Wie im Himmel

Kay Pollaks schillerndes Künstlerportrait erzählt technisch brillant eine hoffnungslos naive Erlösungsgeschichte, die sich stellenweise ideologisch gefährlichen Positionen nähert.

Wie im Himmel

Der erfolgreiche Komponist Daniel Daréus (Michael Nyqvist) kehrt dem schillernden Leben der Opernhäuser und Gala Dinners den Rücken und unternimmt künstlerisch wie körperlich ausgebrannt eine Reise in sein nordschwedisches Heimatdorf. Zuerst zieht er sich in seine Erinnerungen zurück, doch bald tritt er eine Stelle als Kantor der örtlichen Gemeinde an. Zu seinen neuen Aufgaben gehört auch die Leitung des Kirchenchors. Bei dieser Arbeit gelingt es ihm nicht nur, die ihm anvertrauten Bauern, Lehrer und Rentner zu ungeahnten musikalischen Höhen zu führen, in der blonden Lena (Frida Hallgren) findet er auch die Liebe seines Lebens. Allerdings bringt seine Anwesenheit die angestammten Verhältnisse in vielerlei Hinsicht ins Wanken und so stellen sich ihm bald Neider in den Weg.

Kay Pollak bedient sich in seiner ersten Kinoarbeit seit 18 Jahren einer äußerst reichhaltigen Filmsprache. Die Figuren werden effizient charakterisiert, in kleinen, prägnanten Szenen in ihre soziale Umwelt eingeschrieben. Dabei nutzt der Regisseur alle Mittel aus, die ihm zur Verfügung stehen, um die größtmögliche emotionale Wirkung zu erzielen. Die Kamera ist ständig in Bewegung, fährt nah an die Figuren heran, führt den Zuschauer in die Erzählung. Gerade die einführende Montagesequenz, die den Zuschauer mit Daréus vertraut macht, ist filmisch brillant, verknüpft virtuos mehrere Zeitebenen in wenigen Einstellungen zum schillernden Künstlerportrait. In ähnlicher Weise entwirft der Regisseur das zwar klischeetriefende, jedoch in sich stimmige Bild einer nordschwedischen Provinzgemeinde und ihrer Bewohner, welche unter der durch die protestantische Kirche bestärkten Doppelmoral zu leiden haben. Der Pfarrer etwa predigt wider Unmoral und fordert Demut, während er gleichzeitig Pornozeitschriften versteckt, ohne die ihm ein erfülltes Sexualleben nicht möglich wäre, ein jähzorniger Lastwagenfahrer, der seine Frau schlägt, wird von der gesamten Dorfgemeinschaft gedeckt. Erst dem Neuankömmling Daréus gelingt es, mit Unterstützung der wahrhaft engelsgleichen Lena die Fesseln der Ignoranz zu lösen. Doch dieser musikalische Messias hat auch mit der eigenen Vergangenheit zu kämpfen, muss sich immer noch als Künstler in der Welt positionieren und findet erst weit entfernt von seinem gewohnten, mondänen Umfeld seine Erfüllung.

Wie im Himmel

Wie im Himmel erzählt also eine doppelte Erlösungsgeschichte, sowohl das Individuum als auch die Gemeinschaft werden von allen irdischen Qualen befreit und verpackt diese Erzählung in einen rauschhaften Bilderbogen, welcher den Zuschauer nicht überzeugen, sondern überwältigen möchte. Denn leider nutzt der Regisseur seine technische Meisterschaft ausschließlich dazu, naive Sentimentalitäten zu evozieren, die so abgeschmackt sind, dass vor allem die zweite Hälfte des Films nur schwer zu ertragen ist. Ob Behinderung, Gewalt in der Ehe oder sexuelle Probleme, in Wie im Himmel kann jede Schwierigkeit mit Hilfe der Musik beseitigt werden. So positioniert sich Pollack in einem esoterischen Niemandsland irgendwo zwischen heidnischen Fruchtbarkeitskulten und christlicher Erlösungslehre. Die Musik ermöglicht die allumfassende Katharsis, löst den Menschen aus seinem Alltag, versöhnt ihn mit sich selbst und seinen Mitmenschen. Der Film reduziert Konflikte aller Art auf atmosphärische Unstimmigkeiten, die sich in Luft auflösen, wenn sich alle an den Händen halten und ihrem Innersten Ausdruck verleihen. Selbst den Verstocktesten schenkt der Chorgesang zumindest die Ahnung der Erlösung, er überwindet Alters-, Klassen- und Geschlechtergrenzen und verwandelt sich in einen alles mitreißenden Strom, der jede Ungerechtigkeit beseitigt. Ach, wenn es doch so einfach wäre.

Wie im Himmel

Bei seinem Versuch, das schwedische Kino den großen Gefühlen zu öffnen ist Pollak weit über das Ziel hinaus geschossen. Gegen Ende des Films schleichen sich vermehrt fragwürdige Untertöne ein in diese immer etwas zu dick auftragende Märchenerzählung. Denn in Pollacks Welt, in der Musik Menschen aller Altersgruppen zu einer gefühlsüberladenen Einheit zusammenfügt, bleibt kein Platz für Diejenigen, die sich dieser Metareligion verweigern wollen. Daréus’ Sangesgemeinde erscheint nur allzu oft als eine fanatisierte, bekehrungswütige Sekte und das Schlussbild der nun länderübergreifenden Ekstase erscheint nicht etwa als Dämmerung des Paradieses auf Erden sondern erweckt eher Assoziationen zu Massenveranstaltungen im Dritten Reich oder in anderen Diktaturen. Auch auf Reichsparteitagen wurde lauthals gesungen. Erlösung gefunden hat dadurch jedoch niemand.

Kommentare


Der Mann aus San Fernando

sorry, aber die hier gelesene kritik ist über weite strecken ein nicht hinzunehmender unsinn. erstens gibt es keinen bilderrausch, sondern aufs einfachste reduzierte bilder.
zweitens ist die musik keine alles heilende erlösungsmedizin, sondern nur kurzfristiges bindeglied. denn am ende sind alle zwar ein wenig glücklicher, aber erlöst ist keiner - nur der sterbende protagonist. die musik ist auch nicht imstande, die immer wieder aufbrechenden konflikte in der gruppe zu lösen. sie ist nur der katalysator, der alles aufbrechen läßt. das nächste mal bitte die politkappe im kino abnehmen und einfach mal geniessen, wenn es einen so bewegenden film wie diesen zu sehen gibt. ist selten genug der fall ...


Peter Rutsch

"Wie im Himmel" kommt mit angenehm wenigen Klisches aus, ganz im Gegensatz zu Filmkritiker Lukas Foerster, der in bewährter deutscher Kritikertradition – gelernt ist gelernt – die stereotypen, anödenden Lieblingsfeindbilder der 68er-Generation auferstehen lässt und erkennbar bemüht in diesen schönen, verstörenden, bezaubernden, hervorragend inszenierten und gespielten Film hinein projiziert.

