Am Anfang steht ein geprügelter Esel, am Ende ein geflügeltes Pferd. Dazwischen stellt ein pakistanisches Mädchen Fragen über ihre geschlossene Schule, erhält aber keine einfachen Antworten. Seemab Guls kluger Debütfilm Ghost School verdeckt die Wirklichkeit, von der er erzählt, nicht. Filmkritik
Der junge Armin verzweifelt an den Erwartungen der Erwachsenenwelt. Ein Ventil findet er nur im Abschicken erfundener Bekennerschreiben. Christoph Hochhäusler erzählt in Falscher Bekenner von der stillen Revolte gegen den Zwang, auf eine ganz bestimmte Art zu leben. Filmkritik
Ein blutiger, postapokalyptischer Western um einen todessehnsüchtigen jungen Piloten. Ridley Scotts neuestes Werk Das Ende der Sterne ist nachdrücklich inszeniertes Actionkino mit atemberaubenden Kämpfen und sensationell irrwitzigen Passagen. Filmkritik
Mit der Disney+-Serie The Shards jagt Ryan Murphy die Romanvorlage von Bret Easton Ellis durch den Reißwolf seiner Produktionsmaschinerie: Statt kontrolliertem Exzess und präziser Satire herrscht nur mehr campige Beliebigkeit. Übrig bleiben immerhin ein paar grandiose 80er-Jahre-Songs. Filmkritik
Sich mit der Wirklichkeit herumschlagen, obwohl man kaum noch atmen kann: In Sechswochenamt muss eine junge Frau nach dem Tod ihrer Mutter deren Bestattung organisieren. Die Einwohner des niederrheinischen Erkelenz schicken sie dabei durch einen Parcours aus Vorschriften und Erwartungen. Filmkritik
Eine dystopische Prämisse für eine retronostalgische RomCom: Will Glucks One Night Only spielt in einer Welt, in der Unverheiratete nur noch einmal im Jahr Sex haben dürfen. Der leichthändig inszenierte Film setzt dabei durchweg eher auf einwandfrei ausgespielte Slapstick-Gags als Gesellschaftskritik. Filmkritik
Brezel Görings Für immer 16 ist ein schräger Bravo-Fotoroman in Super 8 über halb gelingende Versuche, Freundschaften am Leben zu halten und mit der Beschissenheit der Dinge klarzukommen. Mit Lilith Stangenberg und Songs von Stereo Total. Filmkritik
Neue deutsche Gangsterfilme (3): Özgür Yıldırıms Chiko (2008), der große Intensivling. Klein, ausdrucksvoll und radikal. Alles eng zusammen. „Gewaltspirale“ passt selten so gut wie hier auf eine Filmhandlung. Filmkritik
Staatsschutz von Faraz Shariat radikalisiert sich mit seiner Hauptfigur – aber beide gehen nie zu weit. Das Ergebnis ist ein Film mit einer vielleicht allzu klaren Agenda, der aber durch das Prisma der Genrebrille überraschend präzise auf den aktuellen deutschen Rassismus zu blicken vermag. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Geschichte als geschichtet begreifen. Luise Donschens Morgen vor langer Zeit überspannt in den Geschichten dreier Frauen 500 Jahre deutsche Geschichte und ist doch wie aus einem Guss. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Sechs Tage Drehzeit, eine Insel und keine Crew – mehr braucht Hong Sang-Soo dieser Tage nicht, um seine eindrucksvolle Filmografie um ein weiteres Werk zu verlängern. Sein neuester Streich, Nowhere to Lay My Eyes, dreht sich um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Filmkritik
Locarno Film Festival 2026: Die Zeit genüsslich gedehnt und die Aufnahmen bis zum Hals in Musik gebadet. Nicolaas Schmidts erster experimenteller Langfilm September Afternoon handelt von einem Strandausflug und einer Wirklichkeit, die sich nicht greifen lässt. Filmkritik
Zwei Irrlichter in Bangkok, die sich gegenseitig am Brennen halten: Roderick Warichs Funeral Casino Blues setzt vor allem auf Vibes. Leider bleibt das Meditative am Film weitgehend Behauptung. Filmkritik
Drei Frauen und eine Handvoll Männer suchen, verlieren und finden die Liebe. Emmanuel Mourets neuer Film Drei Freundinnen ist ein Jenseitsbericht über Getriebene und Treibende, dem es gelegentlich an Widerstand und Gegengewicht fehlt. Filmkritik
Ins Klima von Pop, Nouvelle Vague und den politischen Bewegungen der 1960er Jahre setzt Nadine Trintignant ihren abgründigen, wilden Genremix über einen „falschen Bekenner“. Darin spiegeln sich Geschlechterverhältnisse so einprägsam wie die verborgene Verzweiflung in Jean-Louis Trintignants Gesicht. Filmkritik
Suchen, Picken, Innehalten: Der ungarische Regisseur György Pálfi nähert sich in Lebensansichten eines Huhns der emotional packenden und erstaunlich düsteren Erfahrungswelt einer Henne. Filmkritik
Leidet die frisch gebackene Mutter Saga unter einer postpartalen Depression oder ist ihr Baby wirklich ein Troll? Hanna Bergholms Nightborn verbindet geschickt nordischen Folk Horror mit blutigem Körper-Slapstick. Filmkritik
Sandra Wollners Everytime erzählt vom Nachhall eines tragischen Todesfalls und den Widersprüchen des Abschiednehmens. Was als sensibles Familiendrama beginnt, wird zur fulminanten filmischen Geisterbeschwörung. Filmkritik
Nowe Horyzonty Festival Wrocław: Emin Alper erzählt in Salvation von einer Clan-Fehde im türkischen Hinterland. Aus dem scheinbar geradlinigen Thriller-Plot entwickelt sich nach und nach eine politische Parabel von universeller Tragweite. Filmkritik
Grand Theft Auto Medellin: In seinem hypnotischen Kinodebüt Barrio Triste lässt Musikvideo-Regisseur Stillz jugendliche Gangster durch die kolumbianische Millionenstadt streifen. Die Kamera wird dabei zum Komplizen. Filmkritik
Neu auf HBO Max: If I Had Legs I’d Kick You macht das Unwohlsein seiner Hauptfigur, einer dauergestressten Mutter, physisch erlebbar. Mary Bronsteins Film hält die Balance zwischen ernsten Themen und Humor, ist aber streckenweise zu mechanisch konzipiert. Filmkritik