Kommentare

Wie im Himmel

Wie im Himmel

13.10.2005

Kay Pollaks schillerndes Künstlerportrait erzählt technisch brillant eine hoffnungslos naive Erlösungsgeschichte, die sich stellenweise ideologisch gefährlichen Positionen nähert. >> weiter...




Zurück zu Wie im Himmel

Anzeige: 1 - 10 von 60.
 

günter

Donnerstag, 25-12-08 21:30

Der Film ist ein Märchen, mit Engeln und Teufeln. Manche Teufel lassen sich bekehren, andere nicht. Offensichtlich ertragen es manche Kritiker nicht, mit Märchen konfrontiert zu werden. Anspielungen auf Nazi-Veranstaltungen sind lächerlich und durch nicht im mindesten gerechtfertigt.

 

Martin Zopick aus Höchberg

Donnerstag, 25-12-08 18:04

Der todkranke, ausgebrannte, weltberühmte Dirigent Daniel versucht einen Neuanfang im Dorf, in dem er geboren wurde. Hier treffen wir alle diese typischen Bewohner, die man so von anderswo her kennt: der verklemmte Pfarrer, der saufende Raufbold, der seine Frau schlägt, das blaustrümpfige Fräulein Mauerblümchen, den behinderten Dorfdeppen und Lena, die die Männer wechselt, wie andere die Hemden.
Wie Daniel aus einer buntgemischten Truppe des örtlichen Kirchenchores ein Spitzenensemble formt, ist ganz nett zur Weihnachtszeit anzuschauen. Chorgesang öffnet halt Herzen. Obwohl ein Wettsingen lächerlich ist; “nicht wenn man gewinnt,“ sagt Daniel. Bis Lena ihn kriegt, bricht in einigen Ehen eine ehrliche Aussprache aus, die neu gewonnene Erkenntnisse und Bewusstseinszustände ans Tageslicht fördert.
Die Individualisierung zwischenmenschlicher Probleme soll wohl besonders zu Herzen gehen: die Ärmste ist am Ende die Größte. Bis zum großen Erfolg des Chores verläuft alles recht gradlinig, aber dann wird’s kraus, bisweilen blutig und melodramatisch. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn der sterbenskranke Daniel blutüberströmt vor einem Heizkörper liegt und seinen Chor hört.
Wenn’s draußen stürmt und schneit und man im Warmen sitzt, kann man sich den Film ruhig anschauen.

 

Annelie aus Tamsweg

Mittwoch, 17-09-08 23:54

Also bitte, der Kritiker Lukas Förster will doch nur die Menschen zum nachdenken und diskutieren bringen. Es geht nicht darum, was er schreibt, sondern was er damit auslöst! Wer selbst singt, weiß natürlich, dass Musik Menschen in andere Schwingungen versetzt und Heilung bringt. Weshalb wird die Kitschseite des Lebens denn so negativ beleuchtet? Wer traut sich nicht romantisch und gefühlsbetont zu sein???? LEBEN UND LEBEN LASSEN, seid doch alle so gut!!! Annelie

 

Moribund

Sonntag, 18-05-08 23:37

Meine Güte, Lukas Förster. Die Musik, die "alle erlöst", ist in diesem Film als Metapher zu verstehen. Wofür, wäre das eigentlich erörternswerte Thema für eine Filmkritik gewesen. Wenn man das nicht begreift, dann muss man einen solchen Film wohl in der Tat in die Nähe von "Ideologie" rücken.

 

S.Gimm

Freitag, 22-02-08 08:56

Ich bin froh, kein Filmkritiker zu sein!

Ein wunderschöner Film. Alle Opulenz dieser Welt darf aufgewendet werden um mit filmischen Mitteln zu rühren. Wie im Himmel ist so fern von Kitsch und Nationalsozialismus wie der Herr Kritiker vom Verzicht auf Zwangspolemik.



