Drama

9 Songs

Der Klimaforscher Matt (Kieran O’Brien) lernt in London die amerikanische Austauschstudentin Lisa (Margo Stilley) kennen und lieben. In seinem neuen Film versucht Michael Winterbottom, die Grenzen expliziter Sexualitätsdarstellung im Kino auszuweiten, vermag dabei aber nicht zu überzeugen. Filmkritik 

Napola – Elite für den Führer

Der Lehrer einer Eliteschule wird auf den Arbeitersohn Friedrich aufmerksam. Stolz ergreift der Junge die Chance, aus der beengenden Armut auszubrechen, aber die Schule hält für ihn eher Konflikte als Möglichkeiten bereit. Der als Pubertäts-Studie vielleicht nicht ganz misslungene Film trägt schwer an einem Dilemma: Er spielt im nationalsozialistischen Deutschland des Jahres 1942. Filmkritik 

Hautnah

Wer nach Ocean’s Twelve (2004) eigentlich eine Julia-Roberts-Pause einlegen müsste, kann dennoch entspannt in Hautnah gehen, denn es handelt sich nicht um ein Starvehikel für die junge Mutter. In der seltenen Konstellation mit drei weiteren, gleichgestellten Hauptdarstellern ist Roberts Teil eines Viererensembles. Neben ihr spielen Clive Owen, Jude Law und Natalie Portman in einer außergewöhnlichen Bühnenverfilmung. Filmkritik 

Die Brautjungfer

Zwischen Philippe (Benoit Magimel) und Senta (Laura Smet) entsteht in kürzester Zeit eine intensive, gar mystische Liebesbeziehung. Claude Chabrol inszeniert sie in einem Spiel mit den Konventionen der Komödie und des Thrillers, schafft damit aber kaum mehr als ein Übergangswerk. Filmkritik 

Das Erbe

Nach Die Bank (Bænken, 2000), dem ersten Film einer Trilogie über die dänische Gesellschaft, erzählt Per Fly nun, wie ein Industriellensohn (Ulrich Thomsen – Festen) sein Leben zugunsten der Fabrik seines Vaters opfert. Über ein bürgerliches Portrait hinaus erzählt Das Erbe den universellen Konflikt zwischen Selbstverwirklichung und Pflichtgefühl. Auf dem Festival von San Sebastian wurde der Film für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Filmkritik 

Sylvia

Gwyneth Paltrow spielt Sylvia Plath, eine der bedeutendsten amerikanischen Schriftstellerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie war mit dem englischen Lyriker Ted Hughes verheiratet und nahm sich mit nur 30 Jahren 1962 das Leben. Sylvia konzentriert sich jedoch zu sehr auf das Paar Plath/Hughes und verliert dabei manchmal die Titelheldin aus den Augen. Filmkritik 

Intime Fremde

Weil sie sich in der Tür geirrt hat, vertraut Anna dem Steuerberater William Faber ihre Eheprobleme an. Zwischen dem vermeintlichen Psychoanalytiker und seiner attraktiven Klientin entspinnt sich eine Beziehung voller Rätsel und erotischem Verlangen. Der Film besticht durch ein erstklassiges Schauspielerduo, enttäuscht aber durch manch plattes Klischee. Filmkritik 

Birth

Anna (Nicole Kidman) trauert ihrer verstorbenen Liebe hinterher und glaubt diese in einem zehnjährigen Jungen wiederzufinden. Reinkarnation ist jedoch nur vordergründig das Thema dieses Films, der den Fall einer liebeskranken Frau mit namhaften Schauspielern schildert, sich dabei allerdings über weite Strecken in einem Mystery-Rätsel verläuft und keine ästhetische Ausgewogenheit entwickelt. Filmkritik 

Birth

Jonathan Glazer versucht in seiner exzellenten zweiten Regiearbeit zu ergründen, wie weit der Glaube eines Menschen über seinen Verstand triumphieren kann. Nicole Kidman spielt die Witwe Anna, deren Leben aus den Fugen gerät, als ein kleiner Junge behauptet, die Wiedergeburt ihres verstorbenen Mannes Sean zu sein. Filmkritik 

Vom Himmel hoch

Der etwas dümmlich wirkende Provinzler Jérôme zieht in die Großstadt, um Geld für den Bauernhof zu verdienen. Schnell findet er Anschluss: Er arbeitet für die Stadt und freundet sich mit einem Obdachlosen an. Doch dann muss er miterleben, wie die Penner in Transportern aus der Stadt geschafft werden, um die Straßen sauber zu halten. Vom Himmel hoch (Quand tu descendras du ciel) überzeugt mit naturalistisch wirkenden Schauspielern und seiner sowohl unterhaltsamen als auch sozialkritischen Haltung. Filmkritik 

