Ein tragischer Todesfall, der durch quietschbunte Clownereien verarbeitet wird: Adrian Goigingers Vier minus drei hat keine Berührungsängste mit dem Banalen und Rührseligen. Doch genau das macht ihn zu einem ungemein spannenden Film über Trauer. Filmkritik
Mediatheken-Tipp: Per Feuertaufe ins Leben der Erwachsenen. In James Grays The Yards - Im Hinterhof der Macht landet ein eigenschaftsloser Mark Wahlberg in einem Mafiakrieg und kann sich auf nichts verlassen außer auf seinen Dackelblick. Filmkritik
Gleichermaßen sensibel und roh: Robin Campillos Enzo porträtiert fast intim dokumentarisch einen verschlossenen jungen Maurer, der von einem Kollegen aus seiner Komfortzone gelockt wird. Filmkritik
Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Filmkritik
Regisseurin Maggie Gyllenhaal vernäht in ihrer Frankenstein-Neuinterpretation Stile und Genres zu einem Monster von einem Film. Kohärenz sucht man vergeblich, The Bride! lebt ganz von seiner Hingabe an den eigenen Irrsinn. Filmkritik
Egotripping at the gates of hell. Das Leben ist in Josh Safdies Sport- und Scheißkerldrama Marty Supreme ein aggressiv-aufreibendes Tischtennismatch, ein rasend schnelles Hin und Her. Zum Glück gibt es den coolen, lebenslustigen Tyler the Creator und die stolze, abgeklärte Gwyneth Paltrow. Filmkritik
Hippes Sprachmaterial, attraktive Körper und gleitende, machmal allzu illustrative Bilder. Anna Rollers Allegro Pastell ist so offensiv zeitgeistig wie die Romanvorlage von Leif Randt – und wirkt doch wie aus ferner Vergangenheit. Filmkritik
In Wuthering Heights spielt Emerald Fennell den Klassiker von Emily Brontë in einem Puppenhaus nach. Das Campige, das in ihrem Film steckt, kann sie dabei nie wirklich umarmen. Sex und Perversion bleiben künstlerische Geste und ironischer Spaß. Filmkritik
Berlinale 2026 - Eröffnungsfilm: Scheinbar eine klassische RomCom, wird No Good Men von der brutalen Wirklichkeit im Afghanistan nach Rückkehr der Taliban eingeholt. Die Verbindung von Realität und Fiktion verleiht dem Film eine Kraft, die über seine konventionelle Form hinausgeht. Filmkritik
Frei nach dem gleichnamigen Stefan-Zweig-Roman erzählt Ungeduld des Herzens von der Begegnung zwischen einem Soldaten und einer querschnittsgelähmten jungen Frau. Hinter der scheinbar gefühlvollen Liebesgeschichte verbirgt sich die nuanciert ausgestaltete Charakterstudie einer Kontrollsucht. Filmkritik
In Minsk sucht die junge Masha nach einer Zukunftsperspektive. Mit einem genauen Blick für die Dinge und Gesten des Alltags erzählt White Snail vom Leben in der Diktatur und der permanenten Spannung zwischen Selbstinszenierung und Selbstauslöschung. Filmkritik
Wohin schauen und wie lange? In der New Yorker Vorstadt der 1990er führt ein verdeckter Ermittler, der auf cruisende Schwule angesetzt wird, selbst ein Doppelleben zwischen Zweifel, Angst und unterdrückter Lust. Leider misstraut Plainclothes der Spannung, die schon allein in diesem Zwiespalt liegt. Filmkritik
Fatima beobachtet viel und schweigt viel. Hafsia Herzi verfilmt und verdichtet in Die jüngste Tochter gekonnt einen Roman über das lesbische Begehren einer jungen Frau, die in der Banlieu aufgewachsen ist. Filmkritik
Verglichen mit Francis Ford Coppolas wilder, lüsterner Dracula-Adaption von 1992 ist Luc Besson neue Version ein skurriles Pop-Art Ding mit surrealen Frauentürmen, wahnwitzigen Gemütszuständen und unglaublicher Exzentrik. Leider gibt es noch einen priesterlichen Widersacher-Trübling, der den Film manchmal fast cockblockt. Filmkritik
Taiwan Film Festival Berlin: Kleider machen Leute. Ai muss eine Uniform tragen, die sie als Schülerin zweiter Klasse stigmatisiert. Die Teenie-Komödie The Uniform erzählt vom enormen Druck des taiwanesischen Bildungssystems – und von einstürzenden Trennwänden. Filmkritik
Intimität als pragmatische Transaktion: Celine Songs Was ist Liebe wert – Materialists betrachtet die Gefühlswelt seiner Figuren mit einer zunächst reizvollen Abgeklärtheit. Doch die Verlockungen der Rationalität führen den Film auf allzu abgesicherte Pfade. Filmkritik
Als ein Student stirbt, trauern seine Freunde – und heimlich auch seine Geliebte. Rúnar Rúnarssons Wenn das Licht zerbricht erzählt vom schlecht abgestimmten Trauern in der Gruppe und spielt geschickt mit dem Wissensgefälle der Figuren. Filmkritik
Ohne Sprache kommt die Liebe nicht aus: Die langsame Annäherung zweier Menschen wird in Oslo Stories: Liebe stets in die Wirklichkeit des Alltags eingebettet. Intimität und Vertrautheit bleiben erkennbar von dieser Welt – und erscheinen gerade dadurch als etwas Utopisches. Filmkritik
Schönheit, Jugend und Neapel: In Parthenope vereinen sich drei Obsessionen des für seine Hochglanzästhetik bekannten italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino. Leider verkommt dabei die weibliche Hauptfigur zum leeren Mythos. Filmkritik
Tollpatschig wie eh und je wirft sich die Titelheldin in Bridget Jones 4: Verrückt nach ihm ins Liebeschaos. Doch in den romantischen Überschwang mischen sich diesmal auch dunklere Noten von Trauer, Verlust und der Last des Älterwerdens. Filmkritik
Berlinale 2025 – Forum: Das komplizierte Gemisch aus Abhängigkeiten und Eigenbedürfnissen. Wie die gemeinsame oder fremde Sprache Körper verändern kann. Mit filmischer Anteilnahme porträtiert Ivette Löcker die problembeladene Beziehung eines österreichisch-gambianischen Liebespaars. Filmkritik