einem Guss. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Sechs Tage Drehzeit, eine Insel und keine Crew – mehr braucht Hong Sang-Soo dieser Tage nicht, um seine eindrucksvolle Filmografie um ein weiteres Werk zu verlängern. Sein neuester Streich, Nowhere to Lay My Eyes, dreht sich um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Die Zeit genüsslich gedehnt und die Aufnahmen bis zum Hals in Musik gebadet. Nicolaas Schmidts erster experimenteller Langfilm September Afternoon handelt von einem Strandausflug und einer Wirklichkeit, die sich nicht greifen lässt. Filmkritik
Nachdem ein Vorstadtviertel in die Urzeit versetzt wird, muss eine Familie auf der Flucht vor Dinosauriern ihre inneren Konflikte bewältigen. David Robert Mitchells The End of Oak Street ist straff inszeniertes Abenteuerkino, das seine Einflüsse nicht verleugnet, sondern versteht: gut geklaut ist besser als schlecht erfunden. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2024 arbeitete Thomas Heise an dem ausgesprochen persönlichen Film, fertiggestellt wurde Übergang nun von Peter Badel und Chris Wright, zwei langjährigen Mitstreitern des Regisseurs. Entstanden ist ein Werk der geräumigen Bilder. Filmkritik
Mit Popmusik und Lagerfeuerromantik erzählt Sunny Dancer von einem Ferienlager für jugendliche Krebskranke. Dabei zeigt der Film Lebensfreude wie auch existenzielle Ängste – und ist am stärksten in jenen Momenten, in denen es nichts Wichtigeres gibt als den gemeinsamen Sommer. Filmkritik
Zwei Irrlichter in Bangkok, die sich gegenseitig am Brennen halten: Roderick Warichs Funeral Casino Blues setzt vor allem auf Vibes. Leider bleibt das Meditative am Film weitgehend Behauptung. Filmkritik