Das ist das Ende

Wenn Michael Cera stirbt und trotzdem gelacht werden darf.

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Kaum gibt es einige Parallelen zwischen Filmen, wird schon von einer Bewegung gesprochen. Das ist vereinfachend, folgt aber einem menschlichen Grundbedürfnis: Um die Welt besser verstehen zu können, muss man einordnen und kategorisieren, bei Filmen eben nach Thema, Ästhetik oder Personen. In der amerikanischen Komödie der letzten zehn Jahre ist man beispielsweise immer wieder auf Judd Apatow gestoßen, der den Grundstein seines Erfolgs mit der unschlagbaren Fernsehserie Voll daneben, voll im Leben (Freaks and Geeks, 1999-2000) gelegt hat. In den folgenden Jahren wurde ein eigener Kosmos geschaffen, in dem nerdige Außenseiter, Beziehungsprobleme und schmutzige Witze die wichtigsten Eckpfeiler waren. In diesem Dunstkreis begannen nicht nur einige begabte Regisseure wie Greg Mottola, Jake Kasdan und Paul Feig ihre Karrieren, auch ein mehr oder weniger fester Stab an Darstellern etablierte sich..

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Die hysterische Endzeit-Komödie Das ist das Ende (This is the End) ist nun eine Art Klassentreffen der Apatow-Clique, wie sie gerne genannt wird. Dass fast jeder schon einmal mit dem anderen vor der Kamera stand und einige der Schauspieler auch privat befreundet sind, wird dabei ganz offen thematisiert. Schließlich spielen sich Komiker wie Seth Rogen, Jay Baruchel und Jonah Hill hier selbst, und zwar in der modernistischen Villa von James Franco, während vor der Tür eine biblische Apokalypse tobt.  Das klingt alles ein wenig heikel, als wäre der Film ein Neverending-Insiderwitz, der vor allem den Akteuren Spaß macht, während ein Publikum, das mit dem Gesamtwerk der Darsteller nicht so gut vertraut ist, außen vorbleibt. Doch die Referenzen auf die eigenen Filmografien halten sich in Grenzen und werden teilweise auch sehr spielerisch eingesetzt. Um die Langeweile zu überbrücken, dreht man etwa eine Fortsetzung von Ananas Express (Pineapple Express, 2008) als drogengeschwängertes Heimvideo mit Originalbesetzung.

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Und natürlich spielen sich die Schauspieler auch nicht eigentlich selbst, sondern jene Stereotypen, als die sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Hauptdarsteller und Co-Regisseur Rogen gibt den betont durchschnittlichen Kiffer, Franco den blasierten Künstlertyp, Baruchel den sozial inkompetenten Nerd und Danny McBride das machistische Arschloch. Bei einigen Nebenrollen wird dagegen genüsslich mit dem Image gebrochen. Mit einem denkwürdigen Gastauftritt verkörpert der ansonsten für seine sensiblen, in sich gekehrten Charaktere bekannte Michael Cera einen zugekoksten Sexmaniac. Wenn zwischen den Figuren ein regelrechter Wettbewerb entsteht, wer am unsympathischsten rüberkommt, wird sogar der eigene Tod zum komödiantischen Schlachtfest.

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Der von Rogen und Evan Goldberg geschriebene und inszenierte Film hält sich erst gar nicht mit hohen Ansprüchen an sich selbst auf. Er will nicht mehr sein als ein albernes Party Movie, in dem eine Gruppe befreundeter Komiker einmal richtig auf die Kacke haut. Mit treffsicheren Witzen und schlechtem CGI. Statt einer klassischen Handlung gibt es lediglich ein grobes Szenario, in dem die Darsteller wild improvisieren und dabei doch immer wieder bei ihren Pimmeln landen. Der Film lässt sich keine Fesseln anlegen. Er ist zugleich eine überdrehte Celebrity-Seifenoper mit gut geschmierter Situationskomik, ein Splatterfest und eine Hommage an die Niederungen der amerikanischen Popkultur. In diesem Sammelsurium aus verschiedenen Ideen und Cameos bleibt das dominierende Gestaltungsmittel, immer noch einen draufsetzen zu wollen. Für den Zuschauer kann das in dieser Dichte auch durchaus anstrengend werden. Irgendwie muss man den Film mit seinem pubertär anarchischen Charme aber dann doch sympathisch finden.

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