3 Tage in Quiberon
Eine Ikone des Leidens, hinter der der lebendige Mensch unsichtbar bleibt: 3 Tage in Quiberon durchschaut dieses Konstrukt, doch dem schönen Bild der traurigen Romy Schneider kann auch er nicht widerstehen. Filmkritik
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Eine Ikone des Leidens, hinter der der lebendige Mensch unsichtbar bleibt: 3 Tage in Quiberon durchschaut dieses Konstrukt, doch dem schönen Bild der traurigen Romy Schneider kann auch er nicht widerstehen. Filmkritik
Massenmord als Attraktion: Erik Poppe inszeniert in U – July 22 das Breivik-Attentat als eine Geisterbahnfahrt über den Tatort. Seine Schauwerte: Sterbende Jugendliche und Kinderleichen, auf denen Telefone klingeln. Filmkritik
Das hektische Abstoßen der Herrscherwürde: The Real Estate nutzt Immobilienblase und Wohnungsknappheit auf vage und konfuse Weise als Assoziationsfelder. Dabei ist er von seiner Hauptfigur so bedingungslos fasziniert, dass er sie gar nicht erst richtig greifbar werden lässt. Filmkritik
Grobe Jungs üben sich in transzendentalem Gesang. In Auferstehen erzählt Cédric Kahn von einem Ex-Junkie, der zu Gott findet – und gibt der Religion dabei ihre Sinnlichkeit wieder. Filmkritik
Aleksei German Jr. zeigt uns ein paar Tage aus dem Leben von Sergei Dovlatov und künstlerischer Intelligenzija in der Sowjetunion Anfang der 1970er Jahre – und will uns mit viel Kunstwillen erzählen, dass ein wahrer Künstler verkannt sein müsse. Filmkritik
Zum ewigen Dasein auf der Durchreise verdammt. In Christian Petzolds Adaption von Anna Seghers’ Exilroman Transit ist Marseille kein realer Ort, sondern ein Fegefeuer, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr voneinander trennen lassen. Filmkritik
Fake-Dramatist trifft Edelprostituierte gerade rechtzeitig zur nächsten Deadline. Benoît Jacquot hat mit Eva einen Roman aus den 1940er Jahren adaptiert, mit für seine Verhältnisse wenig Legato. Filmkritik
Mann oder Frau, Körper oder Geist, zwei Figuren oder eine? Yet to Rule setzt den Zwiespalt auf den Richterstuhl – mit nicht gerade subtiler Symbolik, aber unheimlicher Wirkung. Filmkritik
Und sie flammte. Der französische Regisseur Serge Bozon lässt einen Blitz auf eine Physiklehrerin einschlagen und reinszeniert den seltsamen Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Filmkritik
My French Film Festival: Camping-Horror, geflüstert. Gilles Marchands Im Wald schickt das Genre zurück ins psychologische Unterholz und verschafft sich mit leisen Tönen Gehör. Filmkritik
Ein Dorf, drei Frauen, drei Männer, drei Vergewaltigungen. Zhang Miaoyans Krimi Silent Mist interessiert sich weniger für die Suche nach dem Täter als für die Geschlechterverhältnisse im chinesischen Dorfleben. Filmkritik
Eine Sternstunde des Journalismus als seelischer Überlebenskampf: Steven Spielberg kämpft in Die Verlegerin mit der tiefen Verunsicherung des journalistischen Standes – und ruft aus lauter Verzweiflung am Ende nach den Founding Fathers. Filmkritik
„Haha! What a story, Mark!“ – James Francos The Disaster Artist über den „schlechtesten Film aller Zeiten“ will selbst gar kein eigenständiger Film sein. Aber der Mond ist ja auch ganz schön, obwohl er nicht aus eigener Kraft leuchtet. Filmkritik
Relevanz durch Ignoranz: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri will mehr sein als nur ein Kultfilm. Seine sieben Oscar-Nominierungen sagen aber vielleicht mehr über das gegenwärtige Hollywood aus als der Film selbst über den state of the nation. Filmkritik
Vielleicht war’s das, vielleicht verbirgt sich noch etwas dahinter. Paul Thomas Anderson erzählt in Der seidene Faden, wie eine Frau mit Taktik und ein Mann mit Ödipus-Komplex zueinander finden. Filmkritik
Klein, aber egal: Alexander Payne interessiert sich für die Prämisse seiner Schrumpf-Utopie Downsizing gar nicht so richtig. Umso besser für uns. Filmkritik
VoD: Wo Arthouse war, soll Es werden. Amat Escalante platziert in The Untamed ein paar riesige Tentakel in einem Wald und lässt sie Menschen befriedigen. Filmkritik
Im farbenfroh auf die Leinwand gemalten Vergnügungspark von Coney Island jongliert Woody Allen in Wonder Wheel sehr gemächlich und genügsam mit vertrauten Versatzstücken seines Werkes. Der Sohn der Hauptfigur will alles in Brand stecken. Filmkritik
Tief in den Wäldern Bhutans tragen die Mitglieder eines Geheimbunds rituelle Masken und zelebrieren ein Leben ohne Gesetze. Hema Hema: Sing Me A Song While I Wait entfesselt ein Spiel wohliger Angstlust, das sich auch von Vergewaltigung und Mord nicht stoppen lässt. Filmkritik
Streaming-Tipp: Deutschland, deine Genrefilme. Während US-Horrorregisseure ihre Zuschauer im Geisterbahn-Stil erschraken, drehte ein gerade mal 25-jähriger Filmhochschul-Absolvent einen suggestiven, ja verführerischen Film. Laurin ist von urwüchsiger Schönheit. Filmkritik
Der Projektor im Gebetssaal: Zwischen Mythologie und Realismus siedelt Aktan Arym Kubat seinen neuen Film Die Flügel der Menschen an, und bringt gegen den Einzug des Fundamentalismus in sein Land nicht zuletzt das Kino selbst in Stellung. Filmkritik