Ingeborg Bachmann in her own visionary words. Mit Schauspielerin Sandra Hüller als Medium, das die Gefühlsregungen der österreichischen Dichterin in einer vielschichtigen Textcollage sichtbar macht. Dabei bleiben sie getrennte Figuren. Und das ist gut. Kritik
USA 2025. Regie: Curry Barker. Mit: Michael Johnston, Inde Navarrette Start:
Ein magisches Stöckchen wird in Obsession – Du sollst mich lieben zur Erfüllung einer Incel-Fantasie missbraucht. In seinem gehypten Horrorfilm gelingen dem YouTuber Curry Barker verstörende Momente, doch von den Möglichkeiten eines Langfilms scheint er ein wenig überfordert zu sein. Kritik
VCH, F 2025. Regie: Bi Gan. Mit: Jackson Yee, Shu Qi Start:
Erleben statt verstehen. Bi Gans Resurrection reist durch Epochen und Genres der Filmgeschichte und entwirft dabei traumwandlerische Bilder, die man nicht immer begreifen muss, um sie zu genießen. Kritik
HOK, VCH 2025. Regie: Kenji Tanigaki. Mit: Miao Xie, Joe Taslim Start:
Kenji Tanigakis The Furious hat klare Prioritäten: Die Handlung um böse Menschenhändler und aufrechte Helden ist nebensächlich, die Hauptsache sind die vielen, wuchtigen und maßlosen Kampfszenen. Konsequentes Ziel ist die komplette Vernichtung des Gegners. Kritik
USA 2026. Regie: Kane Parsons. Mit: Finn Bennett, Avan Jogia Start:
Die Melancholie gescheiterter Lebensträume: Kane Parsons Kinodebüt Backrooms verliert dort seine Faszination, wo seine Liminal Spaces an die Grenzen stoßen, die Plot und thematische Zuspitzung ihnen abverlangen. Gewissermaßen scheint der Film selbst nicht fähig, den eigenen Vibe auszuhalten. Kritik
IS, DK, S, F 2025. Regie: Hlynur Palmason. Mit: Ingvar Sigurdsson, Sverrir Gudnason Start:
Sich trennen und den gemeinsamen Alltag doch nicht aufgeben, diesen Versuch unternimmt ein isländisches Paar in The Love That Remains. Hlynur Pálmasons Film interessiert sich dabei weniger für große Gefühle als für subtile Stimmungswechsel und das langsame Brüchigwerden von Vertrautem. Kritik
F 2025. Regie: Liane-Cho Han Jin Kuang, Mailys Vallade. Mit: Loïse Charpentier, Victoria Grobois Start:
Für Erwachsene mag wenig passieren, doch für ein Kind steht ständig alles auf dem Spiel. Der spielerisch feinsinnige Animationsfilm Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens blickt mit den staunenden Augen eines Mädchens auf die Welt. Kritik
D 2025. Regie: Lutz Pehnert. Mit: Egon Krenz Start:
Indianerspiele mit Egon Krenz. Lutz Pehnerts Dokumentarfilm Kommunist will keine historische Aufarbeitung liefern oder gar moralisches Diktatur-Bashing. Sondern einen Mann porträtieren, der zum inneren Zirkel der DDR-Staatsmacht gehörte und nun als Rentner an der Ostsee lebt. Doch dieser Essay hinterlässt das Gefühl, der Regisseur habe dem kalten Krieger Krenz einen Film geschenkt. Kritik
Nicht immer bedeutet Filmsex Spaß und gute Laune. Als Teenieparty-Mitbringsel war die VHS von Im Reich der Sinne (1976) wenig geeignet, musste unser Rezensent lernen. Zum 50. Jubiläum kehrt Nagisa Oshimas unnachgiebiger, grimmiger Realismus der Körper nun zurück in die Kinos. Kritik
USA 2026. Regie: Steven Spielberg. Mit: Josh O'Connor, Eve Hewson Start:
Wohlwollende Außerirdische, kindliches Staunen und ambivalente Vaterfiguren: In Disclosure Day verbindet Steven Spielberg allerlei bekannte Motive aus früheren Erfolgen, bekommt diese Überfülle aber nie ganz unter Kontrolle. Nur seine Liebe zu überwältigenden Bildern, die ist so lebendig wie eh und je. Kritik
D 2026. Regie: Angela Schanelec. Mit: Agathe Bonitzer, Vladimir Vulevic Start:
Es wird viel gesprochen in Angela Schanelecs Meine Frau weint – auf dem Arbeitsplatz, im Auto, auf Berliner Grünflächen. Und doch kreist der Film in seinen langen Kamerafahrten um die Einsicht, dass das Gesprochene nie ganz dem entspricht, was man fühlt. Kritik
