Neu im Kino

Gavagai – Kritik

D, F 2025. Regie: Ulrich Köhler. Mit: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert
Start:

Akkurate Metaschleifen, die nur sehr gelegentlich Sehgewohnheiten herausfordern. Ulrich Köhler begibt sich mit Gavagai an ein afrikanisches Filmset und damit in ein autobio- wie autofilmografisches Spiegelkabinett. Kritik 

Der Teufel trägt Prada 2 – Kritik

USA 2026. Regie: David Frankel. Mit: Anne Hathaway, Emily Blunt
Start:

Mit dem Pöbel Eco fliegen. Der Teufel trägt Prada 2 widmet sich eher den realen Bedingungen der Modeindustrie als den Fantasien, die sie hervorbringt. Und wird am Ende doch noch zum Märchen, in dem die Erhabenheit der klassischen Fashionwelt gegen kulturlose Tech-Bros verteidigt wird. Kritik 

Rose – Kritik

Ö 2026. Regie: Markus Schleinzer. Mit: Sandra Hüller, Caro Braun
Start:

Im Schatten des Dreißigjährigen Kriegs lebt eine als Soldat verkleidete Frau im Kampf um ein selbstbestimmtes Leben jeden Tag gegen sich selbst an. Die strenge, konsequente Form und Sandra Hüllers nüchtern kontrolliertes Schauspiel lassen kleinere Schwächen von Rose vergessen. Kritik 

Michael – Kritik

GB, USA 2026. Regie: Antoine Fuqua. Mit: Miles Teller, Colman Domingo
Start:

Das verträumte Genie, das zum Superstar gedrillt und umoperiert wird: Es steckt viel drin in Antoine Fuquas Michael-Jackson-Biopic, das 1988 und damit gnädig früh endet. Leider begräbt Michael alle seine interessanten Ansätze unter einem Schrottberg aus Pop-Trivia. Kritik 

Rosebush Pruning – Kritik

D, IT, E, GB 2026. Regie: Karim Aïnouz. Mit: Elle Fanning, Callum Turner
Start:

Karim Aïnouz’ Rosebush Pruning hat einen tollen, hochpräzise aufspielenden Cast und einige meisterlich inszenierte Szenen. Leider kommt am Ende dennoch nur eine weitere nihilistische Eat-the-Rich-Satire ohne große Überraschungen heraus. Kritik 

Paris Murder Mystery – Kritik

F 2025. Regie: Rebecca Zlotowski. Mit: Virginie Efira, Jodie Foster
Start:

Die Wahrheit findet sich im Zwischenmenschlichen: Rebecca Zlotowskis Paris Murder Mystery ist weniger Krimi als Psychogramm einer Frau, die ihr Gefühlsleben hinter einem Schutzpanzer verbirgt. In der Hauptrolle: Jodie Foster, die hauptsächlich Französisch spricht.  Kritik 

Das Glück der Tüchtigen – Kritik

D 2025. Regie: Franz Müller. Mit: Almourad Aldeeb, Cem Aydin
Start:

Die Kölner Familie, die man schon aus Die Liebe der Kinder kennt, steht auch im Zentrum von Das Glück der Tüchtigen. Doch Franz Müllers Film funktioniert auch ohne Kenntnis des Vorgängers. Gesellschaftliche Zwänge treffen hier auf unverhoffte Momente der Freiheit und jede Begegnung bietet die Chance auf einen Neuanfang. Kritik 

Vier minus Drei – Kritik

Ö 2026. Regie: Adrian Goiginger. Mit: Valerie Pachner, Robert Stadlober
Start:

Ein tragischer Todesfall, der durch quietschbunte Clownereien verarbeitet wird: Adrian Goigingers Vier minus drei hat keine Berührungsängste mit dem Banalen und Rührseligen. Doch genau das macht ihn zu einem ungemein spannenden Film über Trauer. Kritik 

