Neu auf MUBI: Ein romantischer Slapstick-Wirbelsturm im präkommunistischen China: Tsui Harks meisterlicher Shanghai Blues liefert Attraktionen im Sekundentakt, ist aber gleichzeitig von melancholischen Stimmungen durchzogen. Filmkritik
Das Opfer eines Hate-Crimes lässt sich auf eine Affäre mit seinem Peiniger ein. Der ursprüngliche Racheplan gerät in dem abgründigen Erotikthriller Femme jedoch bald in den Hintergrund. Filmkritik
Wenn auch ein safe word nichts mehr retten kann: Nicole Kidman und Harris Dickinson stürzen in Halina Rejns Babygirl in eine wilde SM-Affäre, die von einem beständig hin und her kippenden Machtgefälle befeuert wird. Die Mischung aus Kink und Cleverness ist dabei zugleich mutig und frustrierend. Filmkritik
Dreieinhalb Stunden lang, gegliedert wie eine Oper und konstruiert wie eine Kathedrale: Brady Corbets Der Brutalist ist ein Period Piece, das seine epochalen Fragen nicht nur auf die Architekturgeschichte projiziert, sondern vor allem auch auf Adrien Brodys expressives Gesicht. Filmkritik
Alte Geschichte in neuem Licht: Wicked stellt die Verhältnisse aus Der Zauberer von Oz auf den Kopf. Seine moralische Agenda macht Jon M. Chus Film über eine missverstandene Hexe etwas schwerfällig, als Musical schlägt er sich trotzdem erstaunlich gut. Filmkritik
So messy wie die Liebe: Alessandro Guidas Mascarpone 2 – The Rainbow Cake ist eine dezidiert schwule RomCom, die gerade deshalb funktioniert, weil sie ihren Vorgängerfilm nicht übertrifft. Filmkritik
Neu auf MUBI: Liebe und Einsamkeit auf drei Zeitebenen, Incel-Videos und die Angst vor dem Ende, das nicht kommt. Bertrand Bonellos The Beast assoziiert frei zu einer Kurzgeschichte von Henry James und lädt zum freien Assoziieren ein. Filmkritik
Eher widerwillig geht die Schriftstellerin Sidonie nach Japan. In Élise Girards Film tastet sich eine wie immer grandiose Isabelle Huppert durch eine Lesereise, in der sie bald zwischen ihrem japanischen Verleger und dem Geist ihres verstorbenen Ehemannes steht. Filmkritik
Den Schein wahren, bis eine Wahrheit durchscheint: In seinem Screwball-Krimi um die Affäre zwischen einem Fake-Hitman und seiner Fast-Auftraggeberin entlarvt Richard Linklater den Mythos des Auftragskillers und folgt umso lustvoller dessen realweltlichen Auswirkungen. Filmkritik
MUBI: Hitchcock-Hommage mit Wong-Kar-Wai-Vibes. Das formverspielte Neo-Noir-Märchen Suzhou River (2000) über zwei unglückliche Liebesgeschichten in Shanghai ist mehr als die Summe seiner Referenzen. Filmkritik
Auch in der Fortsetzung der Geschichte um die Liebenden Abby und Travis täuscht Roger Kumble die romantische Komödie nur an, um möglichst viel Spaß mit menschlichem Chaos und Pointenorkanen zu haben. Dafür erfindet Beautiful Wedding die Erotik des Scheiterns. Filmkritik
Neu auf Mubi: Von der Thalassotherapie zur Vogelimitation. Stephane Brizé schickt einen berühmten Schauspieler auf Kur und dann noch eine ehemalige Liebe hinterher. Zwischen uns das Leben ist ein Film über das aufrichtige Leben trotz notwendiger Kompromisse. Filmkritik
Seinen neuen Film schließt Luca Guadagnino weder hermetisch ab noch erstickt er ihn im eigenen Geltungsdrang. Challengers ist eine furiose Dreiecksgeschichte im Tennis-Milieu – mit dem Duft eines verschwitzen Schritts und dem Grinsen eines Jokers. Filmkritik
Mediatheken-Tipp: Nichts tut weh, aber alles ist unbehaglich, ein perfektes Vibrieren. Das Drehbuch von Claire Denis' neuem, in Nicaragua angesiedeltem Film Stars at Noon will sich mitteilen, wird aber immer wieder ausgebremst vom eigentümlichen Rhythmus eines Films, der sich für Motive mehr interessiert als für Ereignisse. Filmkritik
Neue globale Verflechtungen, geerdet in der Sinnlichkeit des Tees. Abderrahmane Sissako stellt der ökonomischen Globalisierung eine libidinöse zur Seite. Filmkritik
Neu auf DVD: Im selben Jahr wie Nosferatu drehte F.W. Murnau einen Film über eine Amour fou, die einen kleinen Angestellten Job, Ruf und Freiheit kostet. Statt vor einem Schreckgespenst mit Krallen erstarren die Leute in Phantom vor einer körperlosen Schönheit. Filmkritik
Ex-Soldat sucht Superwaffe und Familie: Gareth Edwards Sci-Fi-Epos The Creator kennt nur zwei mögliche Umgänge mit Künstlicher Intelligenz – komplette Auslöschung oder vollständige Akzeptanz. Filmkritik
Vielleicht weiß die deutsche Beziehungskomödie der 1990er Jahre von ihrer Zeit etwas, woran wir uns nicht mehr erinnern. Eine vom Filmkollektiv Frankfurt kuratierte Reihe widmete sich der Hochphase dieses Genres. Special
Ein Genie, sein Mann, und eine Affäre. In Passages inszeniert Ira Sachs ein zum Scheitern verurteiltes Beziehungsdreieck und bewegt sich unaufhörlich einem Abgrund entgegen. Nur Franz Rogowoski als selbstgerechter Regisseur scheint das nicht zu merken. Filmkritik
Axel Ranischs gendergeswappte Orpheus-Variation um eine erfolglose Opernsängerin im Call-Center deutet eine Modernisierung des Stoffes an, kommt aber vor allem in der Feier des Mythos von der Liebe zu sich. Filmkritik
Wes Anderson baut diesmal aus dem Reservoir des Science-Fictions-Genres ein neues fein justiertes Mikro-Universum mit Asteroidenkratern, Alienbesuchen und Atombombentests. Filmkritik