Embargo hier, Embargo da

Die Berlinale baut ihre Berichterstattungsverbote aus und drohte critic.de zeitweilig mit Akkreditierungsentzug, wenn ein negativer Vorabbericht nicht umgehend von der Seite entfernt wird. Eine Protestnote.

Das weisse Band 01

Eigentlich sollte hier unser Bericht über die Perspektive Deutsches Kino stehen. Wie in den Vorjahren hat sich einer unserer Autoren die gesamte Sektion angesehen und darüber einen Text geschrieben. Und wie in den Vorjahren ist dieser Text einige Tage vor dem Festival erschienen. Doch weil sich Journalisten-Kollegen beschwert haben, dass wir uns mit diesem Artikel nicht an das Weltpremieren-Embargo halten (das Verbot im Wortlaut: „Kritiken zu Berlinale-Filmen, die während des Festivals ihre Weltpremiere haben, dürfen erst nach Beginn der ersten öffentlichen Vorführung veröffentlicht werden“), hat die Berlinale uns mit Konsequenzen gedroht – kurzzeitig sogar mit dem Entzug der Akkreditierung für unseren Autor. Besonders unverständlich ist für uns, dass selbst nach unserem Hinweis, dass die Redaktion für den Zeitpunkt der Veröffentlichung verantwortlich sei, der Druck weiterhin dem Autor galt.

Nur: Unser Autor hat gar keine Kritik verfasst, sondern einen Überblicksartikel zum Programm, wie er zuvor mit der Sektion selbst abgesprochen war. Wir schließen damit nicht nur nahtlos an frühere Jahre an, sondern sind in bester Gesellschaft: Überblicksartikel mit Wertungen zu einzelnen Filmen veröffentlichen u.a. der Berliner Tip, die Berliner Zeitung und viele andere Printpublikationen. Auch wenn sicher streitbar ist, wo ein solcher Artikel aufhört und eine Kritik beginnt: Angesichts dessen, dass weder unsere Texte aus den Vorjahren noch vergleichbare Artikel von Kollegen ein Problem darstellten, liegt der Verdacht nahe, dass die Berlinale immer restriktiver wird. Sie folgt damit einem Trend, den sie bereits 2014 mit einem kompletten Berichterstattungsverbot (ohne Ablauffrist) für einen Film von Martin Scorsese selbst gesetzt hatte. Sie steht bei den großen internationalen Premierenfilmfestivals allerdings allein auf weiter Flur: Weder Cannes noch Venedig kennen vergleichbare Einschränkungen der Pressefreiheit.

Durch die zumindest vorläufige Vorenthaltung der Akkreditierung wurde zunächst Druck auf uns ausgeübt und schließlich um Entfernung des Artikels gebeten. Wir haben dem vorläufig Folge geleistet, um die Arbeit unserer Kollegen vor Ort nicht eingeschränkt zu sehen, und überlegen, künftig dafür von Berichten zur Perspektive Deutsches Kino abzusehen. Allerdings sind wir gleichzeitig der Ansicht, dass dieses Berichterstattungsverbot im Grundsatz falsch ist und die sehr enge Auslegung des „Kritik“-Begriffs ein schlechtes Signal setzt. Denn die Berlinale-Pressestelle beharrt darauf, dass unser Artikel eindeutig einen Embargo-Bruch darstelle. Wogegen anscheinend positive Wertungen, wie sie im Tip – allerdings tatsächlich kürzer – erschienen sind, keinen solchen Bruch darstellen.

Für uns schließen sich daran eine Reihe von Fragen an: Wird Print gegenüber Online bevorzugt? Ab wann ist ein wertender Artikel einer verbotenen Kritik gleichzusetzen, und bis wohin ist er noch erlaubt? Ist die Berlinale ein Zensurorgan, das genehme von nicht genehmen Überblicksartikeln unterscheidet? Welchen Begriff von freier Presse hat die Berlinale? Welche Rolle spielt es, dass der Artikel bei uns von der Tendenz her kritisch ist, während andere Artikel das Positive betonen? Antworten gerne an: redaktion@critic.de

