Ein perfekter Platz
Ein malerisches Viertel in Paris, eine ganze Reihe von Künstlern und solchen, die es sein wollen, und einige grundsätzliche Fragen über das Leben: Ein perfekter Platz, der dritte Film von Danièle Thompson, ist in seinem vergnügt-ernsthaften Tonfall ihr bisher bester.

Vordergründig geht es in Ein perfekter Platz (Fauteuils d’orchestre, 2006) um das junge Mädchen Jessica (Cécile de France), das vom Land nach Paris kommt. In Wirklichkeit aber geht es um Kunst, Musik und Theater – um einen in das glitzernde Kleid der Boulevardkomödie gewandeten kulturellen Dreiklang, der bei aller schwebenden Leichtigkeit auch so schwere Themen wie Tod und Scheitern verhandelt. Rund um die Avenue Montaigne – denn es handelt sich nicht zuletzt auch um einen Film über Paris als sehr konkreten Ort der Boheme und der Sehnsucht – kreuzen sich die Geschichten von Künstlern und Dilettanten, die allesamt kurz vor einer großen Veränderung in ihrem Leben stehen. Die allesamt einen – manchmal den letzten – großen Schritt wagen. Auch wenn die Carpe-Diem-Philosophie, die allen Handlungssträngen gemein ist, kaum mehr darstellt als ein dramaturgisches Schmiermittel, so vermag Regisseurin Danièle Thompson doch einen flotten und sehr einnehmenden Film daraus zu formen. Von Haus aus Drehbuchautorin, hat sie einigen ihrer Schauspieler vergnügte Kabinettstückchen auf den Leib geschrieben, vor allem Valérie Lemercier als neurotischem Fernsehstar mit großen Ambitionen. (tf)
Seite druckenFoto: Tobis/BR
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