Italienische Krimis, die ihre Kraft aus der Perversion schöpfen und sich ganz dem visuellen Exzess hingeben: Ein E-Mail-Gespräch auf der Suche nach der Essenz und dem besonderen Reiz des Giallo. Special
Hand in Hand schaffen sie Erfahrung, Werk und Miniaturen: Josh und Benny Safdie, Adam Sandler, Darius Khondji und Daniel Lopatin. Eine andere Art Starkino. Filmkritik
Wo langsam verblutende Proleten aus Dantes Inferno zitieren: Das Loft in Eckhart Schmidts New-Wave-Neon-Kammerspiel ist ein Ort destruktiver Machtverhältnisse, an dem selbst die Liebe keinen Ausweg bietet. Filmkritik
VoD: Brian De Palma war schon immer ein viel zu selten gewürdigter Satiriker. In seinem neuen Thriller Domino läuft bei der Hatz auf einen IS-Terroristen alles auf eine makabre Pointe hinaus. Ein eher schlechter Witz ist, dass er erst gar nicht ins Kino kommt. Filmkritik
Geküsst und geliebt werden. Eine Villa, die laut Eckhart Schmidt Mafia- und Logengeschichte geschrieben hat, wird in seinem Filmgedicht Broken Hearts zu einem Kino-Schauplatz, in dem eine eigene Wahrheit gilt. Filmkritik
Das Berliner Arsenal zeigt eine Reihe mit Film Noirs von fünf Regisseurinnen. Das Programm macht dabei weniger eine spezifisch weibliche Noir-Ästhetik sichtbar, als es das düster-komplexe Genrekino der 1940er und 1950er als genuin transnationales Phänomen erkennen lässt. Special
Arnaud Desplechin wagt sich in die Nacht einer verarmten Stadt und ins Crime-Genre. Opfern wie Tätern nähert sich Im Schatten von Roubaix mit dem Blick des Polizisten. Sein Blick auf den Polizisten bleibt dafür eigentümlich rätselhaft. Filmkritik
VoD: In Diao Yinans Der See der wilden Gänse bildet die verworrene Gangstergeschichte nur den schmucklosen Rahmen für ein enthemmtes Spiel mit Farben, Formen und reiner visueller Wucht. Filmkritik
Nicolas Winding Refn nutzt das Serienformat von Too Old To Die Young für Variationen seines Fetischs für Gewalt und Sinnlichkeit – und für eine phänomenale Autoverfolgungsjagd. Filmkritik
Gut 50 Jahre nachdem Bonnie und Clyde zu Kino-Helden der Counterculture wurden, erzählt John Lee Hancock die Geschichte aus der Perspektive der Gesetzeshüter. The Highwaymen legt dabei offen, was den konservativen Backlash so attraktiv macht. Filmkritik
Ein Thriller im Retro-Lounge-Modus: David Lowery stellt Robert Redford für dessen vielleicht letzten Auftritt das geeignete Vehikel zur Verfügung. Ein Gauner und ein Gentleman zieht seine Kraft aus dem Vergangenen, blickt aber verträumt nach vorn. Filmkritik
Karyn Kusamas Neo-Noir Destroyer folgt dem Rachefeldzug einer heruntergekommenen Polizistin wie durch einen Schleier – und ist besessen vom zerschundenen Körper seiner Protagonistin. Nicole Kidman sieht darin aus wie etwas, das der Hund angeschleppt hat. Filmkritik
Lou Yes neuer Thriller treibt seine Figuren durch die Gassen von Guangzhou und entlarvt, wohl unabsichtlich, Mechanismen der chinesischen Zensur. Filmkritik
Walt Kowalski is breaking bad: Ein mit der Moderne im Clinch liegender alter Blumenzüchter blüht in seinem neuen Job als Drogenkurier richtig auf. Alles könnte so leicht sein in Clint Eastwoods neuem Film The Mule, wäre da nicht die Familie. Filmkritik
Neu auf DVD: Ein Rächer mit weichem Gesicht und Dackelblick. James Glickenhaus' Der Exterminator (1980) ist ein schäbiger Selbstjustiztrip durchs postapokalyptische New York. Filmkritik
Nach seinem großen Erfolg mit Moonlight widmet sich Barry Jenkins einem späten Roman von James Baldwin über eine junge Liebe in Harlem. In Beale Street teilen sich Hoffnung und Verzweiflung jedes Bild. Filmkritik
Steve McQueen wagt sich mit Widows ins Heist-Genre und verschaltet einen All-Female-Beutezug mit einem Wahlkampf in Chicagos South Side. Was ist Wahlkampf auch anderes als ein Beutezug? Filmkritik
Zugespitzte Männlichkeit. 20 Jahre nach American Psycho greift Mary Harron kaum weniger drastisch weiße, männliche Allmachtsfantasien und Gewaltexzesse in der US-Gesellschaft an. Ein feministischer Pamphletfilm über – oder besser gegen – Charles Manson. Filmkritik
Wenn die Europaflagge brennt: In Das Gespenst der Freiheit, Jan Bonnys Polizeiruf-Folge zur rechten Lage der Nation, erreicht das amerikanische Paranoia-Kino das deutsche Fernsehen. Sonntag, 19.08. um 20:15 Uhr bei Das Erste. Filmkritik
Die erste Wunschkritik unserer Abonnenten: Mit jedem Sprung die Reißleine später ziehen – oder der human spirit als Dauerausschüttung körpereigener Drogen. Statt auf die Seite des Guten oder Bösen schlägt sich Kathryn Bigelow in Gefährliche Brandung auf die Seite des Adrenalins. Filmkritik
Stefano Sollima macht sich keine Illusionen über den Drogen- und Menschenhandel in den US-mexikanischen Borderlands: In Sicario 2 ist die Welt auf ihre Brutalität reduziert. Mit seinem schonungslosen Blick schont der Film vor allem sich selbst. Filmkritik