Die Redaktion

Kommentare zu „Embargo hier, Embargo da“


zykez

Dann berichtet doch einfach von der Genrenale. Berlinale wird eh überschätzt. ;)
http://www.genrenale.de


dankothenschulte@aol.com

Grauzonen muss man ausloten. Letztlich ist es eine Frage, die weniger zwischen Veranstalter und Presse entschieden werden muss als unter Kollegen. Es wäre zum Beispiel unsozial, wenn ein Portal für Filmkritiken seine AutorInnen nicht oder nur teilweise bezahlen würde. Da dieses Portral nun in Konkurrenz zu Kritikern steht, die von ihrer Arbeit leben müssen und die sich dennoch an ein Embargo halten, würde man damit diese Kollegen und die Zukunft des ganzen Berufsstandes gefährden. Ich habe das hier mal hypothetisch formuliert, weil ich nicht weiß, wie es sich in diesem Fall verhält.


Ricardo

Nichts für ungut, Daniel, aber du verfehlst das Thema. Wie von der Redaktion dargelegt, war der Überblicksartikel abgesprochen und in den letzten Jahren gab es ja auch nie Probleme damit. Andere Magazine und Zeitungen veröffentlichen diese ebenfalls vorab. Den Konflikt jetzt auf den Grabenkampf "bezahlte Kritiker vs. unbezahlte Kritiker" zu lenken und von einer Gefährdung des "gesamten Berufsstandes" zu sprechen, blendet das eigentliche Problem, auf das diese Pressenote hier hinweisen möchte, ganz elegant aus: Wenn eine Grauzone eventuell dazu genutzt werden kann unliebsame Artikel auszuschalten, dann wird ein demokratisches Prinzip in Frage gestellt. Das muss diskutiert werden.


Frédéric Jaeger

Daniel, die Frage, ob ein "Portal" in Konkurrenz steht zu einzelnen Kritikern - oder ein "Portal" zu Verlagen, Zeitungen, Zeitschriften in diesem Verhältnis steht, find ich interessant. Aber nicht so einfach zu beantworten. Da spielt natürlich auch hinein, dass die allermeisten "bezahlten" Aufträge rund um Filmkritik in keinem angemessenen Verhältnis zur Arbeit stehen. Du weißt sicher, dass critic.de ein ehrenamtliches Projekt ist, das nicht zuletzt deshalb existiert, weil wir Filmkritik und Cinephilie nicht exklusiv als Lohnarbeit verstehen. Weil es Dinge gibt, die anderswo nicht geschrieben werden können. Weil das Internet uns solche Möglichkeiten bietet, auch das zu veröffentlichen, was nicht (irgendwie) rentabel ist. So zum Beispiel eine ästhetische (statt inhaltistische) Analyse der Filme der Perspektive Deutsches Kino. Schwer fällt mir, den Link hier zu dem Szenario herzustellen, das du skizzierst. Das Embargo galt bisher nicht für Überblicksartikel - wie sie Tip, Zitty, Berliner Zeitung, Tagesspiegel und auch critic.de veröffentlicht haben. Nun soll trotz anderslautender Absprache das Embargo plötzlich auch für unseren Überblicksartikel gelten. Aber nicht für die anderer Medien. Das findest du dann gut, weil damit die leidlich oder halbwegs bezahlten Autoren besser gestellt werden? Oder soll alternativ einfach gar kein Bericht mehr über die Perspektive vor deren letztem Abend erscheinen dürfen? Oder geht es gar darum, dass die Veröffentlichung am Eröffnungstag für dich ok ist, wenn dann alle gleichzeitig veröffentlichen, aber nicht vorher?


