USA, IT, F, IRL 2025. Regie: Jim Jarmusch. Mit: Cate Blanchett, Adam Driver Start:
Und das war dann das: Drei schweigsame Familienkonstellationen vereint Jim Jarmusch in seinem neuen Film Father Mother Sister Brother. Wenn nicht gerade Françoise Lebrun durch die Tür tritt, gerät das leider etwas arg bemüht lakonisch. Kritik
USA, FI 2025. Regie: Josh Safdie. Mit: Timothée Chalamet, Odessa A'zion Start:
Egotripping at the gates of hell. Das Leben ist in Josh Safdies Sport- und Scheißkerldrama Marty Supreme ein aggressiv-aufreibendes Tischtennismatch, ein rasend schnelles Hin und Her. Zum Glück gibt es den coolen, lebenslustigen Tyler the Creator und die stolze, abgeklärte Gwyneth Paltrow. Kritik
Regisseur Mamoru Hosoda verwandelt die Geschichte von Shakespeares „Hamlet“ in seinem Anime Scarlet inein episches Läuterungsdrama voll expressivem Wahnsinn. In dem entfachten Sturm verschiedener Animationsstile und Realitätsebenen muss man sich die Erlösung hart erarbeiten. Kritik
D, CA, USA 2025. Regie: Brian Kirk. Mit: Emma Thompson, Judy Greer Start:
Mit der deutsch-US-amerikanischen Koproduktion Dead of Winter inszeniert Regisseur Brian Kirk einen kurzweiligen Schnee-Thriller mit einigen erzählerischen Schwächen und einer toll aufspielenden Emma Thompson als trickreicher Witwe. Kritik
USA, GB 2026. Regie: Emerald Fennell. Mit: Margot Robbie, Jacob Elordi Start:
In Wuthering Heights spielt Emerald Fennell den Klassiker von Emily Brontë in einem Puppenhaus nach. Das Campige, das in ihrem Film steckt, kann sie dabei nie wirklich umarmen. Sex und Perversion bleiben künstlerische Geste und ironischer Spaß. Kritik
F, ROK 2024. Regie: Koya Kamura. Mit: Bella Kim, Roschdy Zem Start:
In einer verschneiten, südkoreanischen Küstenstadt trifft eine junge Frau auf einen stoischen französischen Maler. Winter in Sokcho erzählt von unverhoffter menschlicher Nähe, von kleinen Verwandlungen und der Last idealisierter Körperbilder. Kritik
D 2025. Regie: Lauro Cress. Mit: Livia Matthes, Wesley Dean Adler Start:
Frei nach dem gleichnamigen Stefan-Zweig-Roman erzählt Ungeduld des Herzens von der Begegnung zwischen einem Soldaten und einer querschnittsgelähmten jungen Frau. Hinter der scheinbar gefühlvollen Liebesgeschichte verbirgt sich die nuanciert ausgestaltete Charakterstudie einer Kontrollsucht. Kritik
ROK 2025. Regie: Park Chan-wook. Mit: Lee Byung-hun, Yeom Hye-ran Start:
Der Titel ist Programm in Park Chan-wooks neuem Film: No Other Choice, keine Wahl haben absolut alle Figuren in diesem genuin suizidalen Höllentrip aus Südkorea. Die Frage, was das alles soll, stellt sich durchaus. Kritik
USA 2026. Regie: Brett Ratner. Mit: Donald Trump, Melania Trump Start:
Brett Ratners Melania über die amtierende First Lady der USA ist weniger Propaganda-Machwerk als eine um jede Eigenwilligkeit bereinigte Unternehmens-Broschüre. Glänzende Bilder und schmissige Popsongs erschaffen eine Oberfläche, an der man lang kratzen muss, um etwas Interessantes freizulegen. Kritik
In Minsk sucht die junge Masha nach einer Zukunftsperspektive. Mit einem genauen Blick für die Dinge und Gesten des Alltags erzählt White Snail vom Leben in der Diktatur und der permanenten Spannung zwischen Selbstinszenierung und Selbstauslöschung. Kritik
SLO, IT, CR, SER 2025. Regie: Urska Djukic. Mit: Jara Sofija Ostan, Mina Svajger Start:
Die Wunden Christi werden zur Vulva und auch sonst sprießt die Sexualität in Urška Djukićs Little Trouble Girls in alle Richtungen. Ein Coming-out-oder-zumindest-of-Age-Film, der sich, zwischen verführerischen Mitschülerinnen, begehrten Bauarbeitern und Olivenbäumen gelegentlich auch im Kitsch verirrt. Kritik
USA 2026. Regie: Sam Raimi. Mit: Dylan O'Brien, Rachel McAdams Start:
Ein arroganter Firmen-CEO strandet mit einer Untergebenen auf einer tropischen Insel. Was leicht eine bemühte Satire hätte werden können, verwandelt Regisseur Sam Raimis Send Help in eine lustvolle Erkundung von Identitäten, Körpern und der Faszination des Ekligen. Kritik
