Andrey Zvyagintsevs Minotaurus beleuchtet die Verschränkung von persönlicher und staatlicher Grausamkeit im heutigen Russland. Der im Exil gedrehte Film drängt das Publikum konsequent in eine Position moralischer Verunsicherung. Filmkritik
Viennale 2026: Große Träume und ein bisschen Leichtsinn. Mehr braucht es in Paper Tiger nicht, um eine Familie zu zerstören. James Grays meisterlicher Film bannt das Unheil in elegante Breitwandbilder, befeuert von Adam Drivers wuchtigem Charme und Scarlett Johannsons brüchiger Grazilität. Filmkritik
Slash-Filmfestival: Der südkoreanische Regisseur Yeon Sang-ho hat sich mit Train to Busan als feste Größe des Zombiefilms etabliert. In Colony experimentiert nun ein wahnsinniger Wissenschaftler mit überzeugend bedrohlichen, wild beweglichen und KI-haft lernfähigen Untoten. Filmkritik
Trottelcop & Butt-kicking Babe gegen CGI-Aliens: In Hope, dem teuersten koreanischen Film aller Zeiten, greift der bislang für seine düsteren Filme bekannte Na Hong-jin tief in die Popcornkinotüte und steuert 160 Minuten lang auf ein polarisierendes Finale zu. Filmkritik
Nicht ist zu lose, aber auch nichts zu Ende erklärt: Rund um zwei nicht mehr ganz junge Heimkehrer im bulgarischen Svilengrad deutet Das geträumte Abenteuer einen Mafia-Plot an. Dabei geht Regisseurin Valeska Grisebach, für die Ort und Laiendarsteller bestimmend für die Geschichte sind, mit der Behutsamkeit einer Archäologin vor. Filmkritik
Eine perfekte Bobo-Existenz wird von Missbrauchsvorwürfen erschüttert: Marie Kreutzers Gentle Monster erzählt eindringlich vom Schaudern, wenn ein geliebter Mensch plötzlich fremd und bedrohlich wird, verheddert sich dann aber in einem Dickicht aus Diskursen und Nebenfiguren. Filmkritik
Goethe soll geehrt werden, aber welcher? Schwere hängt in der Luft im von den Besatzungsmächten geteilten Deutschland, das Erika und Thomas Mann in Pawel Pawlikowskis von einem realen Heimatbesuch des Schriftstellers inspirierten Film Vaterland bereisen. Filmkritik
Sandra Wollners Everytime erzählt vom Nachhall eines tragischen Todesfalls und den Widersprüchen des Abschiednehmens. Was als sensibles Familiendrama beginnt, wird zur fulminanten filmischen Geisterbeschwörung. Filmkritik
Nowe Horyzonty Festival Wrocław: In Red Rocks tauscht Bruno Dumont die drögen Felder Nordfrankreichs gegen die dramatische Landschaft der Côte d'Azur und inszeniert dort eine Gangster-Romanze mit Erstklässlern. Filmkritik
Wenn ein totes Kind kein totes Kind mehr ist, sondern die Wendung zum dritten Akt: Pedro Almodóvars metareflexiver neuer Film Bitteres Fest beschäftigt sich mit dem Vampirismus von Künstlern – und erteilt sich selbst die Absolution. Filmkritik
Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu gewinnt mit Fjord die Goldene Palme. Die Gewinner der 79. Filmfestspiele von Cannes auf einen Blick News
In unserem Cannes-Abschlusspodcast sprechen Dunja, Valerie und Sven über Wettbewerbsbeiträge von Andrey Zvyagintsev, Emmanuel Marre und Ira Sachs. Special
Geschafft meldet sich unser Korrespondent ein letztes Mal aus Cannes – und bemerkt ein Muster bei diesem Jahrgang: Bekannte Regiegrößen (diesmal Ira Sachs) liefern im Wettbewerb eher leblose Werke ab, während es in den Nebensektionen ungleich vitaler zugeht (u.a. mit Christophe Honoré). Am Ende gibt es noch eine enttäuschte Liebe und ein kleines Glück. Special
Der bisher unbeliebteste Film des Festivals ist einer der besten. Nicolas Winding Refns retrofuturistischer Her Private Hell treibt diverse Genres an ihre Grenzen und zeigt, was im Programm bisher gefehlt hat: Echte Experimentierfreude. Filmkritik
Filme für den Kopf, nicht fürs Herz bekommt unser Kolumnist am siebten Festivaltag serviert. Sowohl Kiyoshi Kurosawa als auch Emmanuel Marre liefern Exzellenz, die man sich verdienen muss. Ziemlich alte Hüte – hier britischer sozialer Realismus, da Kolonialismusaufarbeitung – setzen sich dagegen Filme von Clio Barnard und Jorge Thielen Armand auf. Special
In unserem zweiten Festival-Podcast suchen Dunja, Valerie und Jenni die Parabel hinter einem Monster, sprechen über Humanoide und das Unbekannte, und bewundern Adèle Exarchopoulos als Alkoholikerin. Special
Mit Nicolas Winding Refns Her Private Hell trifft unser Reporter auf den meistgehassten Film des Festivals – und findet darin doch so einiges Schönes. Von den Regiegrößen Almodóvar und Zvyagintsev zeigt sich hingegen nur einer von seiner vitalen Seite. Und aus Thailand kommt ein unerwartetes Highlight. Special
Das ist es: das Meisterwerk des diesjährigen Cannes-Jahrgangs! Unser Rezensent bejubelt Sandra Wollners Everytime, eine Meditation über Trauerarbeit. Warum aber läuft dieser Film nicht im Wettbewerb? Zum Beispiel anstelle von Cristi Mungius Fjord, der der Gesellschaft den Spiegel vorhalten möchte, aber doch nur den breiten, manipulativen Pinsel schwingt. Special
Jackenverlust, falsche Palmen, 5 Screenings am Tag: Unser Mann in Cannes ist im Dauerstress. Aber was tut man nicht alles für Väter und Töchter (mal von Dupieux, mal mit Bardem), einen bestialischer Killer-Barbie (Lars Eidinger) und einen im 1. Drittel fulminanten SciFi-Horror-Monster-Western (Na Hong-jin), der dann aber... lesen Sie selbst! Special
Der Wettbewerb in Cannes ist bereits in vollem Gange. In unserem ersten Festival-Podcast sprechen wir über neue Filme von Asghar Farhadi, Pawel Pawlikowski, Ryusuke Hamaguchi, Marie Kreutzer und Quentin Dupieux. Special
Cannes 2026 - Wettbewerb: Dieser Film ermüdet mehr als Schafezählen. Hirokazu Koreeda (Shoplifters) wagt sich mit Sheep in the Box ins Genre der Science-Fiction. Trotz zwischenmenschlicher Wärme und einem knuffigen Kinderdarsteller verliert er sich dabei in einem sterilen und hermetisch abgeriegelten Privatuniversum. Filmkritik