Drama

Funeral Casino Blues

Zwei Irrlichter in Bangkok, die sich gegenseitig am Brennen halten: Roderick Warichs Funeral Casino Blues setzt vor allem auf Vibes. Leider bleibt das Meditative am Film weitgehend Behauptung. Filmkritik 

Drei Freundinnen

Drei Frauen und eine Handvoll Männer suchen, verlieren und finden die Liebe. Emmanuel Mourets neuer Film Drei Freundinnen ist ein Jenseitsbericht über Getriebene und Treibende, dem es gelegentlich an Widerstand und Gegengewicht fehlt. Filmkritik 

Crime Thief

Ins Klima von Pop, Nouvelle Vague und den politischen Bewegungen der 1960er Jahre setzt Nadine Trintignant ihren abgründigen, wilden Genremix über einen „falschen Bekenner“. Darin spiegeln sich Geschlechterverhältnisse so einprägsam wie die verborgene Verzweiflung in Jean-Louis Trintignants Gesicht.   Filmkritik 

Lebensansichten eines Huhns

Suchen, Picken, Innehalten: Der ungarische Regisseur György Pálfi nähert sich in Lebensansichten eines Huhns der emotional packenden und erstaunlich düsteren Erfahrungswelt einer Henne. Filmkritik 

Nightborn

Leidet die frisch gebackene Mutter Saga unter einer postpartalen Depression oder ist ihr Baby wirklich ein Troll? Hanna Bergholms Nightborn verbindet geschickt nordischen Folk Horror mit blutigem Körper-Slapstick. Filmkritik 

Everytime

Sandra Wollners Everytime erzählt vom Nachhall eines tragischen Todesfalls und den Widersprüchen des Abschiednehmens. Was als sensibles Familiendrama beginnt, wird zur fulminanten filmischen Geisterbeschwörung. Filmkritik 

Salvation

Nowe Horyzonty Festival Wrocław: Emin Alper erzählt in Salvation von einer Clan-Fehde im türkischen Hinterland. Aus dem scheinbar geradlinigen Thriller-Plot entwickelt sich nach und nach eine politische Parabel von universeller Tragweite. Filmkritik 

Barrio Triste

Grand Theft Auto Medellin: In seinem hypnotischen Kinodebüt Barrio Triste lässt Musikvideo-Regisseur Stillz jugendliche Gangster durch die kolumbianische Millionenstadt streifen. Die Kamera wird dabei zum Komplizen. Filmkritik 

If I Had Legs I'd Kick You

Neu auf HBO Max: If I Had Legs I’d Kick You macht das Unwohlsein seiner Hauptfigur, einer dauergestressten Mutter, physisch erlebbar. Mary Bronsteins Film hält die Balance zwischen ernsten Themen und Humor, ist aber streckenweise zu mechanisch konzipiert. Filmkritik 

Kurz und schmerzlos

Neue deutsche Gangsterfilme (2): Fatih Akins Kurz und schmerzlos (1998) ist die vibrierende Keimzelle des Genres. Ein eindrucksvolles Debüt von hemdsärmeliger, hochinspirierter Einfachheit. Die Figuren in der tragischen Räuberballade fühlen sich selbst wie in einem Film und singen wie schmutzige Tenöre ihre Lieder, jeder seins. Filmkritik 

4 Blocks

Neue deutsche Gangsterfilme (1): Nach dem Intro letzte Woche ein Prachtstück des Genres mit goldenem Versace-Schlüpper: die 3-Staffel-Serie 4 Blocks von Marvin Kren, Oliver Hirschbiegel und Özgür Yıldırım. Filmkritik 

Drunken Noodles

In einer sommerlichen Traumwelt, die New York verblüffend ähnelt, trifft ein Student auf drei verführerische Männer. Lucio Castros sinnlich verspieltes filmisches Rätsel Drunken Noodles kreist um geisterhafte Begegnungen, melancholische Einsichten und die Schönheit flüchtiger Intimität. Noch bis Ende Juli läuft der Film in der Queerfilmnacht.  Filmkritik 

Meine kleinen Geliebten

Triebspiele statt Spieltrieb: Jean Eustaches Meine kleinen Geliebten (1974) erzählt von einer unsentimentalen éducation sentimentale zwischen Fahrradwerkstatt und Zungenküssen. Jetzt kommt der Film neu restauriert wieder ins Kino.  Filmkritik 

Etwas ganz Besonderes

Ostdeutschland als opulentes Ensemblestück: In Etwas ganz Besonderes erzählt Regisseurin Eva Trobisch von einer thüringischen Familie, die zwischen DDR-Erbe, Wendeerfahrungen und Strukturkrise wieder zueinanderfinden will. Neue Hoffnung weckt ausgerechnet eine TV-Castingshow. Filmkritik 

In the Hand of Dante

Neu auf Netflix: Eitelkeit ohne Wagemut: Julian Schnabels In the Hand of Dante möchte einen literarischen Überklassiker mit den Mitteln des Lowbrow-Genrefilms bearbeiten – und verhebt sich dabei gewaltig. Filmkritik 

Not a Pretty Picture

Es war ihr wichtig, jemand zu besetzen, der dasselbe erlebt hat wie sie: Martha Coolidge drehte mit Not a Pretty Picture einen Film über ihre eigene Vergewaltigung als 16-Jährige. Eine kühne, teils schwer erträgliche Mischung aus fiktionalem Reenactment und dokumentarischer Reflexion. Jetzt kann man den neu restaurierten Film bei Mubi streamen. Filmkritik 

The Love That Remains

Sich trennen und den gemeinsamen Alltag doch nicht aufgeben, diesen Versuch unternimmt ein isländisches Paar in The Love That Remains. Hlynur Pálmasons Film interessiert sich dabei weniger für große Gefühle als für subtile Stimmungswechsel und das langsame Brüchigwerden von Vertrautem. Filmkritik 

Lach doch mal

Streaming-Tipp: Eine Waisenhausgeschichte in Moll erzählt die estnische Regisseurin Leida Laius in Lach doch mal (1985). Das Figurenensemble um die 16-jährige Mari ist darin engmaschig in gewaltförmige Verhältnisse verstrickt. Filmkritik 

Im Reich der Sinne

Nicht immer bedeutet Filmsex Spaß und gute Laune. Als Teenieparty-Mitbringsel war die VHS von Im Reich der Sinne (1976) wenig geeignet, musste unser Rezensent lernen. Zum 50. Jubiläum kehrt Nagisa Oshimas unnachgiebiger, grimmiger Realismus der Körper nun zurück in die Kinos. Filmkritik 

Europa

Streaming-Tipp: In seinem dritten Spielfilm Europa folgt der Italo-Iraker Haider Rashid einem Flüchtling über die türkisch-bulgarische Grenze. Inszeniert ist das als bitteres Abenteuer und filmische Achterbahnfahrt. Filmkritik 

Ich verstehe Ihren Unmut

Das Schicksal einer Managerin in einer Gebäudereinigung als Sinnbild für die Verwerfungen des modernen Arbeitsmarkts: Ich verstehe Ihren Unmut ist ein Film von nüchterner Intensität, der sich aber zum Glück ab und zu auch eine Kippenpause gönnt. Filmkritik