Ekkehard Knörer

Lieber Daniel Kothenschulte, was für ein gefährlicher, in letzter Instanz der Zensur durch den Markt das Wort redender Unsinn. Gäbe es Portale wie critic.de oder Zeitschriften wie Cargo (wir können auch keine Honorare zahlen) nicht, dann gäbe es das, was dort veröffentlicht wird, anderswo schlicht zum größten Teil: gar nicht. Das rechnet sich nämlich nicht. Keine Frage, dass das unerfreulich ist, wir können gerne über Subventionsmodelle nachdenken, aber in der Realität existierenden Filmpublizistik gibt es nur die Alternative zwischen so oder gar nicht.


dankothenschulte@aol.com

Lieber Ekkehard Knörer, nein, mit Zensur durch den Markt hat das rein gar nichts zu tun, ganz im Gegenteil: In einer Marktwirtschaft verletzt Gratisarbeit das Solidaritätsprinzip. Wie lange hat es gedauert, bis in Deutschland ein Mindestlohn eingeführt wurde - und ausgerechnet die Kulturwirtschaft tut sich schwer, ihn zu akzeptieren. Ein Beispiel: Ich bin im Nebenjob Stummfilmpianist. Diese Arbeit liebe ich so sehr, dass ich sie auch umsonst oder für ein Butterbrot machen würde. Doch ich muss mir das verkneifen, denn damit wäre ich eine Billigkonkurrenz zu den hauptberuflichen Kinopianisten, die von ihrem Beruf allein leben müssen. So trete ich nicht unter den Honorargrenzen auf, die auch ein Berufspianist mindestens bekommt. Ich musste das auch erst lernen, dass ich den Kollegen helfe, wenn ich ein professionelles Honorar verlange. Was das Schreiben betrifft rede ich nicht von freien Texten, persönlichen Artikeln, Essays und Blogs, sondern von Formen, die in Konkurrenz zum Journalismus stehen, wie sie Frédéric selbst mit Tipp, Zitty oder Berliner Zeitung für vergleichbar erklärt. Das Problem beginnt spätestens da, wo ein Unternehmen gewinnorientiert arbeitet aber nicht jeder bezahlt wird. "Ehrenamtliche Tätigkeit" kann es nur in gemeinnützigen Institutionen, nicht in der freien Wirtschaft geben, Ich habe auch schon umsosnt in Fanzines und nicht kommerziellen Publikationen geschrieben. Aber ich sehe ein großes Problem darin, dass zum Beispiel im akademischen Kontext Artikel kaum noch bezahlt werden, obwohl meist kommerzielle Verlage an den Büchern verdienen, ich habe schon die absurdesten Rechteübertragungen vorgelegt bekommen.. Auch hier fällt es manchmal schwer, nein zu sagen, aber ich finde, man muss sich dem verweigern. Wenn ich also eine Filmkritik oder einen filmjournalistischen Text schreiben soll oder anbiete, dann verlange ich dafür ein faires Honorar. Wenn ich selbst etwas organisiere, zahle ich jedem ein faires Honorar. Und wenn mich ein Festival einlädt, frage ich sofort den Mitarbeiter, der mich vom Bahnhof abholt, ob er bezahlt wird. Sonst trete ich nicht auf.


Michael Kienzl

@dankothenschulte@aol.com Also der Vorwurf richtet sich an Filmkritiker, die nicht von ihrer Arbeit leben können? [Hier wurden zwei Sätze auf Wunsch von D. Kothenschulte gelöscht.] Ich würde übrigens sehr gerne von meiner Arbeit "leben müssen". [Dieser Kommentar wurde auf Wunsch von D. Kothenschulte redigiert.]


Michael Kienzl

@dankothenschulte@aol.com [bezieht sich auf einen Kommentar von D. Kothenschulte, der auf eigenen Wunsch wieder gelöscht wurde.]
[Der erste Satz dieses Kommentars wurde auf Wunsch von D. Kotheschulte gelöscht]. Tatsache ist aber immer noch, dass Sie aus einer verhaltnismäßig privilegierten Position heraus Leute angreifen, die von ihrer Arbeit nicht so gut leben können. Es erstaunt mich auch ein bisschen, dass Sie auf meine Kritik so dünnhäutig reagieren. Mein Kommentar war letztlich nur eine – zugegeben etwas überspitzt formulierte – Reaktion auf Ihre Unterstellung, wir würden Ihren Arbeitsplatz gefährden. Dann könnte ich ja genauso sagen, dass die Qualität der Filmredaktionen großer Zeitungen nur zunehmend sinkt, weil es Journalisten gibt, die sich dem System fügen. Etwas „unter Kollegen“ ausmachen, sollte nicht bedeuten, dass man Leute angreift, die an Textformaten interessiert sind, für die man heutzutage leider nur noch selten bezahlt wird. Und eine Anschuldigung wird nicht dadurch besser, wenn man sie als Suggestivfrage einfach mal so in den öffentlichen Raum stellt.


