D 2026. Regie: Brezel Göring. Mit: Lilith Stangenberg, Chang Wang Start:
Brezel Görings Für immer 16 ist ein schräger Bravo-Fotoroman in Super 8 über halb gelingende Versuche, Freundschaften am Leben zu halten und mit der Beschissenheit der Dinge klarzukommen. Mit Lilith Stangenberg und Songs von Stereo Total. Kritik
D 2026. Regie: Faraz Shariat. Mit: Sebastian Urzendowsky, Julia Jentsch Start:
Staatsschutz von Faraz Shariat radikalisiert sich mit seiner Hauptfigur – aber beide gehen nie zu weit. Das Ergebnis ist ein Film mit einer vielleicht allzu klaren Agenda, der aber durch das Prisma der Genrebrille überraschend präzise auf den aktuellen deutschen Rassismus zu blicken vermag. Kritik
GB, CA, USA 2026. Regie: Jane Schoenbrun. Mit: Gillian Anderson, Jasmin Savoy Brown Start:
Offen für neugierige Selbsttherapie, aber garantiert ungefährlich: Jane Schoenbruns queerer Meta-Horrorfilm Teenage Sex and Death at Camp Miasma bremst seine transgressive Ästhetik mit versöhnlicher Comedy aus. Kritik
F 2024. Regie: Emmanuel Mouret. Mit: Camille Cottin, Sara Forestier Start:
Drei Frauen und eine Handvoll Männer suchen, verlieren und finden die Liebe. Emmanuel Mourets neuer Film Drei Freundinnen ist ein Jenseitsbericht über Getriebene und Treibende, dem es gelegentlich an Widerstand und Gegengewicht fehlt. Kritik
Zwei Irrlichter in Bangkok, die sich gegenseitig am Brennen halten: Roderick Warichs Funeral Casino Blues setzt vor allem auf Vibes. Leider bleibt das Meditative am Film weitgehend Behauptung. Kritik
GB 2026. Regie: George Jaques. Mit: James Norton, Bella Ramsey Start:
Mit Popmusik und Lagerfeuerromantik erzählt Sunny Dancer von einem Ferienlager für jugendliche Krebskranke. Dabei zeigt der Film Lebensfreude wie auch existenzielle Ängste – und ist am stärksten in jenen Momenten, in denen es nichts Wichtigeres gibt als den gemeinsamen Sommer. Kritik
USA 2026. Regie: David Robert Mitchell. Mit: Anne Hathaway, Ewan McGregor Start:
Nachdem ein Vorstadtviertel in die Urzeit versetzt wird, muss eine Familie auf der Flucht vor Dinosauriern ihre inneren Konflikte bewältigen. David Robert Mitchells The End of Oak Street ist straff inszeniertes Abenteuerkino, das seine Einflüsse nicht verleugnet, sondern versteht: gut geklaut ist besser als schlecht erfunden. Kritik
Ein Mann steckt in einem leeren Tokioter U-Bahnhof fest, aus dem es scheinbar keinen Ausgweg gibt.Genki Kawamuras klaustrophobische Computerspieladaption Exit 8 ist ein paradoxes Spiel aus Wiederholung und Variation, zwischen Psychothriller und abgründigem Horrorfilm. Kritik
Leidet die frisch gebackene Mutter Saga unter einer postpartalen Depression oder ist ihr Baby wirklich ein Troll? Hanna Bergholms Nightborn verbindet geschickt nordischen Folk Horror mit blutigem Körper-Slapstick. Kritik
USA 2026. Regie: Eli Roth. Mit: Eli Roth, Ari Millen Start:
Ein Eisverkäufer verwandelt in einer idyllischen Kleinstadt Kinder in Mördermaschinen: Eli Roths Ice Cream Man erschafft eine Spielzeugwelt voll hemmungsloser Grausamkeit und ist in seiner Mischung aus Cartoon und Gore ein unverfrorenes Vergnügen. Kritik
