Hard to Kill (1990) ist der Höhepunkt in der Karriere des wahnhaft von seinem Star-Status überzeugten Steven Seagal. Der wunderschön fotografierte Actionreißer über einen sadistischen Cop ist brutal, bizarr und immer wieder unfreiwillig komisch. Am Freitag läuft der Film im Berliner Hackesche Höfe Kino. Filmkritik
Neue deutsche Gangsterfilme (3): Özgür Yıldırıms Chiko (2008), der große Intensivling. Klein, ausdrucksvoll und radikal. Alles eng zusammen. „Gewaltspirale“ passt selten so gut wie hier auf eine Filmhandlung. Filmkritik
Ins Klima von Pop, Nouvelle Vague und den politischen Bewegungen der 1960er Jahre setzt Nadine Trintignant ihren abgründigen, wilden Genremix über einen „falschen Bekenner“. Darin spiegeln sich Geschlechterverhältnisse so einprägsam wie die verborgene Verzweiflung in Jean-Louis Trintignants Gesicht. Filmkritik
Suchen, Picken, Innehalten: Der ungarische Regisseur György Pálfi nähert sich in Lebensansichten eines Huhns der emotional packenden und erstaunlich düsteren Erfahrungswelt einer Henne. Filmkritik
Neue deutsche Gangsterfilme (2): Fatih Akins Kurz und schmerzlos (1998) ist die vibrierende Keimzelle des Genres. Ein eindrucksvolles Debüt von hemdsärmeliger, hochinspirierter Einfachheit. Die Figuren in der tragischen Räuberballade fühlen sich selbst wie in einem Film und singen wie schmutzige Tenöre ihre Lieder, jeder seins. Filmkritik
Neue deutsche Gangsterfilme (1): Nach dem Intro letzte Woche ein Prachtstück des Genres mit goldenem Versace-Schlüpper: die 3-Staffel-Serie 4 Blocks von Marvin Kren, Oliver Hirschbiegel und Özgür Yıldırım. Filmkritik
Neu auf Netflix: Eitelkeit ohne Wagemut: Julian Schnabels In the Hand of Dante möchte einen literarischen Überklassiker mit den Mitteln des Lowbrow-Genrefilms bearbeiten – und verhebt sich dabei gewaltig. Filmkritik
Der Mann in seiner Erscheinungsform als Gangster. Die Filme und Serien der „New Young German Gangstamoviez“ beschäftigen sich interessant, herzbewegend und manchmal auch lustig mit dem, was impulsive, kriminelle Menschen aus dem rätselhaften Leben machen. Auftakt einer Mini-Textserie im Rahmen unseres Genre-Specials, von Akin bis Yildirim. Special
Kenji Tanigakis The Furious hat klare Prioritäten: Die Handlung um böse Menschenhändler und aufrechte Helden ist nebensächlich, die Hauptsache sind die vielen, wuchtigen und maßlosen Kampfszenen. Konsequentes Ziel ist die komplette Vernichtung des Gegners. Filmkritik
Zornig, ohne richtig zu wissen, auf wen oder warum: Tommy, die Hauptfigur in Jan Komasas Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes, ist ein Bully aus der britischen Arbeiterklasse. Der Film jedoch wird nicht zu einem Sozialdrama, sondern zu einem etwas unausgegorenen schwarzhumorigen Entführungsthriller. Filmkritik
Auf der Suche nach dem Mörder ihres Schäfers muss eine krimibegeisterte Herde herausfinden, was bei den Menschen los ist. Was ist z.B. ein Metzger oder ein Wachhund und wer ist dieser Gott? Die Absurdität der Welt wird in Glennkill zum schnörkellos umgesetzten Spaß. Filmkritik
Maskierte Bösewichte, schöne strahlende Retter in der Not, vor Spannung aufschreiende Trompeten: Harald Reinls Krimis sind triviale Reißer für erregbare Gemüter. Silvia Szymanski erinnert sich mit Vergnügen. Special
Die Wahrheit findet sich im Zwischenmenschlichen: Rebecca Zlotowskis Paris Murder Mystery ist weniger Krimi als Psychogramm einer Frau, die ihr Gefühlsleben hinter einem Schutzpanzer verbirgt. In der Hauptrolle: Jodie Foster, die hauptsächlich Französisch spricht. Filmkritik
Mediatheken-Tipp: Per Feuertaufe ins Leben der Erwachsenen. In James Grays The Yards - Im Hinterhof der Macht landet ein eigenschaftsloser Mark Wahlberg in einem Mafiakrieg und kann sich auf nichts verlassen außer auf seinen Dackelblick. Filmkritik
Kleine Freiheiten im unfreien Leben: Yüksel Yavuz’ Film von 2003 über die Freundschaft zweier in Hamburg gestrandeter Jungs ohne Papiere kommt noch einmal neu restauriert ins Kino. Ein echter Glücksfall. Filmkritik
Ein Film ohne Ziel und ohne Heldin, der seine antriebslose Hauptfigur durch ein verwahrlostes Amerika begleitet. Barbara Lodens einzige Regiearbeit Wanda (1970) ist ein Glücksfall der Filmgeschichte und wäre um ein Haar verschollen. Nun kommt er wieder ins Kino. Filmkritik
Wie man‘s auch beleuchtet, und welche Eleganz, Pointen, knisternde Musik und warme Farben man der sinnlosen, kalten Welt entgegensetzen mag: Es wird den existenziell orientierungslosen Gangstern in Christoph Hochhäuslers film noir Der Tod wird kommen nicht helfen. Filmkritik
Der Titel ist Programm in Park Chan-wooks neuem Film: No Other Choice, keine Wahl haben absolut alle Figuren in diesem genuin suizidalen Höllentrip aus Südkorea. Die Frage, was das alles soll, stellt sich durchaus. Filmkritik
Ein Franzose steht in Algerien für den Mord an einem Araber vor Gericht – und für die eigene Gefühlskälte. François Ozons Adaption von Der Fremde ist voller atmosphärischer Bilder, die aber nicht immer zur nüchtern-philosophischen Grundhaltung von Albert Camus’ Romanklassiker passen. Filmkritik
Neu auf Netflix: Auch im dritten Teil der Knives-Out-Serie um den Meisterdetektiv Benoit Blanc gibt es wieder zahlreiche Leichen und einen ausufernden Cast in Starbesetzung. Dennoch ist Wake Up Dead Man konzentrierter als seine Vorgänger und setzt weniger auf grelle Satire als auf entspannte Ironie. Filmkritik
Streaming-Tipp: Kleber Mendonça Filhos The Secret Agent ist zugleich Politthriller und quasi-autobiographische Hommage an die brasilianische Stadt Recife in den Seventies. Mit einem warmherzig-erschöpften Wagner Moura, einem schön genervten Udo Kier und einer zweigesichtigen Katze. Filmkritik