Daniel Kothenschulte

Ist es wirklich schon ein Privileg, für seine Arbeit bezahlt zu werden? Haben Sie den Neoliberalismus inzwischen schon soweit verinnerlicht, dass Lohnforderungen gar nicht mehr vorgebracht werden dürfen? Dass es nobler ist, umsonst zu arbeiten? Dann würde das Kritikenschreiben wirklich zum Privileg für Menschen, die es sich leisten können, welche zu schreiben. Der Kulturbetrieb lebt in weiten Teilen von der Selbstausbeutung der Kulturliebhaber. Dass er sich dabei immer weiter von den unteren Schichten abkoppelt, liegt auch daran, dass es für materiell besser Gestellte leichter ist, sich ohne angemessenes Honorar zu engagieren. Ich gehörte nie zu einer solchen Schicht. Das kann man nur ändern, indem man Mindestlöhne auch im Kulturbetrieb durchsetzt. Der Kulturjournalismus war eines der wenigen Betätigungsfelder, in denen Kunstliebhaber, Experten, Autoren ein Auskommen finden konnten, auch unabhängig sonstiger Reputation oder akademischen Abschlüssen. Vieles von dem was heute Kluges über Film im Internet erscheint, hätte auch früher kaum einen Platz in den zahlenden Medien gefunden. Ich nutze diese Seiten intensiv. Aber wenigstens die verkäuflichen Formate, Kritiken oder klassischer Filmjournalismus verdient eine Bezahlung.Jeder, der auf sein Honorar verzichtet, macht es Redaktionen leichter, selbst auch daran zu sparen. In den letzten zwanzig Jahren habe ich sie überall schrumpfen sehen.


ule

Lieber Daniel Kothenschulte. Gerade aufgrund Deines FR Backrounds verstehe ich Deine Argumentation besser. Hieraus ergibt sich ein logischer Schluss, der mir aber unangenehm bleiben muss. Zu Ende gedacht bedeutete Deine Ausführung, dass Internet- Blogs oder Portale wie Critic.de, die zum Teil unentgeltlich von Menschen mit viel Passion und nachweislicher Professionalität betrieben werden, nicht oder nur eingeschränkt von bestimmten Ereignissen berichten sollten, da sie ansonsten ein marktwirtschaftlich notwendiges "Solidaritätsprinzip" untergraben könnten und somit das Risiko einer zunehmend prekären Bezahlung von Arbeitnehmern wie deinesgleichen erhöhten. So verstanden bedeutete Dein "Solidaritätsprinzip" aber hpts. Solidarität Dir selbst gegenüber, und das aus einer Comfortzone des Etablierten heraus. Mit Verlaub, das ist egoistisch motivierter Protektionismus, verkleidet als Solidarität für alle, aka "Schiss" .


