Streaming-Tipp: Romantische Ruhelosigkeit. Paul Thomas Andersons Licorice Pizza ist extrem reichhaltig und extrem simpel zugleich, ist Epochen-, Gesellschafts- und Kinogeschichtenpanorama – aber vor allem einfach eine Liebesgeschichte. Filmkritik
Die Schlagkraft weiblicher PoV-Shots. Pleasure erzählt von einer jungen Schwedin, die in der Pornoindustrie L.A.s ein Star werden will, und zeigt Potenziale zur Selbstermächtigung ebenso wie die Mechanismen, denen sie unterworfen wird. Filmkritik
Hongkong-Star Sammo Hung drehte alles, was es mit Kampfsport und Action zu drehen gibt. Als Schauspieler überrascht er mit graziösen Bewegungen, die angesichts seines Umfangs unmöglich scheinen. Als Regisseur zaubert er aus Schnitt und Choreografie atemberaubend schöne Kämpfe. Special
An nur einem Tag fädelt Eva Husson die Lebensgeschichte einer Hausangestellten auf. Ein Festtag ist ein so sinnlich-saftiger wie aufmüpfiger Film, der für seine Protagonistin sogar ein bisschen Dekadenz erhascht. Filmkritik
Lamb erzählt in unterkühlter Langsamkeit von einem Hirtenpaar, das ein Schafskind mit menschlichem Körper großzieht – und flüstert Fragen über Anthropozentrismus und Transhumanismus in den isländischen Nebel. Filmkritik
Elephant meets Stirb langsam. In Run Hide Fight ruft ein Schul-Amoklauf eine junge Heldin mit ärmellosem Shirt auf den Plan. Regisseur Kyle Rankin bekommt bei diesem heiklen Mix leuchtende Augen. Filmkritik
Apple TV+: English Gothic, Expressionismus, Film Noir. Joel Coens Macbeth ist eine einzige Synthese der Traditionen, in der sich zusammenfügt, was vielleicht ohnehin zusammengehört. Filmkritik
Die Matrix ist nun voller warmer Farben. Der vierte Teil der Reihe erlaubt sich eine Leichtigkeit, für die in den todernsten Vorgängern kein Platz war. Zugleich fühlt sich Matrix 4: Resurrections manchmal an, als ob vier Filme gleichzeitig ablaufen. Filmkritik
Wer bemängelt an einer Achterbahnfahrt schon falsche Kurven? Spider-Man: No Way Home lässt unbekümmert Erzählwelten zusammenprallen und treibt das Marvel-Prinzip, mit jeder Szene auf Affekte zu zielen, auf die Spitze. Filmkritik
VoD: „Was sollen wir tun? Wir müssen leben.“ In Drive My Car verwebt Ryūsuke Hamaguchi die Lakonie Murakamis mit der Melancholie Tschechows und untersucht behutsam die Spuren, die Menschen in den Leben anderer hinterlassen. Filmkritik