 

schwandrup

Mittwoch, 20-02-08 15:55

ich habe wie im himmel gesehen. luckas förster kenne ich nicht.

noch fragen???ß

 

michalka

Mittwoch, 23-01-08 10:15

Lieber Herr Foerster,

ich lebe in einem kleinen Dorf in Bayern und glauben Sie mir, diese Figuren und die Anhäufung solcher Charaktere ist nicht übertrieben sondern Realität. Genau aus diesem Grund nämlich hat mich dieser Film so angesprochen. Weil es ein Abbild der Gesellschaft ist. Die der ländlichen möglicherweise noch mehr. Weil Behinderte nicht integriert sondern versteckt werden. Weil Frauen geschlagen werden. Weil "Abtrünnige", die nicht den allgemeinen Moralvorstellungen entsprechen, verachtet und angeprangert werden. Weil Menschen, die ihr Leben "anders", im schlimmsten Fall sogar noch erfolgreich gestalten mit Neid und Mißgunst bedacht werden statt von ihnen zu lernen. Mit all der Scheinheiligkeit, Ignoranz und Selbstgefälligkeit. Mit all den heimlichen Wünschen und Freuden, die sich selbst die wenigsten zu erfüllen trauen. Wer sieht denn standardmäßig über seinen Tellerrand hinaus ohne von jemandem dahin geführt zu werden?
Sie mögen in ihrer Nähe zu den technischen Finessen eines Regisseurs andere Maßstäbe ansetzen. Aber Sie übersehen in Ihrer Kritik das banale, reale Leben draußen. Und das wird in diesem Film in seiner komplizierten, verwobenen Einfachheit gezeigt. Ich wäre dafür, solche Daniels als "Nußknacker der Gesellschaft" in die Gemeinden zu schicken. Was glaube Sie, wer da nicht alles an sich selber zerbrechen würde..... Der Film beinhaltet neben einem grandiosen Unterhaltungswert auch die Botschaft, in den Spiegel zu sehen, wach zu werden und sich an der eigenen Nase zu packen ! Tun Sie bitte das Gleiche. Und betrachten Sie die Gesellschaft nicht von Ihrer hohen Warte aus sondern von der Basis. Das Leben schreibt "Schnulzgeschichten". Tagtäglich.

 

Thomas Kniese

Donnerstag, 10-01-08 17:17

Dieser Film ist für mich einer der besten Filme, die ich bisher gesehen habe. Warum? Weiss ich eigentlich nicht wirklich, denn sollte ich den Inhalt jemandem erzählen, würde es wie eine triviale Geschichte klingen, vielleicht auch geprägt durch eine Anhäufung von Klischees. Aber diesen Film zeichnet etwas anderes aus, was für mich nicht genau definierbar, nur spürbar ist. Vielleicht weil er es schafft die Vielschichtigkeit menschlicher Emotionen und Beziehungen darzustellen, ohne jemanden letztendlich wirklich anzuprangern oder zu glorifizieren: Er zeigt die Menschen wie sie sind mit all ihren guten Seiten und ihren Schwächen. Ob da "reale" Verhältnisse dargestellt werden oder nicht ist für mich nicht die Frage, eben weil die Berührung auf anderer Ebene stattfindet.

 

Kätzele

Sonntag, 04-11-07 23:29

Ich bin lange nicht dazu gekommen, den Film anzuschauen, habe mich dann jedoch aufgemacht, nachdem er mir von sehr unterschiedlichen Seiten heiß empfohlen wurde. Ein Mann war 17 Mal in dem Film!

Und ich? Ich habe schon das eine Mal nur mit Mühe überstanden. Schöne Musik, ohne Zweifel, gute Schauspieler, keine Frage, aber das ganze ist mir zu pathetisch, zu überzogen, ein dauernd winselnder berühmter Daniel, die typische Heldenreise und den Schluss fand ich ganz arg.

Himmel, ich habe viele Jahre in der Öffentlichkeit Musik gemacht und finde einen herzkranken Chef, der noch 30 Minuten vor einem WETTBEWERB mit dem Fahrrad gegen Straßenbahnen antritt mehr als unglaubwürdig. Um diese Zeit steckt er normalerweise im Auftrittsdress und singt seinen Chor ein. Er ist der Dreh- und Angelpunkt bei so einer Sache. Wie kann er da seinem (tödlichen) Vergnügen nachjagen und seine Truppe so im Stich lassen.

Ich hatte noch tagelang danach das Gefühl, dass alles an mir trieft.

Kätzele

 

Frank Rosenkranz

Donnerstag, 13-09-07 11:53

am Ende des Films verweilte das gesammte Publikum im Vorführraum. Nach einer Weile, der Nachspann war schon beendet, standen einige emotional sehr bewegte Zuschauer auf und applaudierten, wir alle schlossen uns an!

Noch Fragen???

 
 

Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen Sie unseren Regeln zu.