Neu im Kino

London – Kritik

Ö 2026. Regie: Sebastian Brameshuber. Mit: Bobby Sommer
Start:

Ein Mann nimmt Beifahrer mit, um Benzingeld zu sparen: Berückend simpel konstruiert Sebastian Brameshubers Film London eine Situation für Begegnungen und Gespräche, in der zwar nichts endgültig geklärt, aber alles verhandelt werden kann. Kritik 

Sacrifice – Kritik

GB, GR, CY, USA, F, IT, AUS 2025. Regie: Romain Gavras. Mit: Chris Evans, Anya Taylor-Joy
Start:

Romain Gavras Reichen-Satire Sacrifice macht sich mit großem Material- und Staraufgebot über liberale Eliten lustig. Für die Reichen, die aktuell tatsächlich am Drücker sind, interessiert sie sich leider nicht. Kritik 

Camouflage – Kritik

D, UA 2026. Regie: Mykyta Gibalenko. Mit: Arthur Aliiev, Alina Danko
Start:

Der russische Überfall auf seine Heimat stürzt auch einen jungen, in Deutschland lebenden Ukrainer in eine existenzielle Krise. Mit produktiver Unruhe erkundet Mykyta Gibalenkos Camouflage die leisen Spannungen zwischen denen, die gehen wollten, und denen, die gehen mussten. Kritik 

Hope – Kritik

ROK 2026. Regie: Na Hong-jin. Mit: Hwang Jung-min, Zo In-sung
Start:

Trottelcop & Butt-kicking Babe gegen CGI-Aliens: In Hope, dem teuersten koreanischen Film aller Zeiten, greift der bislang für seine düsteren Filme bekannte Na Hong-jin tief in die Popcornkinotüte und steuert 160 Minuten lang auf ein polarisierendes Finale zu. Kritik 

The Social Reckoning – Kritik

USA 2026. Regie: Aaron Sorkin. Mit: Betty Gilpin, Jeremy Strong
Start:

Knallhart präsentiert sich in Aaron Sorkins Facebook-Abrechnung The Social Reckoning die postfaktische Gesellschaft. Der Film möchte Mark Zuckerberg und dem Meta-Konzern weh tun, fühlt sich aber vor allem ziemlich irrelevant an. Vielleicht liegt eben darin seine Stärke. Kritik 

Frau Winkler verlässt das Haus – Kritik

D 2026. Regie: Doris Dörrie. Mit: Angela Winkler, Laura Tonke
Start:

Warum wir leben, warum wir leiden: Wenn wir es doch nur wüssten! Tschechows Geist schwebt in Doris Dörries Komödie Frau Winkler verlässt das Haus, in der Angela Winkler als grumpy old lady einen empathischen Pflegedienstroboter bekommt. Es geht ums Alter und ums Sterben. Aber es ist nicht ernst. Kritik 

Digger – Kritik

USA, GB, MEX 2026. Regie: Alejandro G. Iñárritu. Mit: Tom Cruise, Jesse Plemons
Start:

Durch Erdölbohrungen löst sich eine gigantische Eisscholle und droht, Europa platt zu machen. Schuld daran: US-Milliardär und dekadenter Unsympath Digger Rockwell. Tom Cruise gibt im Fatsuit zwar sein Bestes, doch Regisseur Alejandro G. Iñárritus Panoptikum der Niedertracht bleibt eine spaßbefreite und selbstgenügsame Anstrengung. Kritik 

Watching People Watching Birds – Kritik

D 2026. Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken. Mit: Patrick Kretz
Start:

Die leidenschaftlichen Vogelbeobachter*innen in der Doku Watching People Watching Birds faszinieren durch ihre von gesteigerter Aufmerksamkeit geleitete Lebensweise. Sie pusten auf daunenbedeckte Bäuche, freuen sich über die erste Großmöwe aus Litauen, und Star-Literat Jonathan Franzen sagt wohlklingend Geistreiches über die demütige Kalifornische Grundammer. Kritik 

Naza – Kritik

GB, USA 2026. Regie: Yuval Abraham, Rachel Szor. Mit: Yuval Abraham
Start:

Nachts auf Tel Aviver Dächern stellen Yuval Abraham und Rachel Szor Mitgliedern des israelischen Militärs nüchterne Verständnisfragen über ihre Einsätze in Gaza. Die Diskrepanz der Antworten zu den Alltagsszenen in den Fenstern der umliegenden hochmodernen Stadt ist in NAZA schwer zu ertragen. Kritik 

Das geträumte Abenteuer – Kritik

D 2026. Regie: Valeska Grisebach. Mit: Yana Radeva, Syuleyman Alilov Letifov
Start:

