Zwei Tage und Nächte im Leben einer Selbstmordattentäterin: Day Night Day Night, Julia Loktevs Independent-Beitrag zur Terrorismusdebatte, überrascht in seinen besten Momenten mit einer argumentativen und formalen Enthaltsamkeit. Filmkritik
Amos Gitais neuer Film versucht vor dem Hintergrund eines familiären Dramas auf das politisch-öffentliche Elend aufmerksam zu machen. Während der Beginn des Films zu plakativ wirkt, verliert er sich später in den Wirren der Ereignisse. Filmkritik
Luxuriöser Lebensstil, privilegierte soziale Stellung, liebgewonnene Vorurteile: Alles hinüber, wenn der Job weg ist. Silvio Soldinis neuer Film porträtiert eine Ehe in Zeiten der Arbeitslosigkeit. Filmkritik
Nicht einfach, die Nachbarin eines israelischen Ministers zu sein. Lemon Tree erzählt eindrücklich die süßsaure Geschichte einer palästinensischen Frau, deren Zitronenhain plötzlich zum Politikum wird. Filmkritik
In kunstvollen Ellipsen erzählt Emily Atef die Geschichte einer Frau, die aufgrund einer psychischen Krise nach der Schwangerschaft ihr Kind ablehnt. Mittels ihrer Dramaturgie der Andeutung erschafft sie einen Schwebezustand zwischen Traum und Wirklichkeit. Filmkritik
Berlin bei Nacht: In Andreas Morells Episodenfilm Unschuld stehen das menschliche Streben nach Zweisamkeit und Glück, sowie die Unmöglichkeit dieses zu erreichen, im Mittelpunkt. Un-schuldig ist in diesem Film niemand. Filmkritik
„Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen“, behauptete Schopenhauer. Nach einer Flugzeugkatastrophe pokert eine Handvoll Menschen mit hohen persönlichen Einsätzen und tragischem Ausgang. Filmkritik
Ein geniales Couscous-Rezept, der Traum vom eigenen Restaurant und eine Symphonie an überlappendem Dialog: In Abdellatif Kechiches drittem Film wird das Erzählen gefeiert. Filmkritik
Garth Jennings macht komplexes Kinderkino mit subtilem Wumms: Als Sohn von Rambow rettet ein kleiner Junge seinen Filmhelden, seinen besten Freund und womöglich sich selbst. Filmkritik
In Christophe Honorés modernem Großstadtmusical singt sich Louis Garrel als bourgeoiser Casanova durch die Höhen und Tiefen seiner Beziehungen. Filmkritik
Durch zahlreiche Plansequenzen und feste Einstellungen schafft Joachim Lafosse in seinem dritten Spielfilm Zeit und Raum für das präzise Spiel seiner Darsteller und verleiht somit dem belgischen Familiendrama Intensität und Spannung. Filmkritik
Die Rumänin Bica glaubt in Düsseldorf bei einem Taschendiebring einen Familienersatz und Wohlstand zu finden. Aber ihr wird übel mitgespielt und sie beginnt einen schweren Kampf, um ihre Haut zu retten. Filmkritik
Aus Philip Roths Roman über die Macht und den Verfall des Körpers hat Isabel Coixet ein anständiges Beziehungsdrama gemacht, in dem zu melancholischen Klavierklängen stilvoll begehrt und gelitten wird. Filmkritik
Grace is Gone ist eine filmische Beschreibung der Leerstelle, die nach dem Tod eines Menschen entsteht. Filmkritik
Mubi: Die Suche nach einem verlorenen Fahrrad gestaltet sich für einen Vater und seinen Sohn zum Alptraum. Auch sechzig Jahre nach seiner Entstehung hat Vittorio De Sicas einflussreiches Meisterwerk nichts von seiner Schlagkraft verloren. Filmkritik
Eine Metropole vereint Gegensätze: Ein alternder Professor tanzt für seine Studentin à la John Travolta und ein junger Tänzer erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat. Cédric Klapisch weiß es zu erzählen. Filmkritik
Liebe und Sex jenseits der 60. Andreas Dresens in Cannes gefeiertes Werk ist ein Stück deutsches Kino von phänomenaler Kraft. Filmkritik
VoD: Eine Autobombe und drei Pferde retten einen Anwalt aus dem Sumpf der Korruption. In seinem Regiedebüt erzählt Tony Gilroy vom moralischen Erwachen eines berufsmäßigen Skandal-Vertuschers. Filmkritik
Mike Leigh richtet sich in seinem neuen Film gegen die Verdrießlichkeit eines Kitchen-Sink-Realismus: Happy-Go-Lucky ist ein rigoroses Plädoyer für Optimismus und Lebensfreude. Filmkritik
Mein Vater, der Tyrann. In Dennis Lees prominent besetztem Familiendrama dreht sich alles um einen langjährigen Vater-Sohn-Konflikt. Filmkritik
Nach Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire, 1951) und Der Wilde (The Wild One, 1953) spielte sich Marlon Brando mit Die Faust im Nacken (On the Waterfront, 1954) vollends in die erste Liga der jungen Hollywoodschauspieler und machte das Method-Acting salonfähig. TV-Empfehlung