Bin-jip

Tae-Suk verbringt seine Tage in fremden, vorübergehend unbewohnten Apartments und richtet sich dort häuslich ein. In einem dieser Domizile trifft er auf eine junge Frau, die sich vor ihrem Ehemann versteckt, und langsam lässt Kim Ki-duk Bin-jip (2004) in einen Thriller überlaufen, der im Ansatz gleichsam philosophische Parabel ist. Die Annäherung der beiden Protagonisten vollzieht sich fast dialoglos, umgesetzt wird das Geschehen wiederum mit einer meisterhaften Visualität, die die Innenräume der Seoul-Wohnungen bedeutsam transformieren. (kst)
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Sendetermine
, 3sat
, Das Erste
, Arte
, ARD



Kommentare zu „Bin-jip“
Martin Z.
Kim Ki-duk ist Kult. Er ist zwar seiner fernöstlichen Philosophie nie ganz untreu geworden, hier scheint er aber mit seiner Story erst einmal recht westliche Wege zu gehen. Er zeigt eine äußerst zärtliche Liebesgeschichte, die ganz sanft von Harmlosigkeit ins kriminelle Milieu übergleitet, obwohl das Pärchen eigentlich nur Gutes tut. Eine echt originäre Geschichte, in der sich die Handlung trotz der spärlichen Dialoge selbst erzählt. Es gibt eine fernöstliche Lösung, die wir Europäer nur mit staunender Fassungslosigkeit verfolgen können. Ab einem gewissen Zeitpunkt beginnt Kim Ki-duk dann zu zaubern und uns zu verzaubern. Dabei nimmt er zwar leichte Anleihen bei Antonionis ’Blow up’, kommt aber doch zu einem eigenständigen Ergebnis. Er führt den Zuschauer langsam und gekonnt dahin, das Unsichtbare zu sehen, den Raum zu überbrücken, die Erdgebundenheit zu verlieren und in die Schwerelosigkeit einzutauchen. Und das alles im Namen der Liebe. Einfach wunderschön und genial.