Alte Geschichte in neuem Licht: Wicked stellt die Verhältnisse aus Der Zauberer von Oz auf den Kopf. Seine moralische Agenda macht Jon M. Chus Film über eine missverstandene Hexe etwas schwerfällig, als Musical schlägt er sich trotzdem erstaunlich gut. Filmkritik
Im Sequel der 1988er Haunted-House-Komödie treffen wir auf alte Figuren oder ihre Entsprechung. Beetlejuice Beetlejuice ist eine Wiederkehr des Bekannten, die sich zunehmend von den Fesseln ihrer Handlung befreit. Die gute Nachricht: Tim Burton hat wieder Spaß mit seinem Spielzeug. Filmkritik
Vier Menschen landen in einer Waldhütte und müssen sich beobachten lassen. Ishana Shyamalan hat in Irland einen materialreichen und gekonnten Feenhorrorfilm gemacht, der sich für seine zentrale Metapher erstaunlich wenig interessiert. Filmkritik
In Denis Villeneuves zweitem Ausflug auf den Wüstenplaneten finden Informationsfülle und Kino der Attraktionen selten zusammen. Doch wenn das Material weder Pathos noch Kontext verlangt, fängt Dune: Part Two an zu glänzen. Filmkritik
Neu auf Disney+: Unmöglich zu sagen, ob die zarte Liebesgeschichte zwischen Adam und Harry eine Chance hat. Vor allem weil Adam zeitgleich beginnt, seine verstorbenen Eltern zu besuchen und sie aufzuklären darüber, was es heißt, heute schwul zu sein. Filmkritik
Neu auf Netflix: Von Setpiece zu Setpiece geschubst, um zwischendurch in überwältigenden Slo-Mos zu verweilen. Zack Snyders maximalistisches Star-Wars-Projekt beginnt mit einem bewährten Narrativ voller Westernmotive und generischer Figuren. Filmkritik
Nach dem sprechenden Bären Paddington widmet sich Regisseur Paul King der Jugend eines Schokoladenfabrikanten. Der psychedelisch-verquere Stil Roald Dahls wird hier und da sichtbar, doch vor allem riecht und schmeckt Wonka nach Charles Dickens’ Oliver Twist. Filmkritik
Ein Regisseur dreht einen experimentellen Fetisch-Film im Wald und verschwindet plötzlich spurlos. Valentin Merz’ Improvisationsfilm Nachtkatzen ist in Form und Inhalt unverbindlich, bei seinen sanften sexuellen Transgressionen dafür umso nahbarer. Filmkritik
Axel Ranischs gendergeswappte Orpheus-Variation um eine erfolglose Opernsängerin im Call-Center deutet eine Modernisierung des Stoffes an, kommt aber vor allem in der Feier des Mythos von der Liebe zu sich. Filmkritik
No Future, überall: Dass Sōgo Ishii in Punkbands spielte, ist seinem Studienabschlussfilm um eine Bikergang jederzeit anzumerken. Crazy Thunder Road zeigt der Genre-Sprache den Mittelfinger, tritt das filmische Gaspedal durch und bewegt sich seiner eigenen Mad-Max-Apokalypse entgegen. Filmkritik
Irgendwo muss alles wieder raus: Der emotionale Ballast, den das Waisenkind Suzume mit sich herumschleppt, dringt in Gestalt eines zerstörerischen Riesenwurms an die Erdoberfläche. Die Bilder in Makoto Shinkais Anime sind dafür erstaunlich aufgeräumt. Filmkritik
In der Fortsetzung seines 3D-Erfolgsfilms kehrt James Cameron zu seinem Kernelement Wasser zurück. The Way of Water ist eine naive Utopie, die nur bei ihren Tauchgängen sinnliches Erlebnis ist. Filmkritik
Quietschbunte Gockel-Aliens gegen einen düsteren Voldemort: Taika Waititi dreht in Thor 4: Love and Thunder erst närrisch frei, muss sich dann aber doch einem schwarz-weißen Kampf um die Existenz aller Götter widmen. Filmkritik
Wer bemängelt an einer Achterbahnfahrt schon falsche Kurven? Spider-Man: No Way Home lässt unbekümmert Erzählwelten zusammenprallen und treibt das Marvel-Prinzip, mit jeder Szene auf Affekte zu zielen, auf die Spitze. Filmkritik
Zum ersten Mal auf Blu-ray: In Georg Tresslers zwischen Heimat- und Horrorfilm pendelndem Sukkubus - Den Teufel im Leib (1989) werden drei Berghirten von einem nackten Lustdämon terrorisiert. Das Parodistische bleibt implizit, die lüsternen Schweinereien sehen fast nach großbudgetiertem Kino aus. Filmkritik
In entgöttlichten Räumen: 1974 sorgte Robert Bressons Verfremdung der Artuslegende Lancelot, Ritter der Königin in Cannes für Zündstoff. Jetzt ist der Film auf DVD und Blu-ray erschienen – und lässt über Weltenden jenseits der spektakulären Apokalypsen nachdenken. Filmkritik
Kreidekreise, Blutstropfen bei Kerzenlicht, Versprechungen von rituellem Sex: A Dark Song nimmt den Okkultismus ernst und exerziert den Abstieg in den Wahnsinn oder den Aufstieg in göttliche Sphären in klassischer Ikonografie durch. Filmkritik
Neu auf DVD: Osamu Tezukas Manga-Klassiker Barbara hüpfte beschwingt durch die Welt eines apollinischen Künstlers und seiner dionysischen Muse. Die Verfilmung seines Sohnes macht daraus ein Porträt eines ambitionierten Autors in der Krise, das es ziemlich ernst meint. Filmkritik
Was bleibt übrig, wenn alle Kunst tot ist, alle Revolutionen gescheitert und alle Menschen zu Puppen geworden sind? In Alexander Kluges und Khavns Orphea herrscht wieder das Gesetz des Mythos – mit dem Gesicht einer Frau und in Form von anarchischem Dilettantismus. Filmkritik
Zwischen Steampunk-Robinsonade und Drachentöter-Irgendwas trifft Milla Jovovich auf Tony Jaa. Die Handlung: Eine geradlinige Abfolge von zerstörungswilligen Gegnern, die ganz von ihren Schauwerten her gedacht ist. Filmkritik
Neu auf DVD: Seventies, Genrebewusstsein, trockener Humor und allerlei Absurditäten. Das blutrote Kleid wartet nicht nur mit einem ätherischen Zeitlupen-Cumshot auf, sondern spitzt alle Eigenschaften des Kinos von Peter Strickland zu. Und will dann auch noch gesellschaftlicher Kommentar sein. Filmkritik