Wäre "Wie im Himmel" ein Hollywoodprodukt, die deutsche Aufnahme wäre BEGEISTERT ob der silikonfreien Glaubwürdigkeit (und Schönheit)der Figuren und Protagonisten, des fast durchweg frappierend natürlichen Spiels (Schauspiel ist eine hohe Kunst, wie uns dieser Film hinreißend und höchst differenziert vor Augen führt) und der wohltuend intimen, kammerspielartigen Nähe, die die sich angeblich ständig bewegende Kamera zu den faszinierenden Gesichtern der Schauspieler aufnimmt.

Ich stimme mit dem Kritiker darin überein, dass das Ende von „Wie im Himmel“ ein wenig dick aufgetragen ist. Dies scheint mir aber kein Problem dieses Filmes zu sein, denn sein Schluss funktioniert sehr gut und hat eine überwältigende Wirkung aufs Publikum – beim Abspann heulte der ganze Kinosaal glücklich und traurig in seltener Eintracht.
Vielmehr gibt es meines Erachtens in der Welt des Filmes, der Literatur usw. eben nur wenige stimmige Lösungen eines immanenten, überaus vertrackten Problems: nämlich dass eine jede erzählte Geschichte irgendwann am Ende des Ausschnittes ankommt, der noch erzählenswert ist. Ein jedes Opus muss IRGENDWIE sein temporales und dramaturgisches Ende haben! Mal ehrlich: Dieses kreative Problem in einem jeden Werk, das Anfang und Ende haben muss, nun völlig plagiat-, cliche- oder gar bruchfrei zu erzielen, ist nur in einigen wenigen, sehr kostbaren Fällen der Kunstgeschichte überzeugend geglückt, und auch die anerkannten Großmeister der letzen Jahrhunderte sind daran letztlich mehr oder weniger überzeugend - gescheitert.

Zum Glück fürs Publikum hat "Wie im Himmel" einen gut gemachten Schluss, dessen Pathosgehalt weit unterhalb dessen selbst sehr hochwertiger britischer oder nordamerikanischer Inszenierungen bleibt, und erklärt dazu - als nur ein Kunstkniff von vielen - den Filmtitel erst in den allerletzten Filmsekunden (aber sogleich auf vielen Parallelebenen… ), und dies auch nur durch ein kurzes Lächeln des Hauptdarstellers was schon wieder minimalistisch ausgelegt werden kann… nein, es kommt nicht genauso, wie Sie es jetzt erwarten, lieber Leser! Alleine die Anmerkungen zum Filmschluss sollten erkennen lassen, dass das Ganze außergewöhnlich stimmig und äußerst sehenswert ist.

Ansonsten bleibt zu erwähnen, dass „Wie im Himmel" unterhaltsam und ohne die allgegenwärtigen Albernheiten oder Schmalzereien, dafür mit der ganzen restlichen Palette menschlicher Empfindungen gefangen nimmt, noch Tage, nachdem man das Kino verlassen hat. Wir (3 Personen) hatten unabhängig voneinander das Gefühl: „Jeder Mensch sollte diesen Film gesehen haben.“

Zitat aus der Kritik: „…eine hoffnungslos naive Erlösungsgeschichte, die sich stellenweise ideologisch gefährlichen Positionen nähert…“. Das ist abgeschmackter (und völlig überflüssiger) Blödsinn, Herr Förster!


Gerd Kossow

Die Kritik Foersters begreift in der Tat das Wesentliche des Film nicht. Erstaunlich ist, wie wenig das Zitathafte des Titels, die sich auch im schwedischen Original so liest, in der Auseinandersetzung in den Kritiken eine Rolle spielt. Der metaphysische Verweis erschließt sich nicht nur im Lächeln am Schluß, sondern auch in der Jesus-Metapher, die im Namen des Protagonisten zugleich einen Verweis auf die alttestamentliche Prophetie beinhaltet. So liest sich der Titel als Bruchstück des "Dein Reich komme wie im Himmel so auch auf Erden" im Kontrast zur Sinnlichkeitserfahrung des Daniel Daréus einerseits und der ärmlichen Verbohrtheit der vorgeblichen Diener Gottes noch einmal völlig anders.


Windplayer

Ach wenn es nur so einfach wäre ! Ja, es ist so einfach, für diejenigen die glauben. Der Kritiker weiß nur einen wichtigen Punkt nicht: nicht Wissen, sondern der Glaube ist es, der Berge versetzt!
Und mit der Marschmusik des 3. Reiches hat das gemeinsame Singen am Ende des Films absolut nichts gemeinsam.


Marko

Wie kann man als Psychologe und Filmwissenschaftler, also scheinbar vielseitig gebildeter Mensch, so einen Unsinn, so eine völlig unberechtigte, fehlinterpretierte Kritik mit nicht einmal geschmacksabhängigen Kriterien niederschrieben? Wo lassen sich, um nur ein Beispiel zu nennen, am Schluss Parallelen zum Dritten Reich erkennen? Wird jetzt jede Operngala, jedes großräumige Konzertspektakel als faschistoid erklärt? Wo hört da bitte Realitätsverständnis auf und fängt nicht-objektive Selbstdarstellung an? Im Gegenteil, der Film beschreibt genau die Ideale, die der Faschismus anprangert: der Mensch als komplexes Wesen mit Stärken und Schwächen, Sinnlosigkeit von Gewalt, Eingliederung von Behinderten. Mit Verlaub, diese Kritik kann nicht zu dem gleichen Film sein, den ich gesehen habe. Oder der Autor hat etwas Grundlegendes missverstanden!?


susanne zach

ein wunderbarer film, an dem mich nur anfangs der allzu verweichlicht scheinende dirigent störte! er wirkte auf mich etwas zu unmännlich! doch natürlich ist seine hohe sensibilität daran schuld! die geschilderten probleme im zwischenmenschlichen bereich sind hervorragend dargestellt und zeigen einmal mehr, wie schädlich all die bigotterie und prüderie auf menschen wirkt und wie lächerlich sie im grunde ist!


von einem flüsschen

nun denn...nun denn,
so vieles wurde schon geschrieben, dem ich nur allzu gerne zustimmen möchte.lieber herr aus fernando, ja die musik ist die verbindung und katalysator...hmmm...wie schön sie das ausgedrückt haben....
und herr fröster: ich würde gerne in fünf jahren nochmal mit ihnen in den film gehen, denn wie kann man sich sicher sein? die welt dreht sich und wendet sich und vieles geschieht...v.a im herzen der menschen, und zum glück gibt es so wertvolle menschen wie herrn pollak...die uns zeigen wie einfach es ist sein herz su öffnen...
take care, all of you
flüsschen


nochmal das flüsschen

sorry...Lukas,
natülich foerster...nicht fröster.
uuups...