Allegro Pastell – Kritik

D 2026. Regie: Anna Roller. Mit: Martina Gedeck, Jannis Niewöhner
Start:

Hippes Sprachmaterial, attraktive Körper und gleitende, machmal allzu illustrative Bilder. Anna Rollers Allegro Pastell ist so offensiv zeitgeistig wie die Romanvorlage von Leif Randt – und wirkt doch wie aus ferner Vergangenheit. Kritik 

Wanda – Kritik

USA 1970. Regie: Barbara Loden. Mit: Barbara Loden, Michael Higgins
Start:

Ein Film ohne Ziel und ohne Heldin, der seine antriebslose Hauptfigur durch ein verwahrlostes Amerika begleitet. Barbara Lodens einzige Regiearbeit Wanda (1970) ist ein Glücksfall der Filmgeschichte und wäre um ein Haar verschollen. Nun kommt er wieder ins Kino. Kritik 

Kleine Freiheit – Kritik

D 2003. Regie: Yüksel Yavuz. Mit: Cagdas Bozkurt, Necmettin Çobanoglu
Start:

Kleine Freiheiten im unfreien Leben: Yüksel Yavuz’ Film von 2003 über die Freundschaft zweier in Hamburg gestrandeter Jungs ohne Papiere kommt noch einmal neu restauriert ins Kino. Ein echter Glücksfall. Kritik 

Direct Action – Kritik

F, D 2024. Regie: Guillaume Cailleau, Ben Russell
Start:

Ben Russell und Guillaume Cailleau haben über zwei Jahre lang eine aktivistische Community in Frankreich beobachtet. Direct Action ist ein langsamer Film, der weiß, wie lange politische Arbeit dauert. Kritik 

The History of Sound – Kritik

USA 2025. Regie: Oliver Hermanus. Mit: Paul Mescal, Peter Mark Kendall
Start:

Musik als Speicher eines vergangenen Lebens: The History of Sound zeichnet in kontemplativen Bildern Lebensstationen des Sängers Lionel von den 1910ern bis in die 1980er-Jahre nach. Und betrachtet den langen Nachhall einer nur kurzen, aber umso innigeren Beziehung. Kritik 

Sicario – Kritik

USA 2015. Regie: Denis Villeneuve. Mit: Emily Blunt, Josh Brolin
Start:

Zwischen Mexiko und den USA herrscht ein erbarmungsloser Drogenkrieg. Denis Villeneuves Film ist dann am besten, wenn er an der Grenze spielt. Kritik 

Enzo – Kritik

F 2025. Regie: Robin Campillo. Mit: Eloy Pohu, Pierfrancesco Favino
Start:

Gleichermaßen sensibel und roh: Robin Campillos Enzo porträtiert fast intim dokumentarisch einen verschlossenen jungen Maurer, der von einem Kollegen aus seiner Komfortzone gelockt wird. Kritik 

Alpha – Kritik

F, B 2025. Regie: Julia Ducournau. Mit: Emma Mackey, Golshifteh Farahani
Start:

Das Spektakel des Fleisches in maximaler Größe. Nach Raw und Titane bleibt Julia Ducournau dem Body Horror treu. Alpha vermischt eine globale Pandemie mit dem privaten Leiden an einer Drogensucht. Kritik 

Blue Moon – Kritik

USA 2025. Regie: Richard Linklater. Mit: Margaret Qualley, Andrew Scott
Start:

Von der französischen Neuen Welle ins US-amerikanische Theater: Richard Linklater erzählt in Blue Moon vom Broadway-Autoren Lorenz Hart, der am Abend der Premiere eines konkurrierenden Musicals über sein Leben nachdenkt. Ein elegantes Kummerspiel über Partnerschaften aller Art. Kritik 

A Useful Ghost – Kritik

TH, SGP, D, F 2025. Regie: Ratchapoom Boonbunchachoke. Mit: Davika Hoorne, Apasiri Nitibhon
Start:

