Birthday
Ein Film wie eine mit Tesafilm geflickte Mixkassette: In Hisayasu Satōs Birthday begegnet ein Junge mit allerlei psychosexuellen Absonderlichkeiten in der Familie einem coolen Mädchen, das sich mit 20 in die Luft sprengen will. Filmkritik
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Ein Film wie eine mit Tesafilm geflickte Mixkassette: In Hisayasu Satōs Birthday begegnet ein Junge mit allerlei psychosexuellen Absonderlichkeiten in der Familie einem coolen Mädchen, das sich mit 20 in die Luft sprengen will. Filmkritik
VoD: Eine lang vergessene Sternstunde des deutschen Nachkriegsfilms endlich auf Blu-ray. Helmut Käutners Schwarzer Kies (1961) ist ein einzigartiger Mix aus Milieustudie, Liebesfilm, Arbeiterdrama, Period Piece und Film noir – und wirft Blicke in ein tief gespaltenes Land. Filmkritik
Ein Bankraub, ein Gangsterrivale auf den Fersen und ein aufmüpfiges Tingeltangelgirl als Komplizin. Alles geht gut für Fingers in Tod Brownings Outside the Law. Bis er weihnachtsbeseelt die Welt zu sich einlädt, und diese auch noch kommt. Filmkritik
Identität als Heimsuchung und ewiger Zweifel: In Philippe Liorets Die kanadische Reise irrt ein junger Mann erst der eigenen Abstammung nach und schreibt dann doch selbst das Szenario seiner Herkunft. Filmkritik
Katharsis auf Magnetband: In Turtle Vision folgt ein Voyeur mit Kamera einer Schlafwandlerin mit Skalpell. Die Folgen ihres Aufeinandertreffens formt Hisayasu Satō zu einem verstörenden Misswuchs aus Technologie und Trauma. Filmkritik
Von überall tönt es #metoo: Yeşim Ustaoğlu führt in Clair Obscur das Schicksal zweier unterschiedlicher Frauen in der Türkei zusammen, möchte auf die Universalität weiblicher Erfahrung hinaus – und flüchtet doch vor der entscheidenden Frage. Filmkritik
Die Last des Sehens und die Freiheit des Nicht-Sehen-Müssens – Barbara Alberts Licht blickt ins Antlitz der blinden Pianistin Maria Paradis. Was sie alles am eigenen Leib über gesellschaftliche Zwänge erfährt, hebelt der Film dabei immer wieder aus. Filmkritik
Babylon ist in Neukölln und Marvin Krens Gangsterepos 4 Blocks die beste deutsche Serie seit Langem. Eine Würdigung zum DVD-Release und zum Free-TV-Start auf ZDF neo. Filmkritik
Warum Geschichte nicht als Actionfilm inszenieren? In Detroit versteht Kathryn Bigelow die Race Riots aus dem Jahr 1967 nicht als Geste schwarzer Selbstermächtigung – und setzt in ihrem Film doch auf die totale Mobilisierung, auch die des Zuschauers. Filmkritik
Er nun wieder: Richard Linklater erzählt in Last Flag Flying gewohnt uneitel vom Wiedersehen dreier Vietnam-Veteranen anno 2003. Sein Film ist politischer als so manch andere, die das in diesem Jahr sein wollten. Filmkritik
Mythische Meerwesen gegen einen Milliardär, der ihr Habitat bedroht: In The Mermaid stürzen sich Öko-Message und Genrespaß Hand in Hand ins Spektakel. Filmkritik
Wer die Hüllen fallen lässt, lässt noch lange keine Konventionen fallen: Der österreichische Regisseur Lukas Valenta Rinner erkundet in Die Liebhaberin gesellschaftliche Nischen und fragt, wer eigentlich frei ist. Filmkritik
Ziellos dahindriften: In Sollers Point spielt der US-Regisseur Matthew Porterfield mit Gangsterfilm-Versatzstücken – und interessiert sich auf seinem Streifzug durch ein Amerika der Abgehängten teils überraschend wenig für seinen Protagonisten. Filmkritik
Wunsch, Wirklichkeit und die Anarchie dazwischen: Patti Cake$ bringt eine weiße Gangsta-Rapperin auf die Bühne und gefällt sich dabei ganz schön in seiner Indie-Smartness, spannt aber auch einen netten musikutopischen Horizont auf. Filmkritik
Der Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Trotz Hauptfigur mit Weltkriegstrauma interessiert sich Babylon Berlin mehr für die Vorahnung des Kommenden. In den Straßenschlachten des Blutmai findet der erzählerische Druckkessel der Serie erstmals ein Ventil. Filmkritik
Dreckige Naturromantik: Francis Lees God's Own Country lotet die Grenzen zwischen schönen, aber einsamen Landschaften und den sich in ihr aufhaltenden Körpern aus. Die Geschichte einer Transformation in Zeiten des Brexit. Filmkritik
Ein Zombiefilm fast ohne Zombies. Das post-apokalyptische Kammerspiel It Comes at Night von Trey Edward Shults gehört zu den wichtigsten Werken einer neuen Welle anspruchsvoller US-amerikanischer Indie-Horrorfilme. Filmkritik
Nach ihrem tollen Debütfilm It Felt Like Love erhält sich Eliza Hittman ihren intimen Blick auf männliche Körper, verschiebt ihr Interesse aber auf ein Begehren, das sich verstecken muss. Das hat dramat(urg)ische Folgen für ihr Kino des Unsouveränen. Filmkritik
Viele Gangster gegen eine Frau. Özgür Yildirim hat sich ins Zeug gelegt, nicht nur die Geschichte von strauchelnden Männern zu erzählen. Und wenn Birgit Minichmayr im Bild ist, hat Moritz Bleibtreu ohnehin keine Chance. Filmkritik
In seinem letzten großen Einsatz fürs Kino gerät Harry Dean Stanton ins Grübeln über Leben und Tod. Inzwischen grämt sich David Lynch in einer Nebenrolle um seine entlaufene Landschildkröte. Filmkritik
VoD: Nicht einmal die Trauer um einen geliebten Menschen versöhnt das Unversöhnliche, und die Bilder und Geräusche stehen sich ständig im Weg. Nelson de los Santos Arias hat einem Film gemacht, in dem nichts zusammengeht. Da bleibt nur Gewalt. Filmkritik