Pulse – Kritik
Streaming-Tipp: "Willst du einen Geist treffen?" Eine geheimnisvolle Internetseite lässt Menschen vereinsamen und schließlich verschwinden. Kiyoshi Kurosawas elegischer Horrorfilm Pulse (2001) läuft auf eine Apokalypse zu, die sich wie eine Erlösung anfühlt.

Im Jahr 2001 nimmt das Phänomen Internet Fahrt auf, um bald unser Leben zu durchdringen. Und vielleicht hat Regisseur Kiyoshi Kurosawa damals einen Blick in die Kristallkugel gewagt und vage eine Zukunft gesehen, in der Menschen mit der ganzen Welt verbunden sind und doch in den eigenen vier Wänden vereinsamen. Eine Zukunft der sozialen Netzwerke, die nicht der Verständigung dienen, sondern deren Algorithmen das gegenseitige Unverständnis nur vergrößern. Als sich in seinem Film Pulse (Kairo) jedenfalls der Student Ryosuke (Haruhiko Kato) das erste Mal ins Netz einwählt, übernehmen sofort die suizidalen Horrorbilder verlorener Mitnutzer seinen Bildschirm. Im letzten Viertel der Handlung endet alles in einer verschrobenen Apokalypse, aber der Weltuntergang fühlt sich bei Kurosawas Internetfilm wie eine Erlösung an. Davor ist Pulse elegisches Terrorkino, in dem Schatten, zunehmende Vereinsamung und die Unmöglichkeit zu verstehen, was hier los ist, für die Figuren in eine Welt des sich unaufhaltsam ausbreitenden Schreckens führen.
Der Film steht bis zum 31.03.2027 in der Arte-Mediathek.
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