Kassandra

Wie schön, dass Herr Foerster so genau weiß, wer wann wie durch was zur Erlösung findet!!! Erlöst werden sollte er von der Kälte in seiner Seele. Dann würde er auch die Unterschiede erkennen können zwischen dem einen und dem anderen Extrem.


Karin

Na das freut mich! Ich dachte schon, ich wäre die Einzige, die ein Mißbehagen an dem Film hatte! Leider verschmilzt der ohne Zweifel gute Ansatz mit viel zu viel Sentimentalität,irgendwas ist immer Zuckersüß; die Dritte-Reich-Assoziation hatte ich dann aber doch nicht...


Helmut

Wo man singt da lass dich nieder, böse Menschen singen keine Lieder.

oder
wo man singt da lass dich nieder , böse Menschen singen immer wieder.


Susanne

Wer so eine Kritik über diesen Film schreibt, hat anscheinend noch nie an seiner eigenen Stimme gearbeitet und noch nie gespürt, wie der Ausdruck der Stimme die persönliche innere Situation widerspiegelt und wie die Arbeit daran eben den gesamten Menschen verändern kann! Sicherlich hat der Film auch Schwachstellen, aber das, was übermittelt werden sollte, kam bei dem Kritiker wohl nicht an. Schade!
Die Arbeit in dieser Gruppe mit dem 3. Reich zu assoziieren ist nochmals ein Ausdruck davon, daß der Film völlig an dem Kritiker vorbei ging, allerdings eine gute Anmerkung, daß Musik auch für die falschen Zwecke eingesetzt werden kann, was widerum Beweis ist,wie verbunden Musik mit der menschlichen Psyche ist!
Meiner Meinung nach ist der Film ein Muß für jeden Gesangstherpeut!


Ben

Was Sie über den Film „Wie im Himmel“ geschrieben haben, zeigt eine Verkopftheit und Gefühlslosigkeit – es ist sagen sagenhaft.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Nazi-Vergleich schon meine Freude hatte...


Gunnar aus Dessau

die "kritik" von herrn förster empfinde ich als haarsträubend selbstgefällig und arrogant. es ist erschreckend, dass man einen film, der ein ergreifender appell für mitmenschlichkeit, toleranz und ehrlichkeit im umgang miteinander ist, derartig diffamieren kann. herr förster hätte in seinem jungen leben sicher gut daran getan, weniger zu studieren und sich stattdessen den menschen zu nähern. der in der kritik herangezogene nazivergleich ist unerträglich und zeigt, dass der junge kritiker mit diesem film gründlich überfordert war.


C.

Ich bin entsetzt, was Herr Foerster aus dem wunderbaren Film gemacht hat. Er hat da wohl was total in den falschen Hals gekriegt. Ich frage mich, in welchen Film er ist.


Detlef

Dieser Film scheidet die Geister, wie es auch in dem Dorf geschehen ist. Man kann nicht unbeteiligt daneben stehen. Man wird eingefangen von der aufberechenden Lebendigkeit der Menschen oder davon abgestoßen. Ich bin froh, angesteckt zu sein von diesem Film und der Sehnsucht, die er beschreibt. Er macht Mut. Und glücklicher Weise gibt es überall Menschen, die aufbrechen wollen. Die Kritik hat wohl recht, dass bei den Menschen um Daniel nicht alles perfekt ist. Es ist eben nur ein bischen "wie im Himmel", nicht der Himmel selbst. Dennoch möchte ich mit keinem derer tauschen, die außen vor blieben: Stig, Siv oder Conny. Ich bin sehr dankbar für diesen Film.


Peter Josef Haller

Der Film hat alle Menschen, die mit mir im Kino saßen tief berührt. Und in unserer kalten Zeit können wir Mitmenschlichkeit schon gebrauchen. Und das vermittelt der Film! ;o)


Matthias Stephani

Ich denke, daß jeder aktiv musizierende Mensch (sei es solo, im Chor, im Streichquartett, in einer Trommelgruppe oder einer Jazzband) ähnliche Erlebnisse bestätigen kann, nämlich, daß es immer wieder Momente gibt, in denen sich ein Gefühl der Befreiung und tiefen Erfüllung einstellt, das dem Gefühl vollkommenen Glückes sehr nahe kommt. Es mag verächtlich als Kitsch bezeichnet werden, aber es ist einfach Realität. Gibt es nicht auch im "richtigen Leben" immer wieder wunderschöne Momente, die man eigentlich als Kitsch bezeichnen müßte ? Und trotzdem gibt es sie und sie wärmen uns das Herz. Daß die Musik unter den Nazis sich mißbrauchen ließ, muß man eingestehen. Das spricht aber nicht gegen ihre positive Kraft. Für mich war "Wie im Himmel" ein wunderbar warmer Film.


Gabriela

Ich stimme der Kritik vollumfänglich zu. Dieser Film ist sentimental; messianisch predigt er eine geradezu einfältige Erlösungslehre trotz aller Bilderpracht in Schwarz+ Weiss. Für einen Menschen, der das Leben in seiner komplizierten Vertracktheit schon ein bißchen geschmeckt hat, am Rande des Unerträglichen. Manipulativ wird auf die Tränendrüse gedrückt, kein Klischee ausgelassen. Die Vorhersehbarkeit einzelner Episoden verleitet zu Wetten mit sich selbst, während man im Kinodunkel sitzt und die Geräuschkulisse aus "Schluchz und Schnief" auszublenden versucht.


Günther Siegwarth

Ich bin Chorleiter, und was mich am meisten faszinierte an dem Film ist seine Echtheit. Ein Drehbuch überzeichnet immer ein wenig, viel schlimmer aber ist, wenn ein Drehbuch inkonsequent ist. Pollak traut sich, Wahrheiten des Alltags zu zeigen, die natürlich in zwei Stunden zusammengedrängt sind und deshalb manchem aufdringlich erscheinen. Den Schluss mit Nazi-Veranstaltungen zu vergleichen ist mehr als ärgerlich. Auslöser des Schlussklanges ist ein geistig behinderter Sänger, (Ich arbeite z.B. auch mit Autisten, für die der selbst gesungene Ton unendlich wichtig ist)den die Unruhe der erlebten Situation dazu drängt, einen eigenen Klang zu produzieren und sich dadurch beruhigen zu können. Dass die anderen Chorsänger den Ton aufnehmen, sagt Ihnen ein Gefühl oder noch besser das Unterbewußtsein, weil sie in den Chorstunden gelernt haben, aus dem Hören des Klanges in sich die Chor-Gemeinschaft zu entwickeln. Das macht das Geheimnis eines guten Chorklangs aus und wird im Film zu einem Auslöser für alle Anwesenden, in diesen Klang einzustimmen. Dazu gehört eine, beinahe müsste man sagen, Spiritualität, wie Sie ja asiatische Kulturen, immer mehr zu unserem Erstaunen, seit Jahrhunderten pflegen und wie man sie plötzlich bei uns in verschiedensten Formen z.B. der Musiktherapie wiederfindet. Herrn Foerster empfehle ich, einmal ein Obertonkonzert zu erleben oder Musik des Obertonchores Düsseldorf. Entscheidend für das Begreifen all dessen, was in dem Film erlebbar gemacht wird, ist jedoch, auf sich selber genau hören zu können, erst dann hört man auch den anderen Menschen. Wie sagte doch der Dirigent zu Beginn seiner ersten Probe:"Aller Anfang kommt vom Hören". Das erlebe ich tagtäglich von Neuem, übrigens sowohl mit Erwachsenen wie auch mit Kindern.


