Drama

The Cassandra Crossing – Treffpunkt Todesbrücke

Der Europudding unter den Seuchenfilmen: In The Cassandra Crossing (1976) bewegt sich eine Krankheit in einem Fernzug von Genf in Richtung Stockholm und bleibt ein Problem der Ersten Klasse, während zwei alternde Filmstars voller Hoffnung auf einen schlappohrigen Hund starren. Filmkritik 

Vigil in the Night

Die Oberin, ihre Schwesterntruppe und ein überkorrekter Arzt: In George Stevens’ Vigil in the Night (1940) handeln die Frauen und verblassen die Männer, während eine Pockenepidemie ihren Weg aus den Nachrichten in eine heruntergesparte Intensivstation findet. Filmkritik 

Isadoras Kinder

Neu auf VoD: Die Tänzerin Isadora Duncan schrieb die Choreografie Mother nach dem Tod ihrer Kinder. Vier Frauen wollen das Stück in ihre Lebenswelt übersetzen. Isadoras Kinder ist ein Gespensterfilm über den Verlust als Band, das Zeiten und Menschen verbindet. Filmkritik 

Die weiße Krankheit

Stream: Ein Virus, der zuerst in China aufgetreten ist, sich durchs Händeschütteln verbreitet und ältere Menschen gefährdet. Der tschechoslowakische Film Die weiße Krankheit (1937) evoziert aktuelle Schlagzeilen, nutzt die Seuche aber vor allem als Perspektive auf Krieg und Diktatur. Filmkritik 

Virus

Das Virus als Brandbeschleuniger des Kalten Krieges: Kinji Fukasakus Seuchenblockbuster irrlichtert zwischen Utopie und Totalresignation. Zuletzt setzt er im ewigen Eis die Geschlechterverhältnisse auf null. Filmkritik 

Suk Suk

Zärtliche Verbindung zwischen zwei älteren Männern in Hongkong: Mit Suk Suk bringt uns Ray Yeung eine fast unmögliche Lebensrealität so nah wie nötig. Filmkritik 

Die Zahlen

Der Ukrainer Oleg Sentsov saß nach einem politischen Schauprozess fünf Jahre in russischen Gefängnissen. Von dort aus arbeitete er an seinem neuen Film Die Zahlen, der sich aber eher mit Gott als mit Putin befasst. Filmkritik 

Doch das Böse gibt es nicht

Töten als Knopfdruck nach dem morgendlichen Kaffee: Mohammad Rasoulof exerziert in vier Episoden die Praxis der Todesstrafe im Iran durch. Moralische Fragen sind in Doch das Böse gibt es nicht nur solche der Umsetzung. Filmkritik 

Shirley

Zwei wohlhabende Literaten laden ein junges Paar ein, bei ihnen zu wohnen, und saugen ihnen nach und nach Energie und Liebe ab. In Shirley hilft Josephine Decker einer Horrorbuch-Autorin über eine Schreibblockade hinweg. Filmkritik 

The Assistant

Neu auf DVD: Kitty Greens als #metoo-Film angekündigter The Assistant skandalisiert nicht den Extremfall, sondern erschüttert mit zitternden Händen einen jungen Glauben an Gerechtigkeit. Filmkritik 

Days

VoD: Im Lärm der Großstadt nähern sich die Bewegungen zweier Männer, nicht zielgerichtet, aber unablässig. In Tsai Ming-Liangs Days könnte man die Schnitte problemlos mitzählen, wäre man nicht von seiner kaum wahrnehmbaren Strömung gefangen. Filmkritik 

DAU. Natasha

Kann man ein Werk bejubeln, das eine solche gewaltvolle Produktionsgeschichte um Regisseur Ilya Khrzhanovskiy hinter sich hat? Angesichts von DAU. Natasha, dem ersten filmischen Auszug aus dem Projekt, stellt sich dieses Problem kaum. Filmkritik 

Sweet Thing

Alexandre Rockwell nimmt eine früh beschädigte Jugend mit Glücksmomenten in den Blick. Sweet Thing ist ein Close-up-Film, in dem Farbtupfer und Fantasien erhalten bleiben, aber auch der Sprung ins Meer kein Ausweg ist. Filmkritik 

Berlin Alexanderplatz

Aus dem Knasti Franz Biberkopf wird der Geflüchtete Francis aus Bissau. Von dessen Versuchen, in der deutschen Gegenwart anzukommen, erzählt Berlin Alexanderplatz episch breit, stylish realistisch und mit klassischem Orchesterscore. Filmkritik 

Schwesterlein

Der Film betrauert Lars Eidingers todkranke Figur und schmeichelt dabei vor allem ihrem realen Vorbild. Doch sobald Schwesterlein sich auf die Titelfigur konzentriert, entwickelt er eine stille, drängende Intensität. Filmkritik 

Niemals Selten Manchmal Immer

Eliza Hittman erzählt die Geschichte einer Abtreibung als Variation auf den romantischen Teenage-New-York-Trip. In Niemals Selten Manchmal Immer geht es nicht um Entscheidungen oder Planung, sondern ganz allein um Durchführung. Filmkritik 

Funny Face

Schon wieder die Liebe und die Stadtentwicklung: Tim Suttons Funny Face schenkt zwei Outsidern eine schöne Begegnung und schickt sie dann in den Kampf gegen die Gentrifizierung Brooklyns. Filmkritik 

Siberia

Siberia erteilt Willem Dafoe einen Heilsbefehl, und der schreitet fortan durch eisige Gebürge und sengend heiße Wüsten. Für Abel Ferrara ist Selbstfindung ein heroisches Unterfangen. Filmkritik 

Faith

MUBI: Glatzköpfiger Übervater, selbsternannte Krieger des Lichts und emotionaler Beistand von Disney's Mulan. Valentina Pedicins Faith zeigt das Ergebnis einer 20 Jahre währenden Selbsterfindung einer italienischen Sekte – mit allem was dazugehört. Filmkritik