Im Wettbewerb hat Anke Westphal (BLZ) nichts Neues entdeckt, dafür in einer Nebenreihe. Wie Hanns-Georg Rodek (WELT) findet, wird Cannes in diesem Jahr romantisch; wogegen Jan Schulz-Ojala (TSP) dem Gesetz des Stärkeren nachspürt. Special
Nassim Amaouche präsentiert in der „Semaine“ ein bescheidenes Debüt, das mit schauspielerischer Brillanz und inszenatorischer Finesse das Porträt einer Familie und eines Ortes am Rande der Gesellschaft zeichnet. Der Arbeitstitel Adieu Gary Cooper verwies ganz explizit auf das wiederkehrende Motiv des Westernstars, der hier als Held und Vaterersatz die Brücke zur (filmischen) Vergangenheit versinnbildlicht. Der Film, der zunächst als komödiantische Milieustudie auftritt, bekommt mit der Gary-Cooper-Persona eine märchenhafte Note, die die Protagonisten schließlich mit der Gegenwart versöhnen. Special
Treiben auf träger Flut: Der neue Film von Jim Jarmusch ist ein intellektuelles Experiment, das dem Zuschauer zu viel zumutet und sich selbst zu viel zutraut. Filmkritik
Regisseur John Maybury spürt den Frauen in Dylan Thomas’ Leben nach. All das, was am Rande der Liebe geschieht, studiert er in der Mimik der Liebenden. Filmkritik
In den Wettbewerbsfilmen kriselt es ganz schön, meint Andreas Borcholte (SPIEGEL). Special
Flämisches Niemandsland. Eine weitere Lost Persons Area wird im gleichnamigen Debütfilm der Belgierin Caroline Strubbe erforscht. Inmitten einer leblosen, industriellen Landschaft versucht eine Familie zu „funktionieren“. Eine hochsensible, körperlich greifbare Studie und einer der eindringlichsten Werke der diesjährigen „Semaine“, ausschnitthaft beobachtet, brillant fotografiert und gespielt. Special
Das Gedächtnis des Krieges: In kühler, extrem gedehnter Beobachtung zeigt der Serbe Vladimir Perisic das ewige Warten, die militärische Routine sich wiederholender, mechanisch ausgeführter Gesten, Rituale blinden Gehorsams. Ein stark reduzierter Debütfilm mit schauspielerischen Schwächen, auf dessen Echo man dennoch gespannt sein darf. Special
Wut und Drama stehen am Programm des ersten regulären Tages der 62. Filmfestspiele in Cannes, vermeldet die PRESSE. Special
VoD: Material konfrontiert seine Zuschauer nicht nur mit einer sehr persönlichen alternativen Beobachtung der DDR-Auflösung, sondern auch mit ihren eigenen Geschichtsbildern. Material sollte man im Kino schauen, und dann immer mal wieder. Filmkritik
Nach Berlin (2005) und New York (2007) stellt Kristian Petersens dritter Kompilationsfilm der Fucking Different-Reihe die Stadt in den Fokus, die für die amerikanische Zeitschrift Out die „Gay-Metropole des Nahen Ostens“ ist: Tel Aviv. Filmkritik