Dagmar Kramer

Habe den Film heute im Kino gesehen und bin etwas zweigeteilter Meinung.
Zum einen kann ich die Kritik von Hr.Foerster in keinster Weise nachvollziehen. Weder, daß er zu sehr auf die Tränendrüse drückt, noch das die Schluss-Szene an Assoziationen zu Massenveranstaltungen im Dritten Reich erinnert. Wie man zumindest auf letzteres kommt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Einen wirklichen Hänger hatte der Film wärend der Spieldauer eigentlich nicht. 2 Dinge sind für mich ausschlaggebend, daß ich am Ende des Films eher enttäuscht, als begeistert war. Zum einen verhält sich die Figur "Daniel Daréus" in allen zwischenmenschlichen Situationen mit der blonden Lena wie ein Trottel. Man denkt innerlich ständig "Jetzt sag es endlich...", oder "Bekomm die Zähne endlich auseinander", immer wenn er vor ihr steht und es auf das unvermeitliche Thema Gefühle oder Liebe hinaus läuft.

Der absolute Killer für mich war jedoch, daß Daniel Daréus am Ende des Films stirbt. Als das absehbar war, wäre ich am liebsten aufgestanden und hätte den Saal verlassen, zu diesem Zeitpunkt war der Film für mich gelaufen. Es gibt sicherlich Filme, zu deren Ende ein Tragischer Abgang einfach dazu gehört. Dieser gehört meiner Meinung nach nicht dazu, sein Tod hat den Film für mich verhunzt.

Schade eigentlich...


B. Assel

Sehr geehrter Herr Förster, ob sie es glauben oder nicht, es ist tatsächlich so einfach zu sich selbst zu finden. Voraussetzung ist allerdings, dass ich bereit bin mich für etwas neues zu öffnen:

Es ist nicht die Musik die erlöst, sondern die Achtung und die Wertschätzung die der Chorleiter jeden einzeln Chormitglied entgegen bringt. Jeder hat ein Recht auf Zugehörigkeit, sogar ein behinderter junger Mann (ihr Vergleich mit dem dritten Reich entbehrt für mich jeder Logik)

Jeder Mensch hat tatsächlich seinen ganz eigenen Grundton und hat er den Mut sich darauf einzulassen, ändert sich seine Grundhaltung dem Leben gegenüber, er wird wahrhaftiger. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dazu wirklich sehr viel Mut gehört.

In diesem Film wird so gut wie überhaupt nicht gewertet.
Weder der Pastor noch der gewaltätige Ehemann verlieren ihre Würde. Das muss ersteinmal ausgehalten werden, wo wir doch alle so gerne be- und verurteilen.

Sehr geehrter Herr Foerster,
Ich empfehle ihnen ein Seminar bei einem erfahrenen Opernsänger, Sie werden staunen, was passiert. Und dann schauen Sie sich den Film nocheinmal an.


AR

Es ist erstaunlich, dass viele der Kommentierenden den Film in seinen Details und Andeutungen und auch der Gesamtintention nicht nur besser verstanden haben als der Rezensent, sondern auch vom Stil her professioneller und überzeugender wirken. Herr Förster schreibt z.B., die Musik würde alle Konflikte lösen und die Menschen versöhnen. Welche Konflikte lösen sich denn bitte in dem Film? Gabriella muss mit zwei Kindern ein völlig neues Leben anfangen (ist es etwa "wie im Himmel"?), die Pfarrersfrau verläßt ihren geliebten Ehemann (ist wohl auch nicht so ganz einfach), die Lena leidet mal wieder. Durch die Vorgehensweise des Dirigenten entspannt sich ein Konflikt mit dem Dorfpfarrer erst recht. Ich glaube, der Film berührt den Kritiker derart peinlich, weil er behauptet, dass der Mensch sich erst im Kollektiv entfalten kann und das Zusammengehörigkeitsgefühl Wunder vollbringt - eine Idee, die in unserer individualistischen Gesellschaft nicht alltäglich ist. Manche können damit eben nicht umgehen.
Ich stimme vollkommen dem vorherigen Kommentar und Matthias Stephani zu, der schreibt: "Ich denke, daß jeder aktiv musizierende Mensch ... ähnliche Erlebnisse bestätigen kann, nämlich, daß es immer wieder Momente gibt, in denen sich ein Gefühl der Befreiung und tiefen Erfüllung einstellt, das dem Gefühl vollkommenen Glückes sehr nahe kommt." Und ich kann bestätigen, dass sich solche Gefühle nicht nur beim Musizieren einstellen, sondern auch beispielsweise beim Theater spielen. Ich habe selbst erlebt, wie ein talentierter und in hohem Maße anständiger Mensch andere mit seinem Engagement und Talent anstecken kann, und es ist eine Geschmacklosigkeit, das mit dem 3. Reich zu vergleichen.
Dieser Film entbehrt sicherlich nicht gewisser Fehlgriffe, aber sie sind alle wettgemacht durch die aufrichtige Menschenliebe, die sich in jedem Augenblick des Filmes kundtut. Allein schon die brillianten Regie- und Schauspielleistungen verdienen es, gewürdigt zu werden. Aber es ist ja in unseren Tagen nicht in, ein Kunstwerk voller Menschenliebe zu produzieren und zu behaupten, die Welt sei schön. Es bringt viel bessere Kritiken ein, die Welt als einen Haufen Mist und die Menschen als brutale, zerstörerische Wesen ohne Herz und Verstand darzustellen. Zum Glück sind die Zuschauer weit davon entfernt, die Meinung solcher hochmoderner Kritiker zu teilen.


Frank

Wer das Ende des Filmes mit massensuggestiven Veranstaltungen des Dritten Reiches gleich setzt hat meiner Meinung nach nichts begriffen.
Wie ein roter Faden zieht sich der Sinn durch den Film, <b>das jeder seinen eigenen Ton finden möge</b>. Nur so kann auch etwas Gemeinsames entstehen.
Im dritten Reich sollten alle die Propaganda der NDSAP nachbeten, eigener Ton war erst gar nicht gefragt. Die Stimme des Führers steigerte sich langsam ins Wahnsinnige bis alle in den totalen Krieg wollten.
Ebenso verstehe ich nicht wie man die Übungen des Dirigenten für esoterischen Quatsch halten kann. Ich kenne selbst kirchliche Chorleiter, denen Aufwärmübungen, wo jeder mal ordentlich aus seiner Haut rauskommt sehr wichtig sind.
Sicherlich ist vielleicht das Chorsingen kein Allheilmittel, aber das hat der Film auch gar nicht bezwecken wollen. Der gewaltätige Ehemann und vielleicht auch der Pfarrer (die Frau zweifelte ja) waren ja am Ende zumindest nicht geheilt.


