Das Münchner Underdox ist ein eigenwilliger Monolith unter den Dokumentarfilmfestivals, dem es nicht um Wettbewerb sondern um Echos und Verzweigung geht. Zur Eröffnung feierte Bernardo Zanottas kurioser Insieme, Insieme visuell schwelgerisch das Polymorph-Perverse. Als Highlight des Abends erhob sich Nicolás Peredas Lo demás es ruido fröhlich über feste Institutionen und Rituale. weiter
Christliche Echos in einem Bordell und eine Pilgerreise zu Death-Metal-Klängen: Die Filme des diesjährigen Filmfests Hamburg hatten die angenehme Bereitschaft, ihre Erzählung links liegen zu lassen, wenn es stattdessen Bilder zu entdecken gibt. weiter
Das Filmhaus Nürnberg zeigt ab dem 7.10. eine umfangreiche Alfred-Vohrer-Retrospektive. Als ein zentraler Regisseur des Unterhaltungskinos seiner Zeit hat er Krimis, Meldodramen, Komödien und vieles mehr gedreht, alle seiner Filme brechen dabei lustvoll mit Genrekonventionen. In den Kanon des Aufbruchskinos der 1960er und 1970er hat er es gleichwohl bislang nicht geschafft. weiter
Ab Mittwoch sucht das Wiener Slash Filmfestival wieder nach dem Schönen im Schiachen: Blutige Leichenberge treffen auf den Horror moderner Arbeitswelten, ein queerer Animationsfilm überschlägt sich vor anarchischen Gags. Und die Retrospektive begibt sich in die abgeranzten Gefilde des Grindhouse-Kinos. weiter
Yasuzo Masumura verkörpert das japanische Kino wie kaum ein anderer: Er bewegte sich zwischen Neuer Welle und populären Studiofilmen, zwischen europäischen Einflüssen und kritischer Distanz zur westlichen Konsumkultur. Ein angemessen episches Porträt über einen Regisseur, der in keinerlei Schema passt. weiter
Der neue Film von Lav Diaz ist ein perfekter Diamant, geschliffen durch Wut und Formbewusstsein. Stefano Knuchel folgt dem Comicavantgardisten Hugo Pratt bis zu seinem Lebensende am Genfersee. Und dann brennt vor lauter göttlichem Lachen der Scheiterhaufen. weiter
In Gentle Monster wird eine Ehefrau und Mutter mit einer existenzerschütternden Enthüllung konfrontiert. Wir trafen die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer für ein Gespräch über die Macht des Verdrängens, Intuition beim Casting, die heikle Set-Arbeit mit Kindern sowie die Erfahrung, Missbrauch im eigenen Umfeld zu entdecken. weiter
Eine Parabel über Hybris, die kein Ende nimmt: Einige Jahre lang hatte man nichts mehr gehört von Ilya Khrzhanovskiys megalomanischen, umstrittenen Multifilmwerk. Jetzt läuft im Venedig-Wettbewerb doch wieder ein neuer DAU-Film. Außerdem: Sergei Loznitsas Imperium wird seinen Festivalweg machen – warum auch immer. weiter
Erkenntnis- und Reueschübe, die abwesende russische Kritikerblase sowie Worte vor und für Taten. Über neue Filme beim Filmfestival Venedig von Julia Loktev und Amos Gitai. weiter
Wollen die japanischen Filme des Filmfestivals Venedig alle zusammen sein? Jedenfalls läuft geballt an den ersten Tagen Neues von unter anderem Shinya Tsukamoto und Takashi Miike – und erzählt einiges über die Sorgen einer im Schwinden begriffenen Nation. weiter