Bel Ami

In einer weiteren Verfilmung von Guy de Maupassants Roman versucht sich Robert Pattinson als skrupelloser Parvenü.

Bel Ami 01

Georges Duroy kehrt nach Jahren als Soldat in Algerien in das Paris des späten 19. Jahrhunderts zurück. Dort setzt er geschickt neu geknüpfte Beziehungen zu mächtigen Männern und reichen Frauen ein, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Guy de Maupassants erfolgreicher Roman Bel Ami beschreibt eine mit schmutzigen Mitteln erreichte Karriere in einer korrupten Gesellschaft, die auf solche Methoden zu warten scheint.

Ein zeitloses Thema, worauf nicht zuletzt die Tatsache deutet, dass die Internet Movie Database rund ein halbes Dutzend Verfilmungen für Kino und Fernsehen auflistet. Diese britische Produktion fügt nun noch eine hinzu.

Bel Ami 02

Robert Pattinson war in den Twilight-Filmen der nette Vampir, hier soll er einen egoistischen, manipulativen, rücksichtslosen Karrieristen geben. Das versucht er durch ein kurioses Mienenspiel zu erreichen, mit dem er die Nominierung für die Goldene Himbeere schon sicher haben dürfte: Pattinson verzieht regelmäßig in verschiedenen Richtungen den Mund, lässt die Oberlippe vibrieren oder versucht sich im Zähnefletschen. Das wird schon recht bald zu einem kaum erträglichen Manierismus.

Pattinson ist in jeder Szene zu sehen, und allein seine schwache Vorstellung könnte den Film schon verderben. Wenn es da noch etwas zu verderben gäbe. Die Inszenierung von Declan Donnellan und Nick Ormerod hakt brav die Kapitel des Romans ab und malt schwungvoll das Pariser Nachtleben aus, wo immer gerade jemand „Champagner“ ruft. Durch keine Idee verbunden, folgt Szene auf Szene, von einer Verführung zur nächsten, von einer lasziv in Bettlaken gehüllten Geliebten zur anderen. Das Ganze wird serviert mit dröhnender musikalischer Untermalung.

Bel Ami 03

Uma Thurman als intelligente und begabte Madame Forestier, die hinter dem beruflichen Erfolg des ungebildeten Bel Ami steht, könnte eine interessante Frauenfigur sein, die der Glattheit von Pattinsons Figur etwas entgegensetzt. Man sieht sie hin und wieder als verbissen recherchierende Journalistin/Hausfrau, aber ein wirkliches Interesse an seinen weiblichen Rollen hat der Film nicht. Kristin Scott Thomas und Christina Ricci als weitere amouröse Opfer spielen ihren Kollegen zwar an die Wand, die Handlung verlangt aber, dass er triumphiert.

Trailer zu „Bel Ami“


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Kommentare


xxx

so sie drucken nur , wenn man mit Ihnen uebereinstimmt...Sie koennen Ihre Meinung sagen aber wenn jemand Sie kritisiert dann verkrichen Sie sich .....dass sagt schon alles.


Michael

Liebe Gabi,
wir veröffentlichen gerne jede Kritik, sie sollte aber nicht nur aus einer Aneinanderreihung von Beleidigungen bestehen. Der Autor hat seine Meinung über das Schauspieltalent von Robert Pattinson, wenn Sie Ihre äußern möchten, können Sie das natürlich gerne tun.
LG Michael


xxx

so, der Kritiker kann seine Beleidungen aussprechen und sehr persoenlich werden indem er sich auf die Oberlippe konzentriert aber wir duerfen das natuerlich nicht ....der Film besteht aus so vielen Eindruecken. Herr Pattinson hat diesen George sehr gut dargestellt. Lesen Sie das Buch in french und sie werden sehen das Herr Pattinson mit 22 Jahren eine eindrucksvolle Darbietung gibt. Die Scene in der Kirche, die Scene als er die Blumen kaufte und sein Wutausbruch ....der Moment indem er die Hure begutachtete..das waren exellente Momente. Oh well , its written by a Man ..und ich kann seine Abneigung gegn diesen schoenen Mann verstehen. Verdiehnt hat er es nicht. Es ist mir unverstaendlich das soviel von einem so jungen Talent verlangt wird und er fuer jede Bewegung oder Geste bis auf das kleinste Detail.verurteilt wird. In dem Trailer zeigt er mehr Talent als viele in seiner Altersgruppe.Und es ist schade weil hier haben wir endlich mal wieder einen Schauspieler der auf das Niveu von Nickolson or deNiro zusteuert und man muss ihn wegen seinem Ausehen kritisieren. Herr Cronenberg hat Mr. Pattinson als einer der staerksten Talente dieser Generation bezeichnet weil, Herr Cronenberg sich nicht auf die Oberlippe konzentriert und er eine fairen Comment ueber das allgemeine Talent abgegeben hat. Sorry for my German


Lisa

whow whow whow...Kritik ist subjektiv! Da sollte sich niemand angegriffen fühlen. Und ein junger, weltberühmter Schauspieler muss sicher nicht verteidigt werden.

Es wirkt vielleicht kleinlich sich auf die Oberlippe von Pattinson zu beziehen, aber ich muss selbst zugeben, dass es mich auch gestört hat. Ein typischer "Gewollt und nicht gekonnt"-Stil. Beim Film kann ein Schauspieler durch kleinste Mimikspiele bewegen; alles was übertrieben dargestellt ist, wirkt unecht. Und ich würde mich nicht als Pattinson-Gegner bezeichnen.

Die übertriebene Starbesetzung war für so eine seichte Story, ohne viel Emotion und Tiefgang, echt zu viel. Vielleicht soll genau dadurch gepunktet werden. Schade eigentlich.






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