Mike Rumpf

Ich halte den Film ebenfalls für masslos überschätzt, auch wenn ich die Assoziation zu Massenveranstaltungen im Dritten Reich für reichlich absurd halte.

Für mich bietet "Wie im Himmel" ein Gutmenschenkino, wie es im Arthauskino seit einigen Jahren mal besser und mal schlechter praktiziert wird. Vor allem habe ich mich immer wieder an den ähnlichen Film "Italienisch für Anfänger" erinnert gefühlt. Das Thema "Menschen lernen über die Gemeinschaft mit ihren Alltagsproblemen umzugehen" ist weder neu, noch hier besonders interessant in Szene gesetzt, wobei die Glaubwürdigkeit ein ums andere Mal arg strapaziert wird.

Wie wahrscheinlich ist es denn wirklich, dass ein gefeierter, ambitionierter Dirigent klassischer Musik sich plötzlich mit einfachem Chorsingsang zufriedengibt?
Man stelle sich vor: Simon Rattle, der plötzlich nur noch deutsche Schlager- und Chorlieder schreibt.

Diese Form der Vereinfachung zieht sich durch den ganzen Film, der zwar solide inszeniert ist, aber eben in meinen Augen leider auch harm- und ziellos bleibt.


Tom

Dagmar Kramer schrieb am 27.4.2006
Der absolute Killer für mich war jedoch, daß Daniel Daréus am Ende des Films stirbt. Als das absehbar war, wäre ich am liebsten aufgestanden und hätte den Saal verlassen, zu diesem Zeitpunkt war der Film für mich gelaufen. Es gibt sicherlich Filme, zu deren Ende ein Tragischer Abgang einfach dazu gehört. Dieser gehört meiner Meinung nach nicht dazu, sein Tod hat den Film für mich verhunzt.

Ich habe den Film gestern gesehen, und kann hier so einige Meinungen teilen, einige nicht (also mit dem 3.ten Reich hat der Film oder Inhalt absolut nichts zu tun, keine Ahnung wie man auf so etwas kommen kann). Insgesamt ein guter Film, für mich. Aber gerade die letzte Szene ist wie beschrieben von Frau Kramer so nicht gewesen, da es offen bleibt. Man sieht in einer kurzen Einstellung wie Daniel ein Kind (sein Sohn)? im Kornfeld in den Arm nimmt, während er blutüberströmt vor sich hinlacht. Ich denke das Ende sollte einfach offen bleiben, und man denkt sich einfach folgendes: Daniel wird entdeckt, Krankenhaus, alles wieder schön, Lena schwanger, Kind ... Friede, freude Eierkuchen.


Frank

An meinen Vorredner:
Ich denke Daniel ist gestorben. Da er nach dem Lächeln, dann ernster schaut und bis zum Ende sich nicht mehr bewegt. Er hatte ja durch die Erfüllung seines tWunsches (Musik zu machen die die Herzen der Menschen öffnet) Erfüllung und Frieden gefunden, so das er dem Tod lächelnd entgegensehen konnte. Die Kornfeldszene unterstreicht das noch mal, denn er nahm sich selbst als Kind - das damals litt - nun in den Arm.
Friede - Tod - Aus.
Das Ende war auch deutlich vorhersehbar, Lena sagte das er Angst habe vor dem Tod und unterstützte ihn darin, das man für seine Ideale sterben können muss.
Ich finde jedenfalls den Tod am Ende passend.


Angelika Hagedorn

Der Film wie im Himmel läuft in Münster seit 1 Jahr.Das nur als Anmerkung zu der fragwürdigen Kritik von Lukas Foerster.


Gabriele N.

Der Beitrag von Lukas Foester zum Film " Wie im Himmel " ist für mich unverständlich. Die wichtigste Botschaft ist an ihm vorbei gegangen. Schade, er sollte den Film nocheinmal mit anderen Augen sehen, nicht mit denen eines Kritikers, vielleicht mit den Augen eines Menschen, der Kunst als Botschaft der Liebe versteht.


Jörg Peters

Ich finde diesen Film einfach wunderschön, das Ende hätte ich allerdings auch sehr gerne anders gesehen. Die Kritik von Lukas Foerster ist derart daneben, das ich nicht verstehen kann, wie man so ein Mensch überhaupt noch veröffentlicht wird, socleh Entgleisungen wären in meiner Firma ein Grund zur Fristlosen Kündigung, Hauptsache Auffalen, oder Herr Foerster !


toja

Der Film hat wunderbare Ansätze, der Anfang, ungefähr das erste Drittel ist sehr gut gelungen und auch einige darauffolgen Szenen sind sehr berührend, dann aber nimmt der Film sehr ab. Zu oft werden Motive wiederholt, die sich ständig abspielenden Dramen scheinen nach demselben Muster abzulaufen (eine Person kann sich nicht mehr zurückhalten und macht sich in einem Ausbruch Luft und klagt die anderen an.), der Liebesgeschichte zwischen Daniel und Lena geht auch ein wenig die Luft aus, Pathos ertränkt die leise Geschichte, der Chor wirkt etwas zu klischeehaft idealisiert. Dennoch übt der Film auf ganz nette Weise Kritik an Moralvorstellungen in der Gesellschaft und in der (katholischen) Kirche und will die Macht der Musik darstellen. Dass er sich dabei in naive Klischees verfängt und die Handlung gehörig an Fahrt verliert, ist ein großer Nachteil.
Insgesamt ist der Film überdurchschnittlich, aber kein Meisterwerk, obwohl er von vielen Zuschauern als ein solches gepriesen wird.


Ralf Wimmer

Herr Foerster: Ich möchte es Ihrer Jugend (habe mir erlaubt Ihre Kurzvita zu lesen)zuschreiben, daß Sie einen derart ärgerlichen und dümmlichen idologischen Vergleich herbeikonstruieren.
Solche Kausalzusammenhänge, wie die von Ihnen aufgezeigten, kennt man eigentlich nur aus denn Wannsee-Protokollen - merken sie was?


Matthias

Glauben sie den Himmel über den Kopf zu begreifen Herr Foerster?
Mich hat dieser Film in mein Herz getragen. Vielleicht braucht es dafür (klischeehafte) Wiederholungen um sich durch die vielen errichten Mauern zu graben, mich mit meiner Sehnsucht nach einem gemeinsamen Ton in Berührung zu bringen. In dieser überfrachteten Zeit muss man wohl überzeichnen um den Menschen noch zu erreichen, tränenfeuchte Augen geben ihm recht.
Klang ist mehr als Sprache, er vermag das Herz zu fassen.


