Prinzessin Soraya, in den 50er Jahren Ehefrau des Schahs von Persien, war Staatsrepräsentantin mit Bescheidenheit und Eleganz. Im Omnibusfilm Drei Gesichter einer Frau erprobt sich die Kinoliebhaberin als Schauspielerin. Gelungen ist vor allem Michelangelo Antonionis Episode, in der die Berühmtheit wie ein wunderlicher Käfer seziert wird. Filmkritik
Ewig erfolglos jagt Wile E. Coyote den listigen Roadrunner, jetzt ist er des Scheiterns müde und zieht vor Gericht: Coyote vs. Acme stürzt sich mit Herzblut in die absurde Energie der Looney-Tunes-Welt, sehnt sich aber dann doch nach einem versöhnlichen Ende. Filmkritik
Fantasy Filmfest: In Joko Anwars Horrorfilm Ghost in the Cell sucht ein Geist ein indonesisches Gefängnis heim, in dem der Schlagstock regiert. Neben kluger Institutionskritik kommt dabei auch der Slapstick nicht zu kurz. Filmkritik
Eine dystopische Prämisse für eine retronostalgische RomCom: Will Glucks One Night Only spielt in einer Welt, in der Unverheiratete nur noch einmal im Jahr Sex haben dürfen. Der leichthändig inszenierte Film setzt dabei durchweg eher auf einwandfrei ausgespielte Slapstick-Gags als Gesellschaftskritik. Filmkritik
Brezel Görings Für immer 16 ist ein schräger Bravo-Fotoroman in Super 8 über halb gelingende Versuche, Freundschaften am Leben zu halten und mit der Beschissenheit der Dinge klarzukommen. Mit Lilith Stangenberg und Songs von Stereo Total. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Sechs Tage Drehzeit, eine Insel und keine Crew – mehr braucht Hong Sang-Soo dieser Tage nicht, um seine eindrucksvolle Filmografie um ein weiteres Werk zu verlängern. Sein neuester Streich, Nowhere to Lay My Eyes, dreht sich um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Filmkritik
Mit Popmusik und Lagerfeuerromantik erzählt Sunny Dancer von einem Ferienlager für jugendliche Krebskranke. Dabei zeigt der Film Lebensfreude wie auch existenzielle Ängste – und ist am stärksten in jenen Momenten, in denen es nichts Wichtigeres gibt als den gemeinsamen Sommer. Filmkritik
Drei Frauen und eine Handvoll Männer suchen, verlieren und finden die Liebe. Emmanuel Mourets neuer Film Drei Freundinnen ist ein Jenseitsbericht über Getriebene und Treibende, dem es gelegentlich an Widerstand und Gegengewicht fehlt. Filmkritik
Suchen, Picken, Innehalten: Der ungarische Regisseur György Pálfi nähert sich in Lebensansichten eines Huhns der emotional packenden und erstaunlich düsteren Erfahrungswelt einer Henne. Filmkritik
Leidet die frisch gebackene Mutter Saga unter einer postpartalen Depression oder ist ihr Baby wirklich ein Troll? Hanna Bergholms Nightborn verbindet geschickt nordischen Folk Horror mit blutigem Körper-Slapstick. Filmkritik
Neu auf HBO Max: If I Had Legs I’d Kick You macht das Unwohlsein seiner Hauptfigur, einer dauergestressten Mutter, physisch erlebbar. Mary Bronsteins Film hält die Balance zwischen ernsten Themen und Humor, ist aber streckenweise zu mechanisch konzipiert. Filmkritik
Streaming-Tipp: In Stephanie Rothmans relaxter südkalifornischer Lebens-, Arbeits- und Liebesgemeinschaft kann man es bis zur Weltrevolution gut aushalten. The Working Girls ist mit leichter Hand hingeworfene pop art, die weniger erzählt als etwas von der Lebenswelt einfängt, die sie umgibt. Filmkritik
Streaming-Tipp: Die Kunst des Kompromisses. Vor dem Hintergrund eines heillos zerstrittenen Trump-Amerikas steckt in Stephanie Rothmans Sittenkomödie ein verlockendes Angebot. Filmkritik
Zornig, ohne richtig zu wissen, auf wen oder warum: Tommy, die Hauptfigur in Jan Komasas Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes, ist ein Bully aus der britischen Arbeiterklasse. Der Film jedoch wird nicht zu einem Sozialdrama, sondern zu einem etwas unausgegorenen schwarzhumorigen Entführungsthriller. Filmkritik
Zuckungen, Beleidigungen und die Sehnsucht nach Nähe: Verflucht normal schildert die Herausforderungen eines Lebens mit Tourette-Syndrom. Dabei folgt der Film zwar bekannten Feel-Good-Mustern, tut das aber mit gewinnender Aufrichtigkeit und tief empfundener Wärme. Filmkritik
Offen für neugierige Selbsttherapie, aber garantiert ungefährlich: Jane Schoenbruns queerer Meta-Horrorfilm Teenage Sex and Death at Camp Miasma bremst seine transgressive Ästhetik mit versöhnlicher Comedy aus. Filmkritik
Auf der Suche nach dem Mörder ihres Schäfers muss eine krimibegeisterte Herde herausfinden, was bei den Menschen los ist. Was ist z.B. ein Metzger oder ein Wachhund und wer ist dieser Gott? Die Absurdität der Welt wird in Glennkill zum schnörkellos umgesetzten Spaß. Filmkritik
Tu Gutes, scheißegal warum. Der urige Münchner Musiker und Taxifahrer Wiggerl wird aus seinem geliebten Lotterleben in ein hippes, fleisch- und alkoholfreies Jenseits versetzt. Um wieder zurück zu dürfen, muss er versuchen, ein guter Mensch zu werden. Das ist schwer. Filmkritik
Mit dem Pöbel Eco fliegen. Der Teufel trägt Prada 2 widmet sich eher den realen Bedingungen der Modeindustrie als den Fantasien, die sie hervorbringt. Und wird am Ende doch noch zum Märchen, in dem die Erhabenheit der klassischen Fashionwelt gegen kulturlose Tech-Bros verteidigt wird. Filmkritik
Karim Aïnouz’ Rosebush Pruning hat einen tollen, hochpräzise aufspielenden Cast und einige meisterlich inszenierte Szenen. Leider kommt am Ende dennoch nur eine weitere nihilistische Eat-the-Rich-Satire ohne große Überraschungen heraus. Filmkritik
Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Filmkritik