Liebesfilm

One Night Only

Eine dystopische Prämisse für eine retronostalgische RomCom: Will Glucks One Night Only spielt in einer Welt, in der Unverheiratete nur noch einmal im Jahr Sex haben dürfen. Der leichthändig inszenierte Film setzt dabei durchweg eher auf einwandfrei ausgespielte Slapstick-Gags als Gesellschaftskritik. Filmkritik 

Funeral Casino Blues

Zwei Irrlichter in Bangkok, die sich gegenseitig am Brennen halten: Roderick Warichs Funeral Casino Blues setzt vor allem auf Vibes. Leider bleibt das Meditative am Film weitgehend Behauptung. Filmkritik 

Drei Freundinnen

Drei Frauen und eine Handvoll Männer suchen, verlieren und finden die Liebe. Emmanuel Mourets neuer Film Drei Freundinnen ist ein Jenseitsbericht über Getriebene und Treibende, dem es gelegentlich an Widerstand und Gegengewicht fehlt. Filmkritik 

Drunken Noodles

Streaming-Tipp: In einer sommerlichen Traumwelt, die New York verblüffend ähnelt, trifft ein Student auf drei verführerische Männer. Lucio Castros sinnlich verspieltes filmisches Rätsel Drunken Noodles kreist um geisterhafte Begegnungen, melancholische Einsichten und die Schönheit flüchtiger Intimität. Filmkritik 

Meine kleinen Geliebten

Triebspiele statt Spieltrieb: Jean Eustaches Meine kleinen Geliebten (1974) erzählt von einer unsentimentalen éducation sentimentale zwischen Fahrradwerkstatt und Zungenküssen. Jetzt kommt der Film neu restauriert wieder ins Kino.  Filmkritik 

Im Reich der Sinne

Nicht immer bedeutet Filmsex Spaß und gute Laune. Als Teenieparty-Mitbringsel war die VHS von Im Reich der Sinne (1976) wenig geeignet, musste unser Rezensent lernen. Zum 50. Jubiläum kehrt Nagisa Oshimas unnachgiebiger, grimmiger Realismus der Körper nun zurück in die Kinos. Filmkritik 

Vier minus Drei

Ein tragischer Todesfall, der durch quietschbunte Clownereien verarbeitet wird: Adrian Goigingers Vier minus drei hat keine Berührungsängste mit dem Banalen und Rührseligen. Doch genau das macht ihn zu einem ungemein spannenden Film über Trauer. Filmkritik 

The Yards - Im Hinterhof der Macht

Mediatheken-Tipp: Per Feuertaufe ins Leben der Erwachsenen. In James Grays The Yards - Im Hinterhof der Macht landet ein eigenschaftsloser Mark Wahlberg in einem Mafiakrieg und kann sich auf nichts verlassen außer auf seinen Dackelblick. Filmkritik 

Enzo

Gleichermaßen sensibel und roh: Robin Campillos Enzo porträtiert fast intim dokumentarisch einen verschlossenen jungen Maurer, der von einem Kollegen aus seiner Komfortzone gelockt wird. Filmkritik 

Pillion

Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Filmkritik 

The Bride! - Es lebe die Braut

Regisseurin Maggie Gyllenhaal vernäht in ihrer Frankenstein-Neuinterpretation Stile und Genres zu einem Monster von einem Film. Kohärenz sucht man vergeblich, The Bride! lebt ganz von seiner Hingabe an den eigenen Irrsinn. Filmkritik 

Marty Supreme

Egotripping at the gates of hell. Das Leben ist in Josh Safdies Sport- und Scheißkerldrama Marty Supreme ein aggressiv-aufreibendes Tischtennismatch, ein rasend schnelles Hin und Her. Zum Glück gibt es den coolen, lebenslustigen Tyler the Creator und die stolze, abgeklärte Gwyneth Paltrow. Filmkritik 

Allegro Pastell

Hippes Sprachmaterial, attraktive Körper und gleitende, machmal allzu illustrative Bilder. Anna Rollers Allegro Pastell ist so offensiv zeitgeistig wie die Romanvorlage von Leif Randt – und wirkt doch wie aus ferner Vergangenheit. Filmkritik 

"Wuthering Heights" - Sturmhöhe

In Wuthering Heights spielt Emerald Fennell den Klassiker von Emily Brontë in einem Puppenhaus nach. Das Campige, das in ihrem Film steckt, kann sie dabei nie wirklich umarmen. Sex und Perversion bleiben künstlerische Geste und ironischer Spaß. Filmkritik 

No Good Men

Scheinbar eine klassische RomCom, wird No Good Men von der brutalen Wirklichkeit im Afghanistan nach Rückkehr der Taliban eingeholt. Die Verbindung von Realität und Fiktion verleiht dem Film eine Kraft, die über seine konventionelle Form hinausgeht. Filmkritik 

Ungeduld des Herzens

Frei nach dem gleichnamigen Stefan-Zweig-Roman erzählt Ungeduld des Herzens von der Begegnung zwischen einem Soldaten und einer querschnittsgelähmten jungen Frau. Hinter der scheinbar gefühlvollen Liebesgeschichte verbirgt sich die nuanciert ausgestaltete Charakterstudie einer Kontrollsucht.   Filmkritik 

White Snail

In Minsk sucht die junge Masha nach einer Zukunftsperspektive. Mit einem genauen Blick für die Dinge und Gesten des Alltags erzählt White Snail vom Leben in der Diktatur und der permanenten Spannung zwischen Selbstinszenierung und Selbstauslöschung. Filmkritik 

Plainclothes

Wohin schauen und wie lange? In der New Yorker Vorstadt der 1990er führt ein verdeckter Ermittler, der auf cruisende Schwule angesetzt wird, selbst ein Doppelleben zwischen Zweifel, Angst und unterdrückter Lust. Leider misstraut Plainclothes der Spannung, die schon allein in diesem Zwiespalt liegt. Filmkritik 

Die jüngste Tochter

Fatima beobachtet viel und schweigt viel. Hafsia Herzi verfilmt und verdichtet in Die jüngste Tochter gekonnt einen Roman über das lesbische Begehren einer jungen Frau, die in der Banlieu aufgewachsen ist. Filmkritik 

Dracula - Die Auferstehung

Verglichen mit Francis Ford Coppolas wilder, lüsterner Dracula-Adaption von 1992 ist Luc Besson neue Version ein skurriles Pop-Art Ding mit surrealen Frauentürmen, wahnwitzigen Gemütszuständen und unglaublicher Exzentrik. Leider gibt es noch einen priesterlichen Widersacher-Trübling, der den Film manchmal fast cockblockt. Filmkritik 

The Uniform

Taiwan Film Festival Berlin: Kleider machen Leute. Ai muss eine Uniform tragen, die sie als Schülerin zweiter Klasse stigmatisiert. Die Teenie-Komödie The Uniform erzählt vom enormen Druck des taiwanesischen Bildungssystems – und von einstürzenden Trennwänden. Filmkritik