Neu auf Blu-ray: John C. Holmes war der größte männliche Star des “Porn Chic” der 70er Jahre; Paul Thomas Andersons Boogie Nights wurden von ihm und jener Zeit inspiriert. Dem Dokumentarfilmer Cass Paley gelang wenig später mit Wadd: The Life & Times of John C. Holmes (1999) eine faszinierende Studie dieses nach Ruhm, Sex, Drogen und Anerkennung hungrigen Mannes. Filmkritik
Leg dich nicht mit Karen an! Roberta Findlays A Woman’s Torment funktioniert als stupider Sexstreifen genauso gut wie als experimenteller Horrorfilm. Mit psychotischer Energie durchkreuzt der Film die Pornoroutine und entfaltet so seine emanzipative Kraft. Sehen kann man ihn gerade auf dem Wiener Slash Filmfestival, oder bei Mubi streamen. Filmkritik
Kino-Tipp: Radley Metzgers Kino ist von einer eleganten Dekadenz geprägt, die keinen Raum für ökonomische und weltliche Probleme lässt. Im üppig eingerichteten Townhouse des berüchtigten Trump-Anwalts Roy Cohn drehte Metzger mit The Image einen SM-Porno um Dominanz und Unterwerfung. Schöner wurde Urinieren selten inszeniert. Filmkritik
Kino-Tipp: Es klingt nach einem sexy Neo-Noir der 1980er: Geschäftsmänner in Anzügen (Golden-Age-Star Jamie Gillis!) tun zwielichtige Dinge. Aber da sind auch Themen aus Richard Wagners "Rheingold". Und seine kryptischen Dialoge, elliptischen Szenenfolgen und extremen Farbkontraste machen Roger Watkins‘ enigmatischen Kultporno Corruption fast zu einem David-Lynch-Film. Filmkritik
Nicht immer bedeutet Filmsex Spaß und gute Laune. Als Teenieparty-Mitbringsel war die VHS von Im Reich der Sinne (1976) wenig geeignet, musste unser Rezensent lernen. Zum 50. Jubiläum kehrt Nagisa Oshimas unnachgiebiger, grimmiger Realismus der Körper nun zurück in die Kinos. Filmkritik
Streaming-Tipp: Ein Porno, der mit einem Selbstmord beginnt, in der Hölle endet und zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 1973 zählt. Gerard Damianos The Devil in Miss Jones ist ein dorniger Meilenstein der Filmgeschichte, der immer noch verstört und erregt. Filmkritik
Eingehüllt vom Dunkel und dem Schall vertrauter Stimmen begaben sich unsere AutorInnen in Nürnberg auf eine bereichernde Expedition abseits einer auf Meisterwerke fixierten Film- und Mentalitätsgeschichte. Special
Seit mehr als 30 Jahren produziert der enigmatische, unter Pseudonym arbeitende Regisseur Marian Dora konfrontatives Exploitation-Kino. Zwischen radikaler Reduktion und maximaler Entgrenzung, Traditionsrekurs und präzedenzlosem Exzess ist ein Werk entstanden, das im zeitgenössischen Genrekino seinesgleichen sucht. Special
Bei seinem Gastspiel in Wien öffnete der Hofbauerkongress erneut Türen in vergessene Gebiete der Filmgeschichte. Pornofilm und Schmierenkomödie, Heimatdrama und Erotikfarce erwachten zu neuem Leben und wurden zum Futter einer umfassenden Kinolust. Special
Jack Deveaus erotische Rashomon-Variation Fire Island Fever (1979) ist nur einer von vielen (Porno-)Klassikern, die auf der sagenumwobenen Barriereinsel in der Nähe New Yorks spielen. Zeit, diesen sinnlich aufgeladenen und filmisch hoch frequentierten Ort, zu porträtieren. Special
Die Schlagkraft weiblicher PoV-Shots. Pleasure erzählt von einer jungen Schwedin, die in der Pornoindustrie L.A.s ein Star werden will, und zeigt Potenziale zur Selbstermächtigung ebenso wie die Mechanismen, denen sie unterworfen wird. Filmkritik
Weil ihr Partner nicht mir ihr schlafen will, begibt sich Marie auf einen Passionsweg durch ihr Begehren. Catherine Breillats kontroverser Romance setzt Pornografie und Religion zu neuen Fantasien zusammen – und denkt über Kino und Heterosexualität nach. Filmkritik
Auch Radu Judes neuer Film Bad Luck Banging or Loony Porn ist wieder ein filmischer Wirbel der Diskurse. Am Ende steht diesmal nicht das große Theaterstück, sondern eine Shitshow der Elite. Filmkritik
Salzgeber Club: In einem Paris aus Nicht-Orten treffen sich Männer zum Sex – oder träumen davon. Die Darsteller des lange verschollenen Pornos Gleichung mit einem Unbekannten wirken wie hypnotisiert, als Zuschauer fühlt man sich wie in einem Loop gefangen. Filmkritik
Inmitten der Sexfilmwelle der 1970er Jahre wirkten die Regiearbeiten von Jürgen Enz steif und verklemmt. In seinen Dirndl- und Lederhosen-Filmen herrscht überall Zwang. Doch mit ihrer bizarren Ästhetik und zermürbenden Qualität haben sie uns viel zu bieten. Special
Melancholie in Gummi: Der traurige Held in Latex kann die geheimsten sexuellen Wünsche der Menschen erkennen, aber nicht an ihnen teilnehmen. Ein Endzeit-Kunst-Porno, bei dem man manchmal zurückspulen muss, um alles zu verstehen. Filmkritik
Ozeanische Gefühle im stillen Kämmerchen, Mückenattacke in einem US-Autokino, Himalaya-Expeditionen von Mamas Wohnung aus: critic.de-Autor*innen schreiben über widersprüchliche Begierden in einem Jahr der Sicherheitsabstände. Special
Sie hat die verschlafensten Augen, die jemals auf der Pornoleinwand erschienen sind. Ein Gesicht, das die Kamera liebt, wie das von Zarah Leander oder Linda Darnell: Melissa Melendez, eigenartige Video Vixen der 1980er. Eine Hommage von Hans Schifferle. Special
Neu auf VoD: Lehrer Ripploh sucht nach einem gangbaren Leben zwischen Schule und Klappe. Taxi zum Klo, Schlüsselfilm fürs Queer Cinema, Konfrontation fürs Heteropublikum und vielleicht das erste Meisterwerk des deutschen Kinos der 1980er Jahre. Filmkritik
Wer fickt hier wen? Die traurigen Mädchen aus den Bergen ist eine Mockumentary, die der Frage nachgeht, ab wann Porno selbstermächtigend ist. Filmkritik
Gemeinsam die Orientierung verlieren, Filme sehen, die wie schlüpfrige Illustrierte sind, mit der Bewusstseinsschlacke der alten BRD konfrontiert werden oder mit der fragilen Schönheit einer Teenagerliebe: Der Hofbauerkongress ist volljährig geworden. Das würdigen wir mit einer XXL-Collage an Festivaleindrücken. Special