Zwischen einer Gedenkzeremonie in Guinea-Bissau und einer Hochzeit in der Pariser Banlieue, zwischen Dokument und Fiktion, Figurenkonstruktion und Selbstfindung: Alles fließt ineinander in Alain Gomis’ neuem Film Dao, der sich binären Konzepten von Identität ebenso widersetzt wie dem linearen Erzählen. Kritik
PL, GB 2025. Regie: Jan Komasa. Mit: Stephen Graham, Anson Boon Start:
Zornig, ohne richtig zu wissen, auf wen oder warum: Tommy, die Hauptfigur in Jan Komasas Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes, ist ein Bully aus der britischen Arbeiterklasse. Der Film jedoch wird nicht zu einem Sozialdrama, sondern zu einem etwas unausgegorenen schwarzhumorigen Entführungsthriller. Kritik
D 2026. Regie: Kilian Armando Friedrich. Mit: Sabine Thalau, Thomas Sprekelsen Start:
Das Schicksal einer Managerin in einer Gebäudereinigung als Sinnbild für die Verwerfungen des modernen Arbeitsmarkts: Ich verstehe Ihren Unmut ist ein Film von nüchterner Intensität, der sich aber zum Glück ab und zu auch eine Kippenpause gönnt. Kritik
F 2025. Regie: Valentine Cadic. Mit: India Hair, Arcadi Radeff Start:
Die junge Touristin Blandine stürzt sich nach einer Trennung ins Getümmel der Olympischen Spiele in Paris. Ein Sommer in Paris ist eine sommerliche Tragikomödie voller unangestrengt eingefangener Emotionalität. Kritik
Sich Treiben lassen in Passivitäten: Pedro Pinhos I Only Rest in the Storm gibt sich den Aporien des Neokolonialismus mit Kopf, Körper und Unterleib hin. Kritik
GB 2025. Regie: Kirk Jones. Mit: Robert Aramayo, Peter Mullan Start:
Zuckungen, Beleidigungen und die Sehnsucht nach Nähe: Verflucht normal schildert die Herausforderungen eines Lebens mit Tourette-Syndrom. Dabei folgt der Film zwar bekannten Feel-Good-Mustern, tut das aber mit gewinnender Aufrichtigkeit und tief empfundener Wärme. Kritik
GB, FI, D, USA 2026. Regie: David Lowery. Mit: Anne Hathaway, Michaela Coel Start:
Eine weiblichere Welt ist nicht automatisch flauschiger. In David Lowerys Mother Mary keilt sich ein Pop-Megastar mit ihrer Kostümdesignerin. Lange geht es dabei schön biestig zu, bevor am Ende leider doch die Kitsch-Falle zuschnappt. Kritik
GB, USA 2026. Regie: Guy Ritchie. Mit: Henry Cavill, Jake Gyllenhaal Start:
In the Grey ist ein klassischer Guy-Ritchie-Film: abgebrühte Figuren, überdrehte Dialoge, verworrene Missionen. Neben Verfolgungsjagden und Schießereien gibt es diesmal aber auch Kaskaden abstrakter Informationen. Und dann dürfen die Helden auch noch weinen. Kritik
Als würde sie sich selbst wieder zusammensetzen: Daniela Magnani-Hüller hat einen Film über einen versuchten Femizid gedreht, dessen Opfer sie einst fast selbst geworden wäre. Was an Empfindsamkeit bleibt kommt ganz ohne Erbaulichkeiten aus. Kritik
D 2026. Regie: David Dietl. Mit: Maximilian Brückner, Momo Beier Start:
Tu Gutes, scheißegal warum. Der urige Münchner Musiker und Taxifahrer Wiggerl wird aus seinem geliebten Lotterleben in ein hippes, fleisch- und alkoholfreies Jenseits versetzt. Um wieder zurück zu dürfen, muss er versuchen, ein guter Mensch zu werden. Das ist schwer. Kritik
Auf der Suche nach dem Mörder ihres Schäfers muss eine krimibegeisterte Herde herausfinden, was bei den Menschen los ist. Was ist z.B. ein Metzger oder ein Wachhund und wer ist dieser Gott? Die Absurdität der Welt wird in Glennkill zum schnörkellos umgesetzten Spaß. Kritik
F, B 2025. Regie: Valery Carnoy. Mit: Yoann Blanc, Samuel Kircher Start:
Durch einen Unfall halten Angst und Zweifel Einzug ins Leben eines aufstrebenden jungen Boxers. Rasant und mit ruppigem Realismus erzählt Valery Carnoy in seinem Debüt Wild Foxes von wettbewerbsorientierten Männerbünden und einer besonderen Freundschaft. Kritik