Das internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum. Studierende des Seminars „Fragen an den aktuellen Dokumentarfilm“ (Stiftung Universität Hildesheim) besprechen sechs Beiträge aus dem diesjährigen Programm. Special
„I’m not a fucking journalist! I’m a filmmaker!“ Krawallschachtel Abel Ferrara hat mit Piazza Vittorio einen wildwüchsigen Dokumentarfilm über den größten, aber sicher nicht den schönsten Platz Roms gedreht. Filmkritik
VoD: Die Zeit sprengen, um das Unumkehrbare zu erzählen. Zur Pascale-Ferran-Retrospektive stellen wir ihren Debütfilm Die Sandburg (1994) vor, der unsere Vorstellungen vom Lauf der Dinge untergräbt. Filmkritik
Wunsch, Wirklichkeit und die Anarchie dazwischen: Patti Cake$ bringt eine weiße Gangsta-Rapperin auf die Bühne und gefällt sich dabei ganz schön in seiner Indie-Smartness, spannt aber auch einen netten musikutopischen Horizont auf. Filmkritik
Die Marvel-Maschinerie surrt in Thor – Tag der Entscheidung wohlvertraut vor sich hin und lässt sich von den Vorlieben der Regie – einem sprücheklopfenden Steinwesen etwa oder Jeff Goldblum – nicht groß stören. Aber was wären wir ohne die Verlässlichkeit der Maschinen? Filmkritik
Macht den jungen Mann sein Date nervös oder die Kamera, die zuschaut? In Berlin Excelsior filmt Erik Lemke Bewohner eines Kreuzberger Mietshauses und ist live dabei, wenn sie sich inszenieren. Filmkritik
Der Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Trotz Hauptfigur mit Weltkriegstrauma interessiert sich Babylon Berlin mehr für die Vorahnung des Kommenden. In den Straßenschlachten des Blutmai findet der erzählerische Druckkessel der Serie erstmals ein Ventil. Filmkritik
Dreckige Naturromantik: Francis Lees God's Own Country lotet die Grenzen zwischen schönen, aber einsamen Landschaften und den sich in ihr aufhaltenden Körpern aus. Die Geschichte einer Transformation in Zeiten des Brexit. Filmkritik
Antikoloniale Ungewissheiten: Die Webserie Kinshasa Collection wirkt immer wieder unfertig, uneindeutig und ohne eigene Handschrift. Umso besser, denn auf diesem Weg feiert sie ein utopisches Versprechen der Mode. Filmkritik
Auf der ersten Etappe seines weltumspannenden Dokumentarfilmprojekts ist Michael Glawogger gestorben. Monica Willi hat das gedrehte Material zu einem Film gemacht. In Untitled findet sich die Zuschauerin stets mittendrin, bei der Arbeit, bei den anderen, schlicht und einfach in der Welt. Filmkritik