Die Kinder des Monsieur Mathieu

Christophe Barratiers Regiedebüt begeisterte ganz Frankreich und wurde ein sensationeller Kinoerfolg. Die musikalische Geschichte vom enthusiastisch-selbstlosen Internatslehrer und seinen singenden Knaben garantiert angenehm unbeschwerte Kinounterhaltung, geht damit aber weitgehend am kritischen Kern der Geschichte vorbei.

Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes)

In Frankreich hat dieser Film alle Rekorde gebrochen: Er war einige Wochen lang Platz 1 der heimischen Kinocharts (mit über sieben Millionen Kinobesuchern in nur vier Monaten) und selbst der Soundtrack erklomm den Spitzenplatz in den französischen Musikcharts. Darüber muss man erstaunt sein, denn eigentlich hat Les Choristes nicht die Zutaten für einen „Kassenknüller“.

Der Film ist ein Remake des in Vergessenheit geratenen La Cage aux Rossignols (Der Nachtigallenkäfig, 1945) von Jean Drévilles und die Handlung, auch wenn sie verändert wurde, verspricht schon deshalb nicht unbedingt Neues: Clément Mathieu (Gérard Jugnot), ein arbeitsloser Musiklehrer, wird 1949 in einem Provinzinternat für Jungen als Aufseher eingestellt. Der Film berichtet von seiner Arbeit mit den Kindern und seinen Kämpfen mit dem konservativen Direktor (François Berléand), von seiner Begeisterungsfähigkeit für Musik und schließlich seiner Kündigung. Kennt man das nicht aus vielen Filmen? Nicht nur in Dead Poets’ Society (Der Club der toten Dichter, 1989) und Renaissance Man (Mr. Bill, 1994) mühten sich die Lehrer (Robin Williams und Danny DeVito), um trotz des anfänglichen Widerstandes der Kinder die (literarische) Kultur zu vermitteln.

Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes)

Auch Lehrer Mathieu gibt sich von Anfang an als Komplize der Kinder und als Gegner des despotisch-aggressiven Direktors zu erkennen. Dennoch stehlen die Jungen seine Tasche, die aber statt erhoffter Aktfotos nur Notenblätter enthält. Dies aber bleibt der einzige „Streich“, der Mathieu gespielt wird, und er dient der Filmerzählung im Grunde nur als Anlass für die Gründung des Chores: Denn die Notenblätter sind von Mathieu selbst komponierte Lieder, von denen er schon nicht mehr glaubte, dass sie aufgeführt werden würden. Nun arbeitet er aber in einem Knabeninternat und gründet seinen eigenen Knabenchor; wer nicht singen kann, wird „Notenständer“ oder Assistent des Dirigenten. – Dies hält aber vielleicht nicht einmal dem Vergleich mit Mr. Holland’s Opus (1996) stand, in dem ebenfalls Schüler, allerdings selbstständig und zunächst ohne das Wissen ihres Lehrers, ein von ihm komponiertes Oratorium aufführen. Hier steht der Musiklehrer (Richard Dreyfus) deutlicher im Mittelpunkt des Films, und mit ihm das alte Problem, dass der Künstler – sozialen Zwängen gehorchend – seine Kunst einem Brotberuf opfert; ein Thema, das in Barratiers Film nur am Rande mitschwingt.

Das Dilemma an der Erzählkonstruktion von Les Choristes ist, dass die Kinder kaum eigene Charaktere darstellen, sondern (auch durch den Chor) typisiert werden. Selbst die Hauptfigur, der introvertierte Pierre Morhange (gespielt und gesungen von Jean-Baptiste Maunier), der erst nicht mitmachen will, nachts aber heimlich singt und natürlich die schönste Stimme von allen Kindern hat, bleibt hier blass. Weshalb singt er heimlich? Ahnt er, dass die Musik ein Ausweg aus der Tristesse des Internats sein kann? Da der Film als Rückblende erzählt ist, wissen wir auch, dass er ein berühmter Dirigent werden wird, er erinnert sich aber erst wieder an seinen Lehrer Mathieu (der ihn zur Musik gebracht hat!), als er dessen Tagebuch in Händen hält.

Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes)

Letztlich ist der gesamte Film so aufgebaut und Christophe Barratier hat für sein Regiedebüt reklamiert, dass er „statt Realismus lieber der Emotion den Vorrang“ gegeben habe. Dies hat aber nicht dazu geführt, dass der Film sozusagen zeitlos gültig wäre; er wirkt eher altmodisch – auch deshalb, weil es, im Gegensatz zu den bereits genannten Schul-Filmen, zu keinen wirklichen Konfrontationen zwischen Kindern und Erwachsenen kommt. Die Kinder nehmen in Les Choristes den Schulalltag hin (von ihm erzählt der Film ohnehin erstaunlich wenig) und ihr allgemeines, widerstandsloses Interesse und ihre tiefe Hingabe zur Chormusik sind wenig überzeugend.

Hierein fügt sich auch der Stil des Films, der betont klassisch angelegt ist. Die erlesenen Bilder des Kamera-Teams Carlo Varini (Le grand bleu, dt: Im Rausch der Tiefe, 1988) und Dominique Gentil (Le peuple migrateur, dt: Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel, 2001) sind meist gelbbraun oder grau und interpretieren dadurch das Sonnenlicht des später beginnenden Frühlings zugleich als Hoffnungsschimmer für die Kinder. Auch die Musik des Films, die naturgemäß hauptsächlich aus den Knabenchor-Liedern des Monsieur Mathieu besteht und vom Regisseur selbst gemeinsam mit Bruno Coulais eigens komponiert wurde, mutet nicht an wie Chormusik des 20. Jahrhunderts – so gibt es aber wenigstens keinen musikalischen Bruch zu der auch im Film gesungenen Mottete „La Nuit“ von Rameau, einem Meisterwerk barocker Kirchenmusik des 18. Jahrhunderts.

Dieser „Klassizismus“ ist freilich sehr unterhaltsam. Die 95 Filmminuten rauschen wahrlich an unseren Augen und Ohren vorbei, langweilen keine Sekunde und hinterlassen einen schönen, vielleicht sentimentalen Eindruck. Ein tiefer Eindruck ist es aber nicht.

 

Trailer zu „Die Kinder des Monsieur Mathieu“


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Kommentare


Helen

Die Kinder des M. Mathieu ist ein wundervoller Film, und Jean Maunier (Pierre Morhange) ist einfach nur supersüß! Er hat ein wahres Engelsgesicht und eine Engelsstimme... zum verlieben (is mir schon passiert ^^)


Sarah

ja ich hab den Film auch gesehen und finde ihn toll,aber wie kann man sich in jemanden verlieben den man nicht kennt.Also das finde ich schwachsinn,sorry.Aber der Film is supi =)und der kleine Maxence is voll süß !!!


jojo

ich fand den film auch supersuper schön!


biene

hey...ich finde diesen film einfach super , und wie die erst singen..da könnte man glatt schmelzen...dieser jean-babtiste (pierre morhange)sieht einfach super-süß aus..hihi..


Caro

ohhhhhhhh... ich LIEBE diesen film!der beste den ich je gesehn hab.jean-aptiste maunier ist so süß!jetz streng ich mich in franz ma a bissl an...falls ich den ma treffen sollte kann ich ja dann mit ihm reden...
lol
kisses


Akima-Chan

Wir haben angefangen, diesen Film in Medienpädagogik in der Schule zu gucken. Also, ich für meinen Teil, kann nur sagen, dass dieser Film absolut göttlich ist! Ich finde den gesang sooooo schön... Ich fang jedesmal an zu heulen, wenn ich die Jungen singen höre^^


Laurenzia

Das ist mein absoluter Lieblingsfilm!
Die Stimme von Jean-Babtiste ist ein absolutes Weltwunder :-) !!!!
Und er sieht sooooo gut aus!!


minnie

Ich muss am Ende immer weinen.Der Film ist echt super schön


Joachim Stein

Ich kann die Sichtweise des Kritikers nur bedingt teilen. Für mich geht es in diesem Film nicht um den Schulalltag, die Streiche der Jungs oder die Spannungen zwischen Schülern und Lehrern. Es ist Mathieu, um den es geht; ein altmodischer Mensch, der ebenso altmodischen Idealen nachhängt, unbeirrt von den widrigen Umständen diese zu verwirklichen sucht und auf diese Weise nicht nur die Atmosphäre um sich herum, sondern auch die Menschen positiv beeinflusst und so "durch seine Existenz die Welt ein kleines bisschen besser macht" (F. H. Burnett, Little Lord Fauntleroy).


lilli

Ich find den