Towandaah

Herr Foerster, in welchem Film waren Sie?????????


san

Gesehen haben Sie den Film, Herr Förster, gehört - mit Verlaub - haben Sie ihn noch nicht...


Christoph

Vorweg, möchte ich anmerken, dass ich den Vergleich mit dem dritten Reich ein bisschen hart finde. Den Rest kann ich nur voll bestätigen.
Was aber beim durchlesen der vielen Leserkomentare auffällt, ist das diese sehr häufig einen doch sehr absoluten Unterton enthalten. Motto: Der Film ist super. Basta!
Warum ist dieser Film für viele Menschen so großartig? Liegt es vielleicht daran, dass die Geschichte mit einerseits positiven bzw. sentimentalen und andererseits Mitleid hervorrufenden und klischeehaften Bildern voll gepackt ist, als da wären Liebesgeschichte, Integration von behinderten Menschen, schwedische Landschaften, Gesang, Gemeinschaft, misshandelte Ehefrau findet Kraft ihren Mann zu verlassen, böse Kirche in Person des Pastors. Der Film bietet dadurch den meisten Zuschauern mindestens einen Schnittpunkt mit dem dieser sich emotional stark verbunden fühlen kann, was komischer Weise den Effekt, das andere Stellen des Films, bei den man normalerweise umschalten würde, durch diese emotionalen scheinbar ausgeblendet werden.
Die Folgen für den Kritiker sind, das dessen Kritik am Film indirekt als eine persönliche Kritik an den Gefühlen des Zuschauer aufgefasst wird, die dieser ja mit dem Film assoziiert.

Vielleicht sollte man sich die Frage stellen, warum der Film diese Masse an Emotionen überhaupt notwendig hat, wo andere, bessere Filme mit einem Minimum auskommen. Der Volksmund hat einen passenden Ausdruck für diese Phänomen.
Große Klappe, nichts dahinter.


Bettina

Man muss mit dem Herzen hören - nicht mit dem Verstand...ich konnte diesen Film hören- der Kritiker wohl leider nicht.


rss

Der Kritiker hat im vielen recht. Das Ende des Films empfand auch ich ein wenig unbefriedigend. Während ich die ursache bei mir selbst - Hollywood verwöhnter Happy End junkey - zuschreibe, gleitet der Kritiker in 0815-Argumente ab (im wahrsten Sinne des Wortes 0815).
Der Film ist anders, darauf sollte man vorbereit sein - und dann ist er auch richtig gut... Aber es ist und bleibt auch ein Unterhaltungsfilm - und keine "Doku".


Chris

Ja, ich frage mich auch, in welchem Film der Herr Foster war... Eindeutig nicht in diesem: Es geht ums hören, um Fragen des Selbst und um Engel..... Das Ende des Films, passt genauso wie sein Anfang.....


Petra Clement-Meining

Ein Kritiker ist sich wohl selbst schuldig immer etwas zu kritisieren. Hören und sehen Sie einmal mit dem Herzen und nicht mit dem gespitzen Bleistift...


Stefan Brochowski

Über die Emotionslosigkeit und der beschissenen Analyse von Herr F. möchte ich mich jetzt nicht äussern. Aber zu dem Film. Wenn ein Film jemals tiefe Emotionen geweckt hat, dann dieser. Aber Emotionen zu spüren und zeigen zu können, scheint heut zu Tage eine Schwierigkeit zu sein, auch wenn viele Menschen sich danach sehnen. Wer noch einen Funken Freude und Liebe in sich trägt, der versteht denn Film auch ohne Kommentar.
Ein Meisterwerk der Emotionen. Es stimmt was Bettina sagt, man kann ihn hören und die Musik sehen.


Konsch

Peinliche Kritk von Herrn F. Muss jeder spätpubertierender Wichtigtuer krampfhaft bei jeder Kritik einen Vergleich mit dem dritten Reich (jede Gemeinschaft, die singt, kann man dann mit dem Reichstag im Nazideutschland vergleichen) anbringen!?

Zynische und sarkastische, leere Phrasen. Auf dieser Site Kritiken zu lesen ist Zeitverschwendung. Einmal und nie wieder.


Yalla

Man merkt, dass Herr F. wirklich nur schreibt, diese Gemeinschaft ist keine Sekte, sondern zeigt genau das was man erlebt, wenn man zusammen singt. Dabei legt jeder sein Inneres dar und so wächst der Zusammenhalt und es entstehen Beziehungen, denn um in einem Chor gut zusammen singen zu können muss vertrauen zwischen den Mitgliedern herrschen.

Recherchen sollten angestellt werden und sie sollten mehr sehen und fühlen als schreiben.


Maren 33

Ach klar Herr Foster. Und wieder muss das dritte Reich herhalten. Wann hören die Deutschen nur endlich auf, immer und immer wieder die beschissene eigene Geschichte zu beleihen. Bitte Herr Foster und Ihresgleichen: Machen Sie eine vernünftige Psychotherapie um Ihre schwere Seele zu befreien. Sie schreiben ja selbst hier geht es um eine Erlösungsgeschichte. Wann werden Sie erlöst? Nun, jedenfalls nicht, so lange sie diesen grossartigen Film nicht mit dem Herzen sehen können.


Mirjam Heinz

Der Kritiker scheint den Film nicht ganz gesehen zu haben - das Schlussbild ist nämlich ein anderes!


Horst Hausleitner

Es tut mir richtig leid um Herrn Foerster, dass er sich mit seiner analytische Betrachtung selber im Wege steht. Herr Foerster, noch einmal ansehen, durchatmen und genießen, das ist das Einzige, was ich ihnen empfehlen kann. Wenn Sie danach immer noch mit derartigem Schwachsinn aufwarten, noch einmal ins Kino, und noch einmal - solange bis sich Ihr Herz öffnet. Bei manchen dauert es eben länger. Es befriedigt mich, zu wissen, dass das gechriebene Wort nicht diese Macht besitzt, diesen großartigen Film klein zu kriegen.
Horst Hausleitner


kerstin monsees

Der Film spricht sicher viele verwante Seelen an. Sind wir nicht alle ein kleines Stück dem Himmel und dem Glauben nah, besonders wenn es uns schlecht geht. Dieser Film spiegelt sicher das Leben vieler Menschen wider, auch wenn sie es NIE zugeben würden.


assa

Ich finde das der film langweilig ist und kein bisschen die herzen öffnet.
wenn ich eure komentare lese nur das gefühl das ihr alle so schöhne heilige seid die immer in kirchen gehn, sich romanzen reinziehn...
aber denkt ihr auch daran das es unterschiedliche geschäcker gibt??? die einen fühlen sich durch den film stark an das 3. reich erinnert während andere finden das der film der wahrheit entspricht.
btw der autor hat aber recht, durch diese ach so tollen lieder wurde kein konflikt gelöst nicht einer, es gab nur trennungen und ärger.


