Drama

Paris Murder Mystery

Die Wahrheit findet sich im Zwischenmenschlichen: Rebecca Zlotowskis Paris Murder Mystery ist weniger Krimi als Psychogramm einer Frau, die ihr Gefühlsleben hinter einem Schutzpanzer verbirgt. In der Hauptrolle: Jodie Foster, die hauptsächlich Französisch spricht.  Filmkritik 

Das Glück der Tüchtigen

Die Kölner Familie, die man schon aus Die Liebe der Kinder kennt, steht auch im Zentrum von Das Glück der Tüchtigen. Doch Franz Müllers Film funktioniert auch ohne Kenntnis des Vorgängers. Gesellschaftliche Zwänge treffen hier auf unverhoffte Momente der Freiheit und jede Begegnung bietet die Chance auf einen Neuanfang. Filmkritik 

When the Waves Are Gone

Mediatheken-Tipp: Korrupte Staatsdiener und die Opfer von Dutertes Drogenkrieg – Den schlichten Plot über zwei philippinische Polizisten erweitert Lav Diaz in When the Waves Are Gone mit gewichtigen Fragen rund um Religion, Moral, Buße und Rache. Filmkritik 

Vier minus Drei

Ein tragischer Todesfall, der durch quietschbunte Clownereien verarbeitet wird: Adrian Goigingers Vier minus drei hat keine Berührungsängste mit dem Banalen und Rührseligen. Doch genau das macht ihn zu einem ungemein spannenden Film über Trauer. Filmkritik 

The Yards - Im Hinterhof der Macht

Mediatheken-Tipp: Per Feuertaufe ins Leben der Erwachsenen. In James Grays The Yards - Im Hinterhof der Macht landet ein eigenschaftsloser Mark Wahlberg in einem Mafiakrieg und kann sich auf nichts verlassen außer auf seinen Dackelblick. Filmkritik 

Kleine Freiheit

Kleine Freiheiten im unfreien Leben: Yüksel Yavuz’ Film von 2003 über die Freundschaft zweier in Hamburg gestrandeter Jungs ohne Papiere kommt noch einmal neu restauriert ins Kino. Ein echter Glücksfall. Filmkritik 

The History of Sound

Musik als Speicher eines vergangenen Lebens: The History of Sound zeichnet in kontemplativen Bildern Lebensstationen des Sängers Lionel von den 1910ern bis in die 1980er-Jahre nach. Und betrachtet den langen Nachhall einer nur kurzen, aber umso innigeren Beziehung. Filmkritik 

Wanda

Ein Film ohne Ziel und ohne Heldin, der seine antriebslose Hauptfigur durch ein verwahrlostes Amerika begleitet. Barbara Lodens einzige Regiearbeit Wanda (1970) ist ein Glücksfall der Filmgeschichte und wäre um ein Haar verschollen. Nun kommt er wieder ins Kino. Filmkritik 

Enzo

Gleichermaßen sensibel und roh: Robin Campillos Enzo porträtiert fast intim dokumentarisch einen verschlossenen jungen Maurer, der von einem Kollegen aus seiner Komfortzone gelockt wird. Filmkritik 

Pillion

Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Filmkritik 

Blue Moon

Von der französischen Neuen Welle ins US-amerikanische Theater: Richard Linklater erzählt in Blue Moon vom Broadway-Autoren Lorenz Hart, der am Abend der Premiere eines konkurrierenden Musicals über sein Leben nachdenkt. Ein elegantes Kummerspiel über Partnerschaften aller Art. Filmkritik 

Is This Thing On?

Bedingungslos umarmt werden Neulinge auf den Stand-Up-Bühnen, auf denen Bradley Coopers Is This Thing On? in Teilen spielt. Leider vergisst der Film nicht nur in diesen Szenen, dass man sich die Gunst seines Publikums erarbeiten muss. Filmkritik 

Maysoon

In rasantem Tempo erzählt Regisseurin Nancy Biniadaki, wie das vermeintlich geordnete Leben einer in Berlin lebenden Ägypterin plötzlich zusammenbricht. Maysoon ist eine eindrückliche Figurenstudie, die zwischen erfrischender Eigenwilligkeit und erzählerischer Holprigkeit schwankt. Filmkritik 

The Testament of Ann Lee

Wie seine Titelfigur ist auch Mona Fastvolds The Testament of Ann Lee stets auf der Suche nach Entrückung und Ekstase. Das Historienepos um eine kämpferische Predigerin der Shaker-Freikirche wird so zu einem Spektakel aus Tanz und Gesang, aus körperlichem Schmerz und funkelnder Natur. Filmkritik 

Un Poeta

In Un Poeta erzählt Regisseur Simón Mesa Soto eine tragikomische Geschichte über einen Dichter, der sein Leben gründlich versemmelt hat. Nüchterner Sozialrealismus verbindet sich mit Momenten unerwarteter Schönheit – am Ende bleibt nur die Hoffnung auf ein fröhliches Gedicht. Filmkritik 

Jeunes Mères – Junge Mütter

Rastlose Bewegungen, aufgeregte Telefonate: Die Brüder Jean-Luc und Pierre Dardenne stellen in Jeunes Mères – Junge Mütter junge Frauen ins Zentrum, die vor der Aufgabe stehen, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen – obwohl sie selbst noch kaum richtig erwachsen sind. Filmkritik 

The Chronology of Water

Bilder wie Gedankenblitze: Kristen Stewart bricht in ihrem Regiedebüt The Chronology of Water beherzt mit den Konventionen linearen Erzählens. Vieles bleibt schemenhaft in diesem Drama um sexuellen Missbrauch, Selbstzerstörung und die erlösende Kraft des Schreibens. Filmkritik 

No Bears

Neu auf MUBI: In No Bears steht Jafar Panahi exakt auf der Grenzlinie zwischen dem Iran und der Türkei. Ein Schritt und er wäre in Freiheit. Inzwischen sitzt er in einem Teheraner Gefängnis. Sein neuer Film erzählt zwei amüsante und packende Geschichten, in denen auch der Regisseur selbst mal wieder eine Rolle spielt. Filmkritik 

Scarlet

Regisseur Mamoru Hosoda verwandelt die Geschichte von Shakespeares „Hamlet“ in seinem Anime Scarlet in ein episches Läuterungsdrama voll expressivem Wahnsinn. In dem entfachten Sturm verschiedener Animationsstile und Realitätsebenen muss man sich die Erlösung hart erarbeiten. Filmkritik 

Marty Supreme

Egotripping at the gates of hell. Das Leben ist in Josh Safdies Sport- und Scheißkerldrama Marty Supreme ein aggressiv-aufreibendes Tischtennismatch, ein rasend schnelles Hin und Her. Zum Glück gibt es den coolen, lebenslustigen Tyler the Creator und die stolze, abgeklärte Gwyneth Paltrow. Filmkritik 

Father Mother Sister Brother

Und das war dann das: Drei schweigsame Familienkonstellationen vereint Jim Jarmusch in seinem neuen Film Father Mother Sister Brother. Wenn nicht gerade Françoise Lebrun durch die Tür tritt, gerät das leider etwas arg bemüht lakonisch. Filmkritik