Ekkehard Knörer

Lieber Daniel Kothenschulte, dann sind wird wirklich nicht weit auseinander - offenbar aber darin, wie wir critic.de einschätzen und wo wir die Grenze zwischen Markt und Nicht-Markt sehen. Ich sehe nicht, dass critic.de in *ökonomischer* Konkurrenz zu Berliner Zeitung, Zitty etc. steht. Meiner Kenntnis nach existiert es nur, weil genug Leute zur Selbstausbeutung bereit sind (um das, was man auch Leidenschaft und Dinge-allein-um-der-Sache-willen-Tun nennen könnte, beim ökonomischen Namen zu nennen, was ich im übrigen eher ungern tue, eben weil man sich damit schon einer Logik unterwirft, die eine gefährliche ist, das ist schon auch ein wichtiger Punkt). Am "Markt", also per Anzeigen u.ä., finanziert kriegt man so etwas wie critic.de in Deutschland nicht - es reicht ja nicht mal, wie man dem Aufruf von neulich entnehmen kann, für die trotz weitgehend ehrenamtlicher Tätigkeit entstehenden Kosten. Der "Markt" ist an analytischen, ernsthaften, voraussetzungsreichen Texten, wie sie bei critic.de (oder auch Cargo, ich nehme uns einfach als mitgemeint) veröffentlicht werden, kaum interessiert. Dass das mit dem Format zu tun haben sollte, leuchtet mir nicht ein: Ja, das sind schon Filmkritiken hier, aber Ihre Prämisse, dass das per se "formatierte" und darum verkäufliche Texte seien, die man deshalb nicht umsonst hergeben dürfe, scheint mir schlicht falsch. Darum ist, was nach einem Solidaritätsargument klingt, in Wahrheit eben, wie ich schon sagte, eine Forderung nach Zensur durch den Markt. Und was wiederum den akademischen Buchmarkt angeht, da liegt das Problem ja nicht darin, dass Akademiker kein Geld für ihre Texte kriegen, sondern dass kommerzielle Verlage teils horrende Summen nehmen und wenig bis nichts dafür tun. Ich bin sehr dafür, das anders zu organisieren, siehe zum Beispiel hier: https://www.merkur-zeitschrift.de/2016/10/24/siggenthesen/


Thalia

Die Berlinale gibt Bedingungen vor. Die muss man nicht gut finden, aber entweder man hält sich daran oder man riskiert halt den Rauswurf. So ist das überall.
Für mich fängt die Ungerechtigkeit schon damit an, dass viele Verleihe gehalten sind, nur einige wenige "erlauchte" Kollegen vorab zu ausgewählten Pressevorführungen der Wettbewerbsfilme einzuladen. Die Berlinale würde sich keine Zacken aus der Krone brechen, wenn den Film vorab statt 5 Leuten auch 20 sehen würden und damit nicht der Eindruck entstünde, es gäbe eine Zweiklassengesellschaft. Auf der Berlinale wäre immer noch ausreichend Publikum, mitunter waren die Kinosäle wieder so voll, dass nicht jeder rein kam.
Kurzum: Das finde ich ziemlich blöd. Aber deshalb einen großen Aufwasch machen? Es ist das gute Recht der Berlinale bestimmte Regeln vorzugeben. Und wenn man sich nicht dran hält, muss man sich über die Konsequenzen auch nicht wundern. Dass Zweiklassengesellschaften Neid unter Kollegen und Ärger schüren, ist doch klar.


Frédéric Jaeger

@Thalia: Den Artikel nicht gelesen? Richtig ist: Die Berlinale gibt Bedingungen vor, die wir alle eingehalten haben. Die Auslegung, ob ein Überblicksartikel eine Filmkritik ist (ist er natürlich nicht), haben wir sogar vorher explizit mit der Berlinale abgeklärt. Im Nachhinein hat sich die Berlinale dazu entschieden, die bisher geltenden Regeln deutlich restriktiver auszulegen und den Überblicksartikel doch als Embargo-Bruch einzuordnen und entsprechenden Druck auszuüben, das unser Artikel gelöscht wird, während andere, positivere Artikel von Zeitungen und größeren Medien online blieben und nicht beanstandet wurden. Haben wir das zu respektieren? Nein.
Eine Verbindung zur Zweiklassengesellschaft (in Wahrheit gibt es natürlich deutlich mehr als nur zwei Klassen) findet sich darin auch. Übrigens finde ich die Obrigkeitshörigkeit, die aus dem Satz "Es ist das gute Recht der Berlinale bestimmte Regeln vorzugeben." spricht, traurig. Die Berlinale ist eine öffentliche Veranstaltung, getragen und finanziert durch die Bundesrepublik. Da könnte man also auch fragen: Welchen Umgang mit der Presse duldet eigentlich der Bund? Sorgt er für einen fairen und egalitären Umgang mit verschiedenen Medien? Klar, unser Fall ist im großen Ganzen eine Lappalie. Er steht aber natürlich für viele andere Fälle, die nie öffentlich werden.






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