Nicht ist zu lose, aber auch nichts zu Ende erklärt: Rund um zwei nicht mehr ganz junge Heimkehrer im bulgarischen Svilengrad deutet Das geträumte Abenteuer einen Mafia-Plot an. Dabei geht Regisseurin Valeska Grisebach, für die Ort und Laiendarsteller bestimmend für die Geschichte sind, mit der Behutsamkeit einer Archäologin vor. Kritik 

Primetime – Kritik

USA 2026. Regie: Lance Oppenheim. Mit: Robert Pattinson, Anna Faris
Start:

To Catch a Predator hieß ein in den Nuller Jahren sehr erfolgreiches Format des US-Fernsehsenders NBC, dem es um die inszenierte Zurschaustellung potentieller Sexualstraftäter ging. Lance Oppenheims Primetime schildert diese Show und ihre Umstände als Fiebertraum einer korrupten, implodierenden Welt. Kritik 

Maspalomas – Kritik

E 2025. Regie: Aitor Arregi, Jose Mari Goenaga. Mit: José Ramón Soroiz, Julian Hackenberg
Start:

Der siebzigjährige Vicente genießt sein schwules Leben auf Gran Canaria. Bis er sich nach einem Schlaganfall den Wunden der Vergangenheit stellen und erneut um seine Freiheit kämpfen muss. Ruhig und einfühlsam erzählt Maspalomas von queerem Altern und der zerstörerischen Beharrlichkeit des Schweigens. Kritik 

Von Scham und Geld – Kritik

, D, RKS, SLO, ALB 2026. Regie: Visar Morina. Mit: Astrit Kabashi, Flonja Kodheli
Start:

Leere, Stillstand, vielleicht auch Sehnsucht: In Visar Morinas Sozialdrama Von Scham und Geld über eine Familie im Kosovo treffen dörfliche Werte auf die kapitalistische Moderne. Plötzlich muss der Protagonist feststellen, dass es in der Stadt etwas ganz anderes bedeutet, „ein guter Mann" zu sein. Kritik 

Morgen war Krieg – Kritik

D 2026. Regie: Nicolas Ehret. Mit: Enno Trebs, Ulrich Matthes
Start:

Fahnenflüchtig in einem autoritären Deutschland nach der „Zeitenwende“: Nicolas Ehrets Langfilmdebüt Morgen war Krieg will ein Kommentar zur gegenwärtigen Aufrüstungsdebatte sein und bedient sich dafür aus dem Standard-Baukasten des dystopischen Kinos. Kritik 

Coyote vs. Acme – Kritik

USA 2026. Regie: Dave Green. Mit: John Cena, Lana Condor
Start:

Ewig erfolglos jagt Wile E. Coyote den listigen Roadrunner, jetzt ist er des Scheiterns müde und zieht vor Gericht: Coyote vs. Acme stürzt sich mit Herzblut in die absurde Energie der Looney-Tunes-Welt, sehnt sich aber dann doch nach einem versöhnlichen Ende.  Kritik 

Resident Evil – Kritik

USA, D 2026. Regie: Zach Cregger. Mit: Austin Abrams, Paul Walter Hauser
Start:

In ständiger Schockstarre: Zach Creggers Reboot der Resident Evil-Reihe bietet alles von stimmungsvoller Suspense bis zum gorigen Körpermatschfest. Das nackte Grauen opfert der Film dabei immer wieder seinem Hang zur guten Laune. Kritik 

Gentle Monster – Kritik

Ö, F 2026. Regie: Marie Kreutzer. Mit: Léa Seydoux, Catherine Deneuve
Start:

Eine perfekte Bobo-Existenz wird von Missbrauchsvorwürfen erschüttert: Marie Kreutzers Gentle Monster erzählt eindringlich vom Schaudern, wenn ein geliebter Mensch plötzlich fremd und bedrohlich wird, verheddert sich dann aber in einem Dickicht aus Diskursen und Nebenfiguren. Kritik 

Vaterland – Kritik

PL, D, IT, F 2026. Regie: Pawel Pawlikowski. Mit: Sandra Hüller, Hanns Zischler
Start:

Goethe soll geehrt werden, aber welcher? Schwere hängt in der Luft im von den Besatzungsmächten geteilten Deutschland, das Erika und Thomas Mann in Pawel Pawlikowskis von einem realen Heimatbesuch des Schriftstellers inspirierten Film Vaterland bereisen. Kritik 

Ghost School – Kritik

PK, , D, GB 2025. Regie: Seemab Gul. Mit: Nazualiya Arsalan, Tutu Baba
Start:

Am Anfang steht ein geprügelter Esel, am Ende ein geflügeltes Pferd. Dazwischen stellt ein pakistanisches Mädchen Fragen über ihre geschlossene Schule, erhält aber keine einfachen Antworten. Seemab Guls kluger Debütfilm Ghost School verdeckt die Wirklichkeit, von der er erzählt, nicht. Kritik