Klaas

Wunderbar verpackt in resonanten Toenen, nostalgischen Bildern und Teenager Gefuehlen ist eine starke Aussage ueber Unzulaenglichkeit der Kirche, absolute Notwendigkeit der persoenlichen Freiheit und dass jeder ein Jesus, Mutter Gottes oder Moses sein kann. Eine moderne Meinung, die jedoch den Kern der menschlichen Vereinsamung und Haltlosigkeit herbergt. Ein gefaehrlicher Film, weil er so gut gemacht ist. Herr Foerster scheint etwas von seiner Sicht des 3. Reiches geblendet worden sein, und verfehlt so trotz guten Ansaetzen das Ziel.


Markus Krapf

Ich finde den Film tief emotional bewegend. Die Charaktere sind vielleicht manchmal zu übertrieben gezeichnet. Die Message, dass jeder seine individuelle Sünden, Ängste und somit "Erlösung" erleben muss wurde in dem Film sehr deutlich gemacht.


Frank Rosenkranz

am Ende des Films verweilte das gesammte Publikum im Vorführraum. Nach einer Weile, der Nachspann war schon beendet, standen einige emotional sehr bewegte Zuschauer auf und applaudierten, wir alle schlossen uns an!

Noch Fragen???


Kätzele

Ich bin lange nicht dazu gekommen, den Film anzuschauen, habe mich dann jedoch aufgemacht, nachdem er mir von sehr unterschiedlichen Seiten heiß empfohlen wurde. Ein Mann war 17 Mal in dem Film!

Und ich? Ich habe schon das eine Mal nur mit Mühe überstanden. Schöne Musik, ohne Zweifel, gute Schauspieler, keine Frage, aber das ganze ist mir zu pathetisch, zu überzogen, ein dauernd winselnder berühmter Daniel, die typische Heldenreise und den Schluss fand ich ganz arg.

Himmel, ich habe viele Jahre in der Öffentlichkeit Musik gemacht und finde einen herzkranken Chef, der noch 30 Minuten vor einem WETTBEWERB mit dem Fahrrad gegen Straßenbahnen antritt mehr als unglaubwürdig. Um diese Zeit steckt er normalerweise im Auftrittsdress und singt seinen Chor ein. Er ist der Dreh- und Angelpunkt bei so einer Sache. Wie kann er da seinem (tödlichen) Vergnügen nachjagen und seine Truppe so im Stich lassen.

Ich hatte noch tagelang danach das Gefühl, dass alles an mir trieft.

Kätzele


Thomas Kniese

Dieser Film ist für mich einer der besten Filme, die ich bisher gesehen habe. Warum? Weiss ich eigentlich nicht wirklich, denn sollte ich den Inhalt jemandem erzählen, würde es wie eine triviale Geschichte klingen, vielleicht auch geprägt durch eine Anhäufung von Klischees. Aber diesen Film zeichnet etwas anderes aus, was für mich nicht genau definierbar, nur spürbar ist. Vielleicht weil er es schafft die Vielschichtigkeit menschlicher Emotionen und Beziehungen darzustellen, ohne jemanden letztendlich wirklich anzuprangern oder zu glorifizieren: Er zeigt die Menschen wie sie sind mit all ihren guten Seiten und ihren Schwächen. Ob da "reale" Verhältnisse dargestellt werden oder nicht ist für mich nicht die Frage, eben weil die Berührung auf anderer Ebene stattfindet.


michalka

Lieber Herr Foerster,

ich lebe in einem kleinen Dorf in Bayern und glauben Sie mir, diese Figuren und die Anhäufung solcher Charaktere ist nicht übertrieben sondern Realität. Genau aus diesem Grund nämlich hat mich dieser Film so angesprochen. Weil es ein Abbild der Gesellschaft ist. Die der ländlichen möglicherweise noch mehr. Weil Behinderte nicht integriert sondern versteckt werden. Weil Frauen geschlagen werden. Weil "Abtrünnige", die nicht den allgemeinen Moralvorstellungen entsprechen, verachtet und angeprangert werden. Weil Menschen, die ihr Leben "anders", im schlimmsten Fall sogar noch erfolgreich gestalten mit Neid und Mißgunst bedacht werden statt von ihnen zu lernen. Mit all der Scheinheiligkeit, Ignoranz und Selbstgefälligkeit. Mit all den heimlichen Wünschen und Freuden, die sich selbst die wenigsten zu erfüllen trauen. Wer sieht denn standardmäßig über seinen Tellerrand hinaus ohne von jemandem dahin geführt zu werden?
Sie mögen in ihrer Nähe zu den technischen Finessen eines Regisseurs andere Maßstäbe ansetzen. Aber Sie übersehen in Ihrer Kritik das banale, reale Leben draußen. Und das wird in diesem Film in seiner komplizierten, verwobenen Einfachheit gezeigt. Ich wäre dafür, solche Daniels als "Nußknacker der Gesellschaft" in die Gemeinden zu schicken. Was glaube Sie, wer da nicht alles an sich selber zerbrechen würde..... Der Film beinhaltet neben einem grandiosen Unterhaltungswert auch die Botschaft, in den Spiegel zu sehen, wach zu werden und sich an der eigenen Nase zu packen ! Tun Sie bitte das Gleiche. Und betrachten Sie die Gesellschaft nicht von Ihrer hohen Warte aus sondern von der Basis. Das Leben schreibt "Schnulzgeschichten". Tagtäglich.


schwandrup

ich habe wie im himmel gesehen. luckas förster kenne ich nicht.

noch fragen???ß


S.Gimm

Ich bin froh, kein Filmkritiker zu sein!

Ein wunderschöner Film. Alle Opulenz dieser Welt darf aufgewendet werden um mit filmischen Mitteln zu rühren. Wie im Himmel ist so fern von Kitsch und Nationalsozialismus wie der Herr Kritiker vom Verzicht auf Zwangspolemik.


Moribund

Meine Güte, Lukas Förster. Die Musik, die "alle erlöst", ist in diesem Film als Metapher zu verstehen. Wofür, wäre das eigentlich erörternswerte Thema für eine Filmkritik gewesen. Wenn man das nicht begreift, dann muss man einen solchen Film wohl in der Tat in die Nähe von "Ideologie" rücken.


