Gespräche mit Gott

Wie lassen sich Glaube und Gottvertrauen mit einem aufgeklärten und reflektierten Menschen vereinen? Ein Film über den Bestsellerautor Neale Donald Walsch gibt darüber Aufschluss.

Gespräche mit Gott

Der amerikanische Autor Neale Donald Walsch zählt mit Publikationen wie der dreibändigen Buchreihe „Gespräche mit Gott“ gegenwärtig zu den erfolgreichsten Vertretern eines modernen Christentums. „Gespräche mit Gott“ ist laut Walsch eine Art Diktat der Unterhaltungen zwischen ihm und Gott und beinhaltet Reflexionen über Glaube und Religion. Auf Walschs internationalen Lesereisen hat es sich als erfolgreiche Methode etabliert, zunächst die berechtigten Zweifel seiner Skeptiker anzusprechen und sie polemisch und rhetorisch geschickt aus dem Weg zu räumen. Was Walsch mit seinem charismatischen Auftreten noch überzeugender macht, ist die Tatsache, dass er seinen Dialog mit Gott nicht als besondere Gabe verkauft. Stattdessen postuliert er, dass jeder Mensch die Stimme Gottes vernehmen kann, er müsse nur richtig zuhören. Mit Stephen Simon, der sich nach seiner Arbeit als Produzent weniger sittlicher Werke wie Body of Evidence (1993) mit seinem Regiedebüt Indigo (2003) sowie der Gründung des Spiritual Cinema Circle nun vor allem spirituellen Themen widmet, fand sich ein geeigneter Regisseur um die Botschaft Walschs auf die Leinwand zu bringen. In Gespräche mit Gott (Conversations with God) handelt es sich jedoch nicht um eine Verfilmung der gleichnamigen Bücher, sondern um die Biografie des Autors. Ohne kritische Distanz wird dabei der Werdegang Walschs (Henry Czerny) nachgezeichnet, der nach einem Autounfall arbeitsunfähig und obdachlos wird und sich durch einige spirituelle Erlebnisse zum gläubigen und millionenschweren Bestsellerautor wandelt.

In die Welt des Films finden zwar reale Probleme wie Armut und Obdachlosigkeit Einzug, allerdings wirkt die Realität darin ähnlich weichgespült wie in der Fernsehserie Ein Engel auf Erden (Highway to Heaven, 1984-1989), in der Michael Landon als Engel den Menschen zu ihrem Glück verhilft. Hier ist jeder Mensch im Inneren seines Herzens gut, und denen, die sich auf dem richtigen Weg befinden, lässt Gott auch einige Wunder zukommen.

Gespräche mit Gott

Da der Film auf ein möglichst großes Publikum abzielt und es für Walschs Erfahrungen begeistern möchte, müssen hier, wie so oft, Aufnahmen von unberührten Naturlandschaften und grelles, gegen die Kamera gerichtetes Sonnenlicht für eine Visualisierung des Göttlichen herhalten. Reichlich albern wird es, wenn sich Walsch im letzten Drittel des Films am Tiefpunkt seines Lebens befindet und sich plötzlich die mit viel Hall versehene Stimme Gottes mit den Worten „Hast du endlich genug?“ an ihn richtet. Auch wenn man dem Film zu Gute halten muss, dass das Christentum hier nicht ganz so bigott und reaktionär beworben wird, wie es im Kino häufig der Fall ist, verschwindet diese gute Absicht hinter der platten religiösen Symbolik.

Kommentare


Ernst

leider erzählt der Film mehr über das leben von neale Walsch als über das tolle Buch.

what the bleep do we know ist da sehr viel klarer und auch dokumentarisch.
Grüsse
Ernst


Maria

Dieser Film ist langweilig, durchsichtig, dumm und schrecklich amerikanisch. Nicht reingehen! Es lohnt sich nicht.


Janie

Michael Landon is God.