Northern Star

Wütend auf die Welt, einsam und entschlossen: Northern Star zeichnet ein ungewöhnlich reiches Portrait einer 18-Jährigen auf der Flucht vor sich selbst und ihrer alleinerziehenden Mutter. Schon allein die wenigen, oft wortkargen Szenen zwischen Mutter und Tochter lohnen den Kinobesuch, obwohl den Hauptteil die explizitere aber nicht minder ausdrucksstarke aufkeimende Liebe zu einem Jungen einnimmt. Filmkritik 

Oh Happy Day

Das beschaulich-langweilige Provinzleben einer dänischen Hausfrau und Mutter wird durch den Besuch eines Gospelkonzerts erschüttert – und als dann der berühmte Gospelchorleiter die Proben ihres kleinen Kirchenchors übernimmt, ändert das alles. Trotz einiger Längen und eines vorhersehbaren Endes eine recht sympathische Komödie, in der die Lebensprobleme ernst genommen werden. Filmkritik 

Wild Side

VoD: In Presque Rien (Sommer wie Winter…, 2000) erzählte Sébastien Lifshitz eine Initiationsgeschichte Homosexueller. In Wild Side ist es dem Regisseur erneut gelungen, in einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte von der Universalität der Gefühle zu erzählen. Filmkritik 

Samaria

Samaria ist eine ungewöhnliche und faszinierend moralische Geschichte über den Sündenfall, die Vergebung und nicht religiöse Nächstenliebe, deren Hauptplotelement Kinderprostitution nur als Aufhänger der Diskurse dient. Das spröde Werk des Koreaners Kim Ki-Duk bleibt gewollt unzugänglich und sperrig. Filmkritik 

En Garde

Ayse Polat erzählt in ihrem ersten Kinofilm die Geschichte einer Freundschaft zwischen der jungen, in sich gekehrten Alice und der Kurdin Berivan, die sich in einem Heim kennen lernen. Mit Hilfe der beeindruckenden Darsteller gelingt ihr dabei ein glaubhaftes Sozialporträt. Filmkritik 

Agata und der Sturm

Silvio Soldini hat nach seinem Erfolg Brot und Tulpen (Pane e tulipani, 2000) wieder sein altes Team um seine Muse Licia Maglietta zusammengeführt und eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Komödie über das Leben, die Liebe und die alltäglichen Verwicklungen gedreht. Filmkritik 

The Legend of the Evil Lake

Ein Feldherr muss im Korea des 9. Jahrhunderts den Kampf mit seiner von einem Dämonen besessenen Geliebten aufnehmen, um den Verfall des Königreichs zu verhindern. The Legend of the Evil Lake erweist sich als unausgegorener Genremix aus Fantasy-, Martial Arts-, Melodram- und Historienfilmelementen, der kaum mehr als triviale Unterhaltung bietet. Filmkritik 

Ein Zuhause am Ende der Welt

Der junge Bobby verliert im Kindesalter seine gesamte Familie und versucht diese, in der Jugend, wie im Erwachsenenstadium, auf unkonventionelle Weise zu ersetzen. Unausgewogene Literaturverfilmung nach Michael Cunninghams gleichnamigen Roman, die ihre inszenatorischen, wie dramaturgischen Schwächen auch durch das hervorragende Schauspielensemble um Colin Farrell nicht verdecken kann. Filmkritik 

Dina – Meine Geschichte

Ole Bornedal erzählt in seiner Verfilmung der literarischen Dina-Trilogie der norwegischen Autorin Herbjoerg Wassmo die Geschichte eines traumatisierten Mädchens, das ihr gesamtes Leben über Verluste definiert. Die pittoresken Bilder Norwegens im vorvergangenen Jahrhundert entschädigen dabei nicht für eine völlig dysfunktionale Narration. Filmkritik 

Die fetten Jahre sind vorbei

Nach seinem Debüt, dem psychologischen Drama Das weiße Rauschen (2001), überrascht Hans Weingartner jetzt mit einer politischen Komödie: Eine Gruppe junger Idealisten von heute entführt einen alten Idealisten von gestern – die Liebe spielt dabei aber die größte Rolle. Ein sehenswerter Film, der vor allem durch die schauspielerischen Leistungen überzeugt. Filmkritik 

Head in the Clouds - Mit dem Kopf in den Wolken

Head in the Clouds ist ein episches Liebesdrama vor dem tragischen Hintergrund des spanischen Bürgerkrieges und der Invasion Frankreichs durch die Nazis. Oscarpreisträgerin Charlize Theron durchlebt eine ménage à trois zwischen leidenschaftlichen Schicksalswegen der Liebe und politischem Kampf gegen den Faschismus. Atmosphärisch gut inszeniertes Kino im Hollywoodformat mit leichten Schwächen in der Charakterzeichnung. Filmkritik