Nach ihrem tollen Debütfilm It Felt Like Love erhält sich Eliza Hittman ihren intimen Blick auf männliche Körper, verschiebt ihr Interesse aber auf ein Begehren, das sich verstecken muss. Das hat dramat(urg)ische Folgen für ihr Kino des Unsouveränen. Filmkritik
Es war schon Film, ehe es dazu wurde: Im dritten Teil seiner Serie Streetscapes reinszeniert der Regisseur Heinz Emigholz seine eigene Psychoanalyse. Filmkritik
Neu auf DVD: Petting mit einem Alien: In How to Talk to Girls at Parties entdecken junge Punks ihre Sexualität im überirdischen Liebesspiel, können die eigene Subkultur aber auch nicht lebendiger machen als eine Spotify-Playlist. Filmkritik
Aktivismus und die Spielfilmform, das beißt sich schnell: Zweifellos will Robin Campillo Kino schaffen, nur wohin, weshalb er strebt, beantwortet sein Film BPM ständig unterschiedlich. Filmkritik
Die Götter neu stylen: Der französische Filmemacher Christophe Honoré tobt in Ovids Metamorphosen und lässt Jupiter und Konsorten auf eine moderne Europa los. Filmkritik
Die Kunst des Kompromisses: Vor dem Hintergrund eines heillos zerstrittenen Trump-Amerikas steckt in Stephanie Rothmans Sittenkomödie ein verlockendes Angebot. Filmkritik
Klassenkampf im gleichen Haus: Ira Sachs erzählt auf Kinderhöhe von Gentrifizierung. Filmkritik
Alternative Erzählungen, die keine sind: Moonlight führt die Einschränkungen vor, denen sich ein auf Hollywood angepasstes Drama mehr oder minder freiwillig aussetzt. Über einen Film, der gleichzeitig stimmig ist und das Anderssein des schwarzen, schwulen Protagonisten verleugnet. Filmkritik
Jede Berührung ein nicht einzuhaltendes Versprechen. Luca Guadagnino lehrt seinen jugendlichen Protagonisten, dass das Leben aus nichts als Teasern besteht. Filmkritik
VoD: Verharren im Halbgeformten. Casting erkundet das dauerhafte Aufschieben einer Entscheidung als letzte Quelle der Eigenständigkeit und Gestaltungsmacht, zieht sich dabei aber immer wieder in die eigene Ungreifbarkeit zurück. Filmkritik
Das queere und das feministische Kino wollen Strukturen aufreißen und schaffen dabei selbst Stereotype. Mit einem zweiteiligen Special wollen wir uns dem Unbehagen widmen, wenn man gemeint ist, sich aber nicht angesprochen fühlt. Im ersten Teil erklärt Michael Kienzl die gängige Vorstellung von queerem Kino zu einem Fall für die Mottenkiste. Special
Afrikamera 2016: In seinem Regiedebüt verwebt Abdellah Taïa, basierend auf seinem eigenen Roman, postkoloniale Lebenswelten mit der sexuellen Identitätssuche seines Protagonisten. Das gesprochene Wort ersetzt er dabei durch eine intensive Choreographie der Blicke. Filmkritik
Nach drei Reisefilmen kommt Jan Krüger im Alltag des Berliner Wohnungsmarkts an. Trotz existenziellem Ernst der Lage lässt er seine Figuren frei. Filmkritik
Für eine Woche stellt das Berliner Festival wieder eine ambitionierte Auswahl aktueller Filme aus Afrika vor – und legt in diesem Jahr seinen Schwerpunkt auf ein Thema, das im afrikanischen Kino offiziell nicht existiert. News
Wie kann man an einen Gott glauben, der so viel Leid zulässt? In seiner in Venedig mit dem Hauptpreis prämierten Tolstoi-Adaption lässt Lav Diaz seine Heldin an die Grenzen ihrer Barmherzigkeit kommen. Filmkritik
VoD: Der heilige Antonius in der Golden Shower. João Pedro Rodrigues verführt uns mit seinem so rätselhaften wie zugänglichen neuen Film dazu, an das Unglaubliche zu glauben. Filmkritik
Für seinen Sportfilm-Plot interessiert sich Regisseur Jamaa Fanaka herzlich wenig – dafür umso mehr für die wilden Ausschweifungen des Gefängnislebens, für queere Gangs und unbestimmten Sex. Hölle hinter Gittern (Penitentiary, 1979) ist nun erstmals in Deutschland auf DVD erhältlich. Filmkritik
In großartigen 16mm-Bildern erzählt Kelly Reichardt von vier Frauen aus Montana. Ein Film über Begehren und Enttäuschungen, über stille Wut und das Zurechtkommen – der ganz nebenbei und ohne Predigt auch den stummen Zwang der Geschlechterverhältnisse in den Blick nimmt. Filmkritik
Alles konnte, aber nichts musste. So Yong Kim beobachtet eine weibliche Freundschaft, die alles überdauert. – wahrscheinlich sogar die Ahnung, dass da mehr sein könnte als Freundschaft. Filmkritik
Stephen Dunns erster Langfilm jagt seinen Protagonisten aus einer kindlichen Fantasiewelt in die Untiefen der Adoleszenz. Einzige Ankerpunkte dort sind ein Baumhaus voller Erinnerungen und Fetischen – und eine sprechende Hamsterfrau. Filmkritik
The Spirit and the Flesh – Über Religion im US-Kino und den Chicagoer Regisseur Stephen Cone, dessen neuesten Film es nun auf DVD gibt. Filmkritik