Annelie

Also bitte, der Kritiker Lukas Förster will doch nur die Menschen zum nachdenken und diskutieren bringen. Es geht nicht darum, was er schreibt, sondern was er damit auslöst! Wer selbst singt, weiß natürlich, dass Musik Menschen in andere Schwingungen versetzt und Heilung bringt. Weshalb wird die Kitschseite des Lebens denn so negativ beleuchtet? Wer traut sich nicht romantisch und gefühlsbetont zu sein???? LEBEN UND LEBEN LASSEN, seid doch alle so gut!!! Annelie


Martin Zopick

Der todkranke, ausgebrannte, weltberühmte Dirigent Daniel versucht einen Neuanfang im Dorf, in dem er geboren wurde. Hier treffen wir alle diese typischen Bewohner, die man so von anderswo her kennt: der verklemmte Pfarrer, der saufende Raufbold, der seine Frau schlägt, das blaustrümpfige Fräulein Mauerblümchen, den behinderten Dorfdeppen und Lena, die die Männer wechselt, wie andere die Hemden.
Wie Daniel aus einer buntgemischten Truppe des örtlichen Kirchenchores ein Spitzenensemble formt, ist ganz nett zur Weihnachtszeit anzuschauen. Chorgesang öffnet halt Herzen. Obwohl ein Wettsingen lächerlich ist; “nicht wenn man gewinnt,“ sagt Daniel. Bis Lena ihn kriegt, bricht in einigen Ehen eine ehrliche Aussprache aus, die neu gewonnene Erkenntnisse und Bewusstseinszustände ans Tageslicht fördert.
Die Individualisierung zwischenmenschlicher Probleme soll wohl besonders zu Herzen gehen: die Ärmste ist am Ende die Größte. Bis zum großen Erfolg des Chores verläuft alles recht gradlinig, aber dann wird’s kraus, bisweilen blutig und melodramatisch. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn der sterbenskranke Daniel blutüberströmt vor einem Heizkörper liegt und seinen Chor hört.
Wenn’s draußen stürmt und schneit und man im Warmen sitzt, kann man sich den Film ruhig anschauen.


günter

Der Film ist ein Märchen, mit Engeln und Teufeln. Manche Teufel lassen sich bekehren, andere nicht. Offensichtlich ertragen es manche Kritiker nicht, mit Märchen konfrontiert zu werden. Anspielungen auf Nazi-Veranstaltungen sind lächerlich und durch nicht im mindesten gerechtfertigt.


H.Hofstadt

Ein faszinierender Film mit faszinierenden Darstellern(allen voran Michael Nyqvist und Frida Hallgren - wunderschön, wie ein Engel...) , gemacht von einem grandiosen Regisseur, der weiß. wie man Realität mit echten, großen Gefühlen verbindet, fern von Kitsch und Klische, ein wahres Meisterwerk!!!
Der Herr Förster sollte sich lieber an Baller-Filmen, daily soaps etc. versuchen
aber nicht an anspruchsvollen Filmen wie diesem....


Uli

Herr Förster sollte mal eine Zeit lang selbst in einem Chor singen, vielleicht würde ihm dann ein Licht bzw. Ton aufgehen.
Ich fand den Schluss genau richtig, das ist kein Film für ein Happy End.


Karl- Heinz Festesen

Bisher hat mich außer "Rashomon" von Kurosawa kein Film so berührt.


angel ikarus

Hier wird immer wieder "Kitsch" und echtes Gefühl verwechselt. Oder auch "sentimental" mit gefühlsbetont oder gefühlvoll...! Erstere Begriffe (mit Anführungsstrichen versehen) werden benutzt, um die eigene Distanz zum Objekt der Beurteilung zum Ausdruck zu bringen, letztere, um den (positiven) inneren Bezug dazu auszudrücken. Im Fall dieses Films sind Worte wie "Kitsch", "Klischee" oder "sentimental" m.A.n. ein Zeichen für die innere wie äußere Ablehnung, Distanz und Abwertung der in meinen Augen meisterhaft gefühlsnahen und gefühlswarmen bzw. authentischen (leider ist auch dieses Wort schon sehr abgenutzt...), also lebensechten und redlichen Darstellung und zwar ausnahmslos durch sämtliche Schauspieler! Insbesondere allerdings durch das nuancenreiche, charismatische Spiel von Michael Nyqvist... Die kritische Distanzierung, die ja im Film selbst ebenfalls durch einige Personen thematisiert und personifiziert wird, ist dem Filmemacher offensichtlich ebenso vertraut... Sogar diese Personen selbst werden mit genügend Respekt lebensecht und nicht einseitig dargestellt (z,B.der Pfarrer), was den Regisseur und sein Ensemble ehrt. Wer also beim Anschauen des Films gefühlsmäßig nicht mitgeht, also nicht nach- bzw. mitvollziehen kann oder will, was sich in, mit und zwischen den einzelnen Personen und Charakteren abspielt, muss das Geschehen wohl mit verständnislosen und distanzierenden Vokabeln bewerten, also abwerten... Möchte nur gern wissen, bei und von WELCHEN Filmen sich solche Menschen, wie Lukas Foerster, Gabriela, Martin Zopick u.a. denn dann überhaupt berühren lassen?? Etwa von amerikan. Western und Emotionsschinken mit bekannteren oder gar berühmten Schauspielern...? Es kommt beim Spielen und Filmen eben darauf an, ob man es fertigbringt, eine Situation, Szene, möglicherweise auch zum Klischee erstarrte Eigenschaften und Gemeinplätze wieder erlebbar und lebendig zu machen und so darzustellen, dass man im Innersten (wieder) davon berührt und berührbar wird. Das hat dieser Hauptdarsteller und der Film bei mir jedenfalls bewirkt wie kaum einer zuvor. - Mich hat dieser Film ebenso tief berührt wie einige andere, die sich hier geäußert haben und ich danke diesen für ihre Äußerungen, weil ich zunächst schockiert war von den massiven und völlig verständnislosen Worten und der klischeemäßigen Angriffshaltung und -technik des wortgewaltigen Herrn Kritikers Foerster, von denen ich mich hiermit auf's Entschiedenste distanzieren möchte... Habe den Film vor inzwischen 5 Jahren gesehen, aber er ist mir bis jetzt in lebhaftester Erinnerung geblieben. (Wo kann man ihn im Kino wiedersehen? Ist er auf DVD zu haben?)


ulf mulf

es ist einfach. der film ist anrührend und hat tiefe. kunst ist nicht exakte abbildung von leben. kritik dem kritiker.


leben ist musik - musik ist leben

der beste film aller zeiten!

öffnet eure herzen und ohren und alles ist gut!- ja genau!- sooooo einfach!

allen kritikern kann ich nur wünschen dass sie all ihre blockaden die sie in ihrem leben angehäuft haben, die ihnen anerzogen wurden usw. überwinden können und so den zugang zu diesem film finden.


musik ist leben , leben ist musik- so einfach


Daniel

Deine Kritik ist sehr schwach. Das sieht man schon daran, dass du Parallelen zum Dritten Reich ziehst, welche nicht existent sind.
Bevor man sowas schreibt sollte man es ganz lassen.

LG


Paula

Einfach ein wunderschöner Film mit ganz normalen Menschen und ihren Leben. Weit weg von makellosen Hollywoodkörpern und so typisch amerikanisch strapazierten Pathos. Ein Film der die Seele anspricht und das Herz wärmt. Danke!






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