Sandra Wollners Everytime erzählt vom Nachhall eines tragischen Todesfalls und den Widersprüchen des Abschiednehmens. Was als sensibles Familiendrama beginnt, wird zur fulminanten filmischen Geisterbeschwörung. Kritik
D, GR, HU 2025. Regie: György Pálfi. Mit: Yannis Kokiasmenos, Maria Diakopanayotou Start:
Suchen, Picken, Innehalten: Der ungarische Regisseur György Pálfi nähert sich in Lebensansichten eines Huhns der emotional packenden und erstaunlich düsteren Erfahrungswelt einer Henne. Kritik
E 2026. Regie: Pedro Almodóvar. Mit: Bárbara Lennie, Aitana Sanchez-Gijon Start:
Wenn ein totes Kind kein totes Kind mehr ist, sondern die Wendung zum dritten Akt: Pedro Almodóvars metareflexiver neuer Film Bitteres Fest beschäftigt sich mit dem Vampirismus von Künstlern – und erteilt sich selbst die Absolution. Kritik
MEX, USA 2025. Regie: Michel Franco. Mit: Rupert Friend, Jessica Chastain Start:
In einer unaufgeregten, souveränen, wenn auch ein wenig mechanisch anmutenden Bildsprache erzählt Michel Franco in Dreams von der komplizierten Liebesbeziehung zwischen einem Ballettänzer und Migranten aus Mexiko und einer US-amerikanischen Kulturmäzenin. Kritik
GB, USA 2026. Regie: Christopher Nolan. Mit: Mia Goth, Matt Damon Start:
Mediterrane Felsen im warmen Sonnenlicht, ein überraschend knorriger Matt Damon und eine Heldenreise als doppelt verankerte Rückblende: Christopher Nolans Die Odyssee ist weniger Blockbusterbarock als wuchtige, lebendige Arbeit am Mythos. Kritik
F 1974. Regie: Jean Eustache. Mit: Martin Loeb, Jacqueline Dufranne Start:
Triebspiele statt Spieltrieb: Jean Eustaches Meine kleinen Geliebten (1974) erzählt von einer unsentimentalen éducation sentimentale zwischen Fahrradwerkstatt und Zungenküssen. Jetzt kommt der Film neu restauriert wieder ins Kino. Kritik
F 1973. Regie: Jean Eustache. Mit: Jean-Pierre Léaud, Bernadette Lafont Start:
Mit seinem Post-68er-Feeling offenbart Die Mama und die Hure einen Regisseur, der das Symbol der 1970er Jahre werden sollte wie es Godard für die 1960er Jahre gewesen war. Kritik
USA, AR 2025. Regie: Lucio Castro. Mit: Laith Khalifeh, Joel Isaac Start:
Streaming-Tipp: In einer sommerlichen Traumwelt, die New York verblüffend ähnelt, trifft ein Student auf drei verführerische Männer. Lucio Castros sinnlich verspieltes filmisches Rätsel Drunken Noodles kreist um geisterhafte Begegnungen, melancholische Einsichten und die Schönheit flüchtiger Intimität. Kritik
D 2026. Regie: Eva Trobisch. Mit: Max Riemelt, Gina Henkel Start:
Ostdeutschland als opulentes Ensemblestück: In Etwas ganz Besonderes erzählt Regisseurin Eva Trobisch von einer thüringischen Familie, die zwischen DDR-Erbe, Wendeerfahrungen und Strukturkrise wieder zueinanderfinden will. Neue Hoffnung weckt ausgerechnet eine TV-Castingshow. Kritik
Alexandre Koberidzes prekär unscharfes, archaisch gestriges Fußball-Roadmovie Dry Leaf schlägt sich wie ein Pyro-Fan auf die Seite der Vernebelung. Und lernt vom trockenen Laub und vergeistigten Superkickern, wie man mit minimaler Kontrolle Tore schießt. Kritik