Monga - Gangs of Taipeh

Liebestrunken, von Farben berauscht, dem Untergang geweiht: Monga – Gangs of Taipeh ist ein filmischer Fiebertraum des Coming of Age.

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Und ewig werden sie ihre Väter suchen, durch die engen Gassen gehetzt, geprügelt, wie sehnsüchtige, schmachtende Hunde. Im Zustand totaler sinnlicher Stimulation, inmitten der Pubertät, wenn alles vollkommen gesättigt ist mit Begierde und Wut und Melancholie: der Schlag ins Gesicht des Feindes, im Dampfbad der nackte Rücken des Freundes, im Hurenhaus die Gitterstäbe, die Mädchen, die Ruhe der Tempel, das Getuschel der Klassenzimmer und all die schmachtenden Blicke: von Mann zu Mann zu Junge zu Mädchen zu Mutter und immer in die Ferne. Nach Japan, nach China, in die Vergangenheit, auf der Suche nach den Vätern Taiwans.

Monga – Gangs of Taipeh ist Hyperkino, filmgewordener Überschwang der Sinnsuche vor dem Eintritt ins Mannesalter: Chou Yi-Mong a.k.a. „Mosquito“ (Mark Chao) ist neu im Handelszentrum Taipehs, gekommen mit der Mutter vom Festland. Überall in der neuen Heimat wird aufeinander eingehackt und diszipliniert, das Recht des Stärkeren ist das Gesetz der Welt. Mit 17 in den 1980ern in Taipeh: Freunde findet Mosquito in einer der Straßengangs. Ab dann ist alles Schmachten, Sehnen, Selbstzerfleischen.

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So viel Geschmacklosigkeiten, so viele Farben, Geheul, Gelächter: mit einem strengen Blick wird man hier nicht weit kommen. Bei Monga geht es nur um Intensität, um das Ausschöpfen aller Möglichkeiten des Kinos, Gefühle festzuhalten und auszuwalzen, zu dehnen und sich dann in sie einzuwickeln. Monga ist ein später, fast paradigmatischer Abkömmling der Postmoderne, ein schillerndes Gefüge endlos sich über- und ineinander fügender Oberflächen, Verweise und kleiner Raubzüge durch Stil- und Zeitgeschichten. Da ist West Side Story (1961), Saturday Night Fever (1977) in Story und Style, Laurel & Hardy im Slapstick, Bruce Lee und „Street Fighter“ in den Kämpfen, da ist Softporn, Gayporn und Karate Kid (1984), Freud, Buddha und Disco. All das verkocht zu einem knallig-süßen Emotionscandy in Scharlachrot. Kino für Hedonisten und Gefühlsjunkies.

Trailer zu „Monga - Gangs of Taipeh“


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