Ein Mann betrauert den frühen Tod seiner Ehefrau, bis sie ihm als Staubsauger wieder erscheint. Mit einem Gefühl für trockene Komik und tragischen Ernst erzählt Regisseur Ratchapoom Boonbunchachoke von einer Geisterbegegnung in Form einer gesellschaftskritischen Parabel über Gedächtnis und Geschichte. Kritik 

Pillion – Kritik

USA 2025. Regie: Harry Lighton. Mit: Alexander Skarsgård, Harry Melling
Start:

Alexander Skarsgård als hünenhafter Biker, von dem man sich gerne die Kette um den Hals legen lässt: Harry Lightons Pillion ist in seiner Darstellung einer SM-Beziehung um Authentizität bemüht und hat ein gutes Gespür für seine brüchigen Figuren. Nur dem Genuss der Knechtschaft kann er sich nicht so ganz hingeben. Kritik 

sr – Kritik

D 2024. Regie: Lea Hartlaub. Mit: Dorothee Elmiger, Verena Hahn
Start:

Weit sind sie herumgekommen mit ihrem langen Hals. Höflich beobachtend sammelt Lea Hartlaubs Dokumentarfilm sr in der Welt und der Kulturgeschichte Giraffen ein. Kritik 

Der Astronaut - Project Hail Mary – Kritik

USA 2026. Regie: Phil Lord, Christopher Miller. Mit: Ryan Gosling, Liz Kingsman
Start:

Eine Mission zur Rettung der Erde mit Ryan Gosling als Astronaut ohne Gedächtnis. Der Astronaut – Project Hail Mary hätte leicht ein schwerfälliges Weltraumepos werden können, erweist sich jedoch als optimistischer Abenteuerfilm: verspielt, aufrichtig und im besten Sinne sentimental. Kritik 

Maysoon – Kritik

D, GR 2025. Regie: Nancy Biniadaki. Mit: Sabrina Amali, Florian Stetter
Start:

In rasantem Tempo erzählt Regisseurin Nancy Biniadaki, wie das vermeintlich geordnete Leben einer in Berlin lebenden Ägypterin plötzlich zusammenbricht. Maysoon ist eine eindrückliche Figurenstudie, die zwischen erfrischender Eigenwilligkeit und erzählerischer Holprigkeit schwankt. Kritik 

Is This Thing On? – Kritik

USA 2025. Regie: Bradley Cooper. Mit: Bradley Cooper, Will Arnett
Start:

Bedingungslos umarmt werden Neulinge auf den Stand-Up-Bühnen, auf denen Bradley Coopers Is This Thing On? in Teilen spielt. Leider vergisst der Film nicht nur in diesen Szenen, dass man sich die Gunst seines Publikums erarbeiten muss. Kritik 

The Testament of Ann Lee – Kritik

USA, GB 2025. Regie: Mona Fastvold. Mit: Lewis Pullman, Amanda Seyfried
Start:

Wie seine Titelfigur ist auch Mona Fastvolds The Testament of Ann Lee stets auf der Suche nach Entrückung und Ekstase. Das Historienepos um eine kämpferische Predigerin der Shaker-Freikirche wird so zu einem Spektakel aus Tanz und Gesang, aus körperlichem Schmerz und funkelnder Natur. Kritik 

Der Tod wird kommen – Kritik

D, L, B 2024. Regie: Christoph Hochhäusler. Mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do de Lencquesaing
Start:

Wie man‘s auch beleuchtet, und welche Eleganz, Pointen, knisternde Musik und warme Farben man der sinnlosen, kalten Welt entgegensetzen mag: Es wird den existenziell orientierungslosen Gangstern in Christoph Hochhäuslers film noir Der Tod wird kommen nicht helfen.  Kritik 

Un Poeta – Kritik

KOL, S 2025. Regie: Simón Mesa Soto. Mit: Guillermo Cardona, Rebeca Andrade
Start:

