Rammbock

Das Fenster zum Hinterhof. Oder: Warten auf Gabi. Marvin Krens minimalistische Genre-Reflexion Rammbock betritt ungenutzte Seitenpfade des Zombie-Films.

Rammbock 01

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Eigentlich will Michi (Michael Fuith) der Gabi (Anka Graczyk) nur den Schlüssel vorbeibringen. Und vielleicht nach der letzten Chance für eine gemeinsame Zukunft suchen. Doch dann bricht das Virus aus. Gefangen in ihrer Berliner Wohnung, müssen Michi und der junge Heizungsinstallateur Harper (Theo Trebs) die üblichen Gefahren einer solchen Zombiewelle überstehen.

Regisseur Marvin Kren setzt diese üblichen Spannungsmomente allerdings überaus dosiert und effektiv ein. Anstelle eines Actionfeuerwerks dominieren in Rammbock die Leerstellen und Zwischenräume. Michi wartet vor allem auf ein Zeichen von Gabi, und in der Zwischenzeit wird der Blick aus dem Fenster in den Hof zum Blick auf die Welt, inklusive Panoptikum der Nachbarschaft. Was in manchem Endzeitstreifen zur Pathosformel geriert – der Blick der Überlebenden aufeinander, ihre Versuche alternativer Kommunikationsformen, die in letzter Instanz das Leben retten sollen –, funktioniert hier, wie der ganze Film, mit einer sympathischen Beiläufigkeit. Anita (Emily Cox) etwa, den einen Part des Genesis-Paares, sehen wir zunächst nur flüchtig.

Rammbock präsentiert so einen äußerst interessanten Mikrokosmos, in dem das Altbekannte mit spielerischer Leichtigkeit daherkommt, ohne jemals in plumpe Parodie zu verfallen. Kren schafft es dabei mit Detailliebe fast jedem Klischee, wie der Endlosnachrichtenschleife im Radio, etwas abzugewinnen. Was ihm vor allem gelingt, weil er das sich immer wieder anstauende dramatische Potenzial stets mit einem recht trockenen Humor konfrontiert, welcher vor allem von der österreichischen Hauptfigur ausgeht.

Rammbock 03

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Der Wiener Marvin Kren, Abgänger der Hamburg Media School, hat mit Rammbock einen Festivalerfolg vorgelegt, der das Kleine Fernsehspiel des ZDF schmückt. Ein wirklich kleiner, bescheidener Film, der ohne Nerd-Blick aufs Genre blickt und damit zu überraschen weiß.

Filmkritik von Sascha Keilholz

Veröffentlicht am 13.08.2010

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Film-Angaben

Titel: Rammbock

Deutschland 2010

Laufzeit: 64 Minuten

Altersfreigabe: ab 16 Jahren

 

Regie: Marvin Kren

Drehbuch: Benjamin Hessler

Produktion: Melanie Berke, Sigrid Hoerner

Bildgestaltung: Moritz Schultheiß

Montage: Silke Olthoff

Darsteller: Michael Fuith, Theo Trebs, Emily Cox, Anna Graczyk, Sebastian Achilles, Carsten Behrendt, Harald Geil, Anka Graczyk, Jörn Hentschel, Brigitte Kren, Nenad Lucic, Steffen Münster, Katelijene Philips-Lebon, Wolfgang Stegemann

 

Kinostart: 09.09.2010

 

DVD-Angaben

Titel: Rammbock

Vertrieb: Al!ve AG

Bild: 1,78:1, 16:9

Sprache(n): Deutsch (DD 5.1, DD 2.0/DS)

Untertitel: Englisch

Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Spieldauer: 109 Minuten

 

Extras: Teaser, Trailer, Interview mit Regisseur Marvin Kren und Drehbuchautor Benjamin Hessler (D 2010, ca. 16 min),; Kurzfilm SCHAUTAG von Marvin Kren (D 2009, 23 min)

 

Verleih ab: k.A.

Verkauf ab: 03.12.2010

 

Weitere Filme

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Von Markus Schleinzer

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Deutschland 2011
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Links

Rammbock Pressespiegel film-zeit.de

Rammbock auf moviepilot

IMDB-Eintrag zu Rammbock

Interviews zum Film auf zdf.de

 

Copyright Rammbock

Fotos: © Filmgalerie 451

 

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