Zornig, ohne richtig zu wissen, auf wen oder warum: Tommy, die Hauptfigur in Jan Komasas Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes, ist ein Bully aus der britischen Arbeiterklasse. Der Film jedoch wird nicht zu einem Sozialdrama, sondern zu einem etwas unausgegorenen schwarzhumorigen Entführungsthriller. Filmkritik
Jean Rollin gelang eine zugleich poetisch-leichte und melancholisch-brutale Elegie über eines der zentralen Themen des Horrorfilms: den Verlust, die Trauer und die Unmöglichkeit, einen geliebten Menschen loszulassen. Nun gibt es The Living Dead Girl (1982) neu restauriert auf Blu-ray. Filmkritik
Mit einem waschechten B-Movie und retrofuturistischen Nerd-Phantastereien bekommt das Festival eine erfrischende Adrenalinspritze. Radu Jude inszeniert außerdem einen Klassiker auf recht herkömmliche Weise neu und die Regiearbeit eines Schauspielers erweist sich als Studentenerstlingsklischee. Special
Cannes 2026: Offen für neugierige Selbsttherapie, aber garantiert ungefährlich: Jane Schoenbruns queerer Meta-Horrorfilm Teenage Sex and Death at Camp Miasma bremst seine transgressive Ästhetik mit versöhnlicher Comedy aus. Filmkritik
Die Zugehörigkeit funktioniert in einer Wasserballgruppe für Jungen knallhart über Ausschluss. Charlie Pollingers hyperstilisiertes Langfilmdebüt The Plague nutzt sein Setting als Metapher fürs Aufwachsen und widmet sich dem Horror des Mobbings. Filmkritik
Er pfeift auf erzählerische Konventionen und filmhandwerklichen Anspruch. Dennoch gelingen Horror-Enthusiast David „The Rock“ Nelson regelmäßig kleine Meisterwerke von radikal subjektiver Originalität und eindringlicher Schönheit. Special
Ein Mann steckt in einem leeren Tokioter U-Bahnhof fest, aus dem es scheinbar keinen Ausgweg gibt.Genki Kawamuras klaustrophobische Computerspieladaption Exit 8 ist ein paradoxes Spiel aus Wiederholung und Variation, zwischen Psychothriller und abgründigem Horrorfilm. Filmkritik
Mal amoklaufendes Raubtier, mal unschuldiges Äffchen. Ein tollwütiger Schimpanse macht in Johannes Roberts’ famosem Horrorfilm Primate einer Gruppe von Freundinnen auf Mädelsurlaub die Hölle heiß. Filmkritik
Ein arroganter Firmen-CEO strandet mit einer Untergebenen auf einer tropischen Insel. Was leicht eine bemühte Satire hätte werden können, verwandelt Regisseur Sam Raimis Send Help in eine lustvolle Erkundung von Identitäten, Körpern und der Faszination des Ekligen. Filmkritik
Eine verbrauchte 40-jährige droht im Erotikthriller The Housemaid von einer jüngeren Version ihrer selbst ersetzt zu werden. Paul Feig inszeniert selbstbewusst mitten im Mainstream einen Film für Erwachsene, bei dem die sexuellen und blutigen Attraktionen zu sehr Mittel zum Zweck bleiben. Filmkritik
Die Welt heilen oder sie töten? Nia DaCostas gelungenes Zombiefilmsequel 28 Years Later: The Bone Temple bietet euphorisch friedvolle Bilder, bevor es in einem Kampf gegensätzlicher Geisteshaltungen gipfelt. Filmkritik
American-Football-Spieler als moderne Gladiatoren, Sport als Opium für die Massen: Justin Tippings Him – Der Größte aller Zeiten ist kein subtiler Film. Aber ist das so schlimm? Filmkritik
Jennifer Lawrence lässt alles raus. Lynne Ramsays neuer Film Die My Love ist keineswegs fein ausbalanciert; sondern übersetzt einen psychischen Zustand ziemlich ungefiltert und fulminant in Bilder und Sound und Performance. Filmkritik
Im Predator-Franchise bekommt nun auch ein sanftmütiger Alien-Junge mit traurigen Äuglein seinen Platz. Zwischen intergalaktischem Coming-of-Age und verquerem Buddy Movie erforscht Badlands mit kindlicher Neugier den gefährlichsten Planeten des Universums. Filmkritik
Ein Genrefestival abseits der Metropolen: Seit 10 Jahren bringt das Konstanzer Shivers das fantastische Kino an den Bodensee. Die Jubiläumsausgabe erweist sich als äußerst entdeckungsfreudig. Geister, die in Staubsauger fahren stehen ebenso auf dem Programm wie zweiköpfige Trolle und PigMan-Wesen. Special
Netflix: Die Geschichte von Ed Gein, die neue Staffel von Ryan Murphys Monster-Anthologie, erzählt die Geschichte des Serienmörders, der Hitchcocks Psycho inspirierte. Die spärlichen Fakten des Falls reichert die Serie mit wilden Gastauftritten und einer kindlichen Freude am Tabubruch an. Filmkritik
Verglichen mit Francis Ford Coppolas wilder, lüsterner Dracula-Adaption von 1992 ist Luc Besson neue Version ein skurriles Pop-Art Ding mit surrealen Frauentürmen, wahnwitzigen Gemütszuständen und unglaublicher Exzentrik. Leider gibt es noch einen priesterlichen Widersacher-Trübling, der den Film manchmal fast cockblockt. Filmkritik
Neu auf Netflix: Guillermo del Toro verpasst dem bekannten Mythos in seiner Frankenstein-Verfilmung nur sanfte ikonographische Updates. Bestechend sind vor allem die inszenatorische Liebe zum Detail und die schlaksige Eleganz von Jacob Elordis künstlich erschaffener Kreatur. Filmkritik
Ein Moby Dick wird zum Supermodell, Ben Weatley schwört dem Hollywoodkino ab und ein kasachischer Rachethriller wird zum Fenster zur Welt. Unser dritter und letzter Bericht aus Strasbourg. Special
Geschmacklos-sehenswerte Matschszenen, skandinavisch-unterkühlte Jump-Scares und eine Vorlesung über den Horror des Kolonialismus. Im 2. Teil unseres Berichts vom Festival Européen du Film Fantastique de Strasbourg ist für jeden etwas dabei. Special
Das Strasbourger Festival besticht durch ein kompaktes Programm und interessante Retrospektiven. Für den ersten Teil unseres Berichts hat sich Pavao Vlaijcic Filme von Jan Kounen, Kenichi Ugana und anderen angesehen. Special