Mit dem Pöbel Eco fliegen. Der Teufel trägt Prada 2 widmet sich eher den realen Bedingungen der Modeindustrie als den Fantasien, die sie hervorbringt. Und wird am Ende doch noch zum Märchen, in dem die Erhabenheit der klassischen Fashionwelt gegen kulturlose Tech-Bros verteidigt wird. Filmkritik
Karim Aïnouz’ Rosebush Pruning hat einen tollen, hochpräzise aufspielenden Cast und einige meisterlich inszenierte Szenen. Leider kommt am Ende dennoch nur eine weitere nihilistische Eat-the-Rich-Satire ohne große Überraschungen heraus. Filmkritik
Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Filmkritik
Ein Mann betrauert den frühen Tod seiner Ehefrau, bis sie ihm als Staubsauger wieder erscheint. Mit einem Gefühl für trockene Komik und tragischen Ernst erzählt Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke von einer Geisterbegegnung in Form einer gesellschaftskritischen Parabel über Gedächtnis und Geschichte. Filmkritik
Bedingungslos umarmt werden Neulinge auf den Stand-Up-Bühnen, auf denen Bradley Coopers Is This Thing On? in Teilen spielt. Leider vergisst der Film nicht nur in diesen Szenen, dass man sich die Gunst seines Publikums erarbeiten muss. Filmkritik
US-Indie-Regisseur Richard Linklater kehrt zu den Anfängen der Nouvelle Vague zurück und erzählt von den Dreharbeiten zu Jean-Luc Godards erstem Spielfilm. Eine verspielte Hommage an die Vitalität des jungen, französischen Kinos der 60er, frei von Andacht und Museumsstaub. Filmkritik
In Un Poeta erzählt Regisseur Simón Mesa Soto eine tragikomische Geschichte über einen Dichter, der sein Leben gründlich versemmelt hat. Nüchterner Sozialrealismus verbindet sich mit Momenten unerwarteter Schönheit – am Ende bleibt nur die Hoffnung auf ein fröhliches Gedicht. Filmkritik
Und das war dann das: Drei schweigsame Familienkonstellationen vereint Jim Jarmusch in seinem neuen Film Father Mother Sister Brother. Wenn nicht gerade Françoise Lebrun durch die Tür tritt, gerät das leider etwas arg bemüht lakonisch. Filmkritik
Berlinale 2026 – Panorama: Ängste und Wünsche kommen auf den Tisch, Suff geht mit Melancholie einher und das Alltägliche verwandelt sich in Fiktion. In The Day She Returns spielt Hong Sang-soo mit altbewährten Motiven – und schließt unerwartet an sein Frühwerk an. Filmkritik
Berlinale 2026 – Special: Ulrike Ottingers langjähriges Herzensprojekt Die Blutgräfin ist ein zwangloser Filmexzess und eine komplexe Tiefenbohrung in die todessehnsüchtige Geschichte Wiens. Filmkritik
Berlinale 2026 - Eröffnungsfilm: Scheinbar eine klassische RomCom, wird No Good Men von der brutalen Wirklichkeit im Afghanistan nach Rückkehr der Taliban eingeholt. Die Verbindung von Realität und Fiktion verleiht dem Film eine Kraft, die über seine konventionelle Form hinausgeht. Filmkritik
Neu auf Disney+: Das Genre der Politsatire dient in Ella McCay als Spielwiese für ungezwungene Begegnungen. Mit charmanter Ziellosigkeit gestaltet Regisseur James L. Brooks eine warmherzige Komödie über menschliche Unzulänglichkeiten. Filmkritik
Der Titel ist Programm in Park Chan-wooks neuem Film: No Other Choice, keine Wahl haben absolut alle Figuren in diesem genuin suizidalen Höllentrip aus Südkorea. Die Frage, was das alles soll, stellt sich durchaus. Filmkritik
Eine verbrauchte 40-jährige droht im Erotikthriller The Housemaid von einer jüngeren Version ihrer selbst ersetzt zu werden. Paul Feig inszeniert selbstbewusst mitten im Mainstream einen Film für Erwachsene, bei dem die sexuellen und blutigen Attraktionen zu sehr Mittel zum Zweck bleiben. Filmkritik
Nach dem Tod ihres Partners findet eine Sozialarbeiterin in der BDSM-Sexarbeit unerwarteten Halt. Madame Kika erzählt nüchtern und einfühlsam von modernen Arbeitswelten und vom Kampf, der eigenen Trauer Raum zu geben. Filmkritik
Auf dem schmalen Grat zwischen stilisierter Satire und schablonenhafter Komödie nimmt Alison Kuhns Debütfilm Holy Meat die katholische Kirche, das ländliche Dorfleben und die zeitgenössische Kunst ins Visier. Filmkritik
Neu auf Netflix: Auch im dritten Teil der Knives-Out-Serie um den Meisterdetektiv Benoit Blanc gibt es wieder zahlreiche Leichen und einen ausufernden Cast in Starbesetzung. Dennoch ist Wake Up Dead Man konzentrierter als seine Vorgänger und setzt weniger auf grelle Satire als auf entspannte Ironie. Filmkritik
Überall unterdrückte Gefühle und Vermeidungsstrategien. Joachim Triers Sentimental Value gibt sich viel Mühe, ambivalent und kunstsinnig zu erscheinen, dringt aber selten in die Tiefe seiner Familiengeschichte vor. Filmkritik
Der Animationsfilm Zoomania 2 entwirft eine tierisch-kindgerechte Noir-Geschichte, ist im Herzen jedoch bunt. Die knuddelige Utopie, die die Regisseure Jared Bush und Byron Howard entwerfen, bleibt leider in einem entscheidenden Punkt unvollendet. Filmkritik
Jennifer Lawrence lässt alles raus. Lynne Ramsays neuer Film Die My Love ist keineswegs fein ausbalanciert; sondern übersetzt einen psychischen Zustand ziemlich ungefiltert und fulminant in Bilder und Sound und Performance. Filmkritik
Julian Radlmaiers vergnügliche Komödie Sehnsucht in Sangerhausen geht in der ostdeutschen Provinz auf Geisterjagd und findet allerlei Absurditäten – von nudistischen Wanderern mit Akkordeon bis zu einem koreanischen Touristenführer, der nicht gern abbiegt. Filmkritik