In Un Poeta erzählt Regisseur Simón Mesa Soto eine tragikomische Geschichte über einen Dichter, der sein Leben gründlich versemmelt hat. Nüchterner Sozialrealismus verbindet sich mit Momenten unerwarteter Schönheit – am Ende bleibt nur die Hoffnung auf ein fröhliches Gedicht. Kritik 

Nouvelle Vague – Kritik

F 2025. Regie: Richard Linklater. Mit: Zoey Deutch, Alix Bénézech
Start:

US-Indie-Regisseur Richard Linklater kehrt zu den Anfängen der Nouvelle Vague zurück und erzählt von den Dreharbeiten zu Jean-Luc Godards erstem Spielfilm. Eine verspielte Hommage an die Vitalität des jungen, französischen Kinos der 60er, frei von Andacht und Museumsstaub. Kritik 

No Mercy – Kritik

D 2025. Regie: Isabella Willinger. Mit: Ana Lily Amirpour, Catherine Breillat
Start:

Machen Frauen die härteren Filme? Isa Willingers Dokumentarfilm No Mercy geht dieser Frage in Gesprächen mit Regisseurinnen wie Catherine Breillat, Monika Treut und Ana Lily Amirpour nach – und schafft ein vielstimmiges Mosaik, in dem Raum für Widerspruch und Kontroverse bleibt.  Kritik 

The Bride! - Es lebe die Braut – Kritik

USA 2026. Regie: Maggie Gyllenhaal. Mit: Jake Gyllenhaal, Christian Bale
Start:

Regisseurin Maggie Gyllenhaal vernäht in ihrer Frankenstein-Neuinterpretation Stile und Genres zu einem Monster von einem Film. Kohärenz sucht man vergeblich, The Bride! lebt ganz von seiner Hingabe an den eigenen Irrsinn. Kritik 

Jeunes Mères – Junge Mütter – Kritik

F, B 2025. Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne. Mit: Elsa Houben, Lucie Laruelle
Start:

Rastlose Bewegungen, aufgeregte Telefonate: Die Brüder Jean-Luc und Pierre Dardenne stellen in Jeunes Mères – Junge Mütter junge Frauen ins Zentrum, die vor der Aufgabe stehen, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen – obwohl sie selbst noch kaum richtig erwachsen sind. Kritik 

Hoppers – Kritik

USA, JP 2026. Regie: Daniel Chong. Mit: Jon Hamm, Piper Curda
Start:

Hoppers – der Film ist nicht gleich Hoppers – der Trailer. Das hat Gründe, die vielleicht mit der Angst vor Abnutzung der wenigen guten Ideen des Films zu tun haben. Vielleicht schreibt hier aber auch nur ein alter, überstimulierter Filmkritiker, der sich wünscht, diesen Film noch einmal mit den Augen seiner zehnjährigen Tochter sehen zu können. Kritik 

Gelbe Briefe – Kritik

D, TR 2026. Regie: Ilker Çatak. Mit: Özgü Namal, Kerem Can
Start:

Auch wenn der Name Erdogan niemals fällt, verweist Gelbe Briefe deutlich auf die Säuberungswelle in der Türkei seit dem Putschversuch 2016. Ilker Çataks Film über ein regierungskritisches Künstlerpaar in Ankara ist sein bisher politischstes Projekt. Kritik 

The Chronology of Water – Kritik

USA, F, LV, E 2025. Regie: Kristen Stewart. Mit: Imogen Poots, Thora Birch
Start:

Bilder wie Gedankenblitze: Kristen Stewart bricht in ihrem Regiedebüt The Chronology of Water beherzt mit den Konventionen linearen Erzählens. Vieles bleibt schemenhaft in diesem Drama um sexuellen Missbrauch, Selbstzerstörung und die erlösende Kraft des Schreibens. Kritik