Piotr Gropper

Wenn ich zuerst den Film gesehen hätte, wäre ich zum Lesen des Buches nie gekommen. Der Film reduziert auf die Zeit des Autors als Penner, hat Schlichtheit und etwas rosige Wahrhaftigkeit. Der Rest schadet dem Buch; eine Marketingschmonzette übelster Sorte, abgezielt auf eine neue Kundengruppe, z.B. die Disneyland Besucher. Millionen Gewinne reichen nicht, es ist nie genug, nebenbei, das ist das Wesen jeder Sucht. Kamera, Musik und deutsche Synchronstimme von Gott bringen dann den entgültigen Absturz. Diesen Schwulst hat das Buch, Gott und Du und ich nicht verdient und es ist auch nicht anzunehmen, daß Walsch hier Opfer ist.
Und was haben wir doch gerade hier für tolle Stimmen für Gott z.B. Vadim Glowna oder Mario Adorf, auch altersmäßig gut passend. Vermutlich hätten Die aber abgelehnt, wegen zu wenig Gott. Schade um das Material.
Gruß&Blues.
Piotr


Lisa

Zum oberen Absatz:
Es ist gut, dass Walsch die Skepsis mancher Leute respektiert. Es gibt einfach zu viele Menschen, die diese Triologie (noch) nicht verstehen koennen, da sie noch zu sehr in ihrem alten Denkmuster festsitzen!
Diese Spiritualitaet ist aber keine Religion, also auch kein modernes Christentum. Es ist einfach die Wahrheit. Wer diesen Dialogen mit Skepsis begegnet, sollte anfangen einen besseren Weg zu suchen. Wenn man verurteilen kann, kann man auch neue Loesungswege vorschlagen!


DM

Der Film war toll aber das Buch noch viel besser. Es ist oft der fall, dass durch die Verfilmung eines Buches vieles reduziert wird, deswegen lohnt es sich wirklich auch das Buch in die Hand zu nehmen. Mir hat beides gefallen, liebe Gruesse!


Roberto Scalisi

Traurig, dass hier die leute kritik abgeben über eine stimme die verwendet wurde, anstatt das wesentliche zu erkennen: die Message dieses Films!

Guter Film, kann ich nur empfehlen!!!
Buch ist ein wenig ausführlicher :-)

God is LUV.


bobo-lemon

hahaha...oh mann, wie geil is das denn bitte?! mario adorf würde altersmäßig und stimmlich gott entsprechen?
also ich bin überzeugter atheist und filmvorführer in einem kino und besagter film lief heute als sondervorstellung.
ganz objektiv betrachtet, kann ich dieser kritik hier vollkommen zustimmen. das restliche publikum ließ dann doch eher mit den mir vorangegangenen kommentatoren vergleichen - die zielgruppe ist hier ganz klar definiert und dürfte mit diesem genügsamen streifen im siebten himmel schwelgen. ich fühlte mich eher wie in einem "spirituellen", filmgewordenen gleichnis auf den amrikanischen traum....


martin

ich fand den Film sehr langatmig zum Thmea des Niedergangs von Neale. das Wesentliche über das Buch kam viel zu kurz, hätte mir da mehr gewünscht.

habe mir z.B. so Filme wie the secret oder bleep angeschaut da geht es intellektuell schon ans eingemachte... turnt mich mehr an.
Gruss


Peter

Ich fand den Film schön. Sicher war der Anfang etwas in die Länge gezogen und für die Gespräche blieb nicht viel Zeit übrig. Wer mehr wissen will kann die Bücher lesen.

Gruß Peter


Julia

Ich habe alle drei Bücher gelesen und war sehr erfreut, als ich mir die DVD bestellen konnte. Ich wusste, dass es in diesem Fil hauptsächlich um die Person Neale D. Walsch geht. Genau deshalb habe ich mir sie auch bestellt. Der Inhalt, den Gott hat übermitteln lassen, kannte ich schon durch die Bücher. Was sehr mitfühlend und ergreifend ist: der Film! Ich bin beeindruckt und ehrlich gesagt, hat dieser Film ein ganz besonderes Gefühl in mir ausgelöst. Neale D. Walsch hat trotz seiner "Niederlage" den Weg gefunden und das bereitet mir Freude. Ich kann die Verfilmung empfehlen.






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