USA 2025. Regie: Johannes Roberts. Mit: Troy Kotsur, Kevin McNally Start:
Mal amoklaufendes Raubtier, mal unschuldiges Äffchen. Ein tollwütiger Schimpanse macht in Johannes Roberts’ famosem Horrorfilm Primate einer Gruppe von Freundinnen auf Mädelsurlaub die Hölle heiß. Kritik
USA 2025. Regie: James L. Brooks. Mit: Jamie Lee Curtis, Rebecca Hall Start:
Neu auf Disney+: Das Genre der Politsatire dient in Ella McCay als Spielwiese für ungezwungene Begegnungen. Mit charmanter Ziellosigkeit gestaltet Regisseur James L. Brooks eine warmherzige Komödie über menschliche Unzulänglichkeiten. Kritik
USA, F, TN 2025. Regie: Kaouther Ben Hania. Mit: Saja Kilani, Motaz Malhees Start:
Kaouther Ben Hania setzt in Die Stimme von Hind Rajab der Titelfigur, einem 5-jährigen Mädchen, das sich im Gaza-Krieg stundenlang vor Soldaten der israelischen Armee versteckt hielt, ein Denkmal. Der Film ist nicht subtil und will es auch nicht sein. Kritik
Chloé Zhao erkundet in Hamnet die tragischen Hintergründe von Shakespeares „Hamlet“. Dem Schmerz des Verlustes ringt sie teils berückend intime Bilder ab, überschätzt dabei aber die heilende Kraft der Kunst. Kritik
USA, GB 2025. Regie: Carmen Emmi. Mit: Tom Blyth, Sam Asa Brownstein Start:
Wohin schauen und wie lange? In der New Yorker Vorstadt der 1990er führt ein verdeckter Ermittler, der auf cruisende Schwule angesetzt wird, selbst ein Doppelleben zwischen Zweifel, Angst und unterdrückter Lust. Leider misstraut Plainclothes der Spannung, die schon allein in diesem Zwiespalt liegt. Kritik
D, F, HU 2025. Regie: Ildikó Enyedi. Mit: Tony Leung Chiu-Wai, Luna Wedler Start:
Auf der Suche nach Bildern für das Unbebilderbare: Ildikó Enyedi grübelt in Silent Friend über die Beziehungen von Menschen und Pflanzen und findet neben zarten Mysterien leider auch einige Plattitüden. Kritik
GB, USA 2026. Regie: Nia DaCosta. Mit: Jack O'Connell, Ralph Fiennes Start:
Die Welt heilen oder sie töten? Nia DaCostas gelungenes Zombiefilmsequel 28 Years Later: The Bone Temple bietet euphorisch friedvolle Bilder, bevor es in einem Kampf gegensätzlicher Geisteshaltungen gipfelt. Kritik
USA 2025. Regie: Paul Feig. Mit: Sydney Sweeney, Amanda Seyfried Start:
Eine verbrauchte 40-jährige droht im Erotikthriller The Housemaid von einer jüngeren Version ihrer selbst ersetzt zu werden. Paul Feig inszeniert selbstbewusst mitten im Mainstream einen Film für Erwachsene, bei dem die sexuellen und blutigen Attraktionen zu sehr Mittel zum Zweck bleiben. Kritik
Nach dem Tod ihres Partners findet eine Sozialarbeiterin in der BDSM-Sexarbeit unerwarteten Halt. Madame Kika erzählt nüchtern und einfühlsam von modernen Arbeitswelten und vom Kampf, der eigenen Trauer Raum zu geben. Kritik
D 2025. Regie: Hille Norden. Mit: Dana Herfurth, Luna Jordan Start:
Nore, die ihre Sexualität hedonistisch auslebt, trifft in einer Kneipe auf eine alte Schulkameradin. Hille Norden erzählt in ihrem Debütfilm Small Town Girl nuanciert, was es bedeutet, sich und seine eigene Vergangenheit akzeptieren zu können. Kritik
IR, F, L 2025. Regie: Jafar Panahi. Mit: Majid Panahi, Ebrahim Azizi Start:
Der Cannes-Gewinner Ein einfacher Unfall ist der erste Film seit knapp 20 Jahren, den Jafar Panahi in Freiheit drehen konnte. In Form eines Thrillers verhandelt der iranische Regisseur Fragen um Rache und Vergebung – und blickt in eine Zukunft nach dem möglichen Sturz des Regimes. Kritik
F 2025. Regie: François Ozon. Mit: Benjamin Voisin, Denis Lavant Start:
Ein Franzose steht in Algerien für den Mord an einem Araber vor Gericht – und für die eigene Gefühlskälte. François Ozons Adaption von Der Fremde ist voller atmosphärischer Bilder, die aber nicht immer zur nüchtern-philosophischen Grundhaltung von Albert Camus’ Romanklassiker passen. Kritik
Auf dem schmalen Grat zwischen stilisierter Satire und schablonenhafter Komödie nimmt Alison Kuhns Debütfilm Holy Meat die katholische Kirche, das ländliche Dorfleben und die zeitgenössische Kunst ins Visier. Kritik