The Thing

Als Erstling gleich einen Carpenter-Klassiker neu verfilmen: Matthijs van Heijningen Jr. lässt in der Antarktis das Ding aus einer anderen Welt zur Abwechslung auf einen Trupp Norweger los.

The Thing 1

Wenn ein Studio einen geliebten Klassiker aufgreift, um sich an einem Remake zu versuchen – gerade im Genrekino ist das ja mittlerweile gang und gäbe, um nicht zu sagen: der anscheinend oft schon übliche Modus der Filmentwicklung –, dann handelt es sich natürlich schnell Ärger mit den Fans ein, die den Ursprungsfilm gerne als unantastbares Heiligtum betrachten.

Bei Universal hat man sich für einen recht cleveren Weg entschieden und statt eines Remakes von John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing) ein Prequel inszeniert, also gewissermaßen die Vorgeschichte des Klassikers von 1982 auf die Leinwand gebracht. Das hat erstaunlicherweise die Fanboys beruhigt und gibt dem Film eigentlich etwas mehr Raum, seine Handlung auf ganz eigenen Pfaden zu entwickeln – herausgekommen ist dann aber doch nur ein Remake, wenn auch ein recht ordentliches.

The Thing 2

Man schreibt den Winter 1982, und die Mitarbeiter der norwegischen Forschungsstation Thule finden irgendwo im Eis der Antarktis ein Raumschiff – wie lange es da schon liegen mag, weiß man nicht, aber praktischerweise ist ein gut erhaltenes Alien auch gleich mit eingefroren worden. Die junge Paläontologin Kate Lloyd (Mary Elizabeth Winstead) wird mit ein paar amerikanischen Wissenschaftlern unter großer Geheimhaltung eingeflogen, und gemeinsam will man den Außerirdischen bergen und erforschen.

Das geht naturgemäß nur so lange gut, bis das Wesen sich als höchst lebendig, hungrig und unangenehm entpuppt; schlimmer noch: Es kann die äußere Gestalt seiner Opfer annehmen, und nur in Momenten der Gefahr bricht es im Wortsinne hervor und heraus. Man weiß also schon bald nicht mehr, wer Mensch ist und wer Monstrum, und mehr als einmal öffnen sich hier mit schönstem CGI humane Leiber zu gefräßig-insektoiden Fremd-Körpern. Da ist schönster Body-Horror mit tiefsitzender Paranoia verbunden – ein Stoff, der geradezu nach politischer Ausdeutung schreit und in seiner Geschichte schon verschiedene Deutungen erfahren hat.

The Thing 3

Denn schon Carpenters Film war ein Remake, oder wenigstens eine Neuadaption der Novelle Who Goes There? von John W. Campbell Jr. aus dem Jahre 1938 – die war schon 1951 von Howard Hawks und Christian Nyby verfilmt worden. Und zugleich variieren die Filme auch das Körperfresser-Motiv, das spätestens seit 1956 in unzähligen Abwandlungen durch das Science-Fiction-Kino wandert. Die Infiltration von Körper und Gesellschaft erlaubt dabei Ausdeutungen zwischen Politik, Fremdenfeindlichkeit und Seuchenängsten.

Von solchen Subtexten findet sich freilich zunächst einmal wenig in der soliden Regiearbeit von Neuling Matthijs van Heijningen Jr. Sein The Thing ist deswegen noch kein schlechtes Vergnügen – er ist allenfalls ein wenig zu glatt, zu gut geölt, bringt zu viele austauschbare Figuren ins Spiel, deren Aufgaben ganz den Anforderungen stereotyper, generischer Regeln entsprechen. Mit anderen Worten: Es gibt hier nicht viele Überraschungen, kaum Ecken und Kanten, dafür solide, stellenweise blutige, aber insgesamt unterkomplexe Unterhaltung.

The Thing 7

Das geht aber auch völlig in Ordnung: Monstrum wie Setting sind schließlich klassisches B-Movie-Material, und dieses wurde hier flott und ohne große Löcher in Handlung oder Spannungsbögen umgesetzt. Dergleichen setzen erfahrene Regisseure oft mit größeren Budgets nicht so befriedigend um. Es fehlen aber dann doch, und deswegen ist die Neuverfilmung eine Enttäuschung für die Fans von Carpenters Fassung, die inszenatorischen Einfälle und das etwas Widerborstige, das in dem oft unterschätzten Meisterwerk von 1982 zu finden ist.

Und obwohl der Film, in Erzählstruktur, Figuren und Themen natürlich doch ein Remake ist, hat sich van Heijningen dennoch sichtbar bemüht, das Schildchen „Prequel“ ernst zu nehmen, und saubere Anschlüsse an den diegetisch folgenden Film konstruiert. Zumindest das werden ihm die Fans vielleicht danken.

Trailer zu „The Thing“


Trailer ansehen (2)

Kommentare


Freddy Krueger

Ich stimme dieser Kritik gar nicht zu der Film wird hier als mittelmäßiger Film dargestellt und dann steht da noch "die Neuverfilmung eine Enttäuschung für die Fans von Carpenters Fassung". Dem kann ich nur wiedersprechen. Ich bin ein großer Carpenter Fan und natürlich ist The Thing seine beste Arbeit gewesen, ich habe diesen Film so oft gesehen und bin ein großer Fan das Prequel hat mir sehr gut gefallen und ich finde er kommt an Carpenters Version ran. Für mich ist diese Neuverfilmung von The Thing nicht nur großes Kino sondern auch einer der besten Film der letzten Jahre. Unheimlich spannend, gute Musik, tolle Schauspieler und nicht wie sonst die bekannten Gesichter, eine ganz düstere Kulisse und dazu kommen tolle Effekte die aber zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder kitchig rüber kommen. Und noch was positives der Film hat den 80er Jahre Stil und Flair.

Also ich bin ganz anderer Meinung als diese Kritiker.
In den letzten Jahren kamen soviele schlechte Film Made in Hollywood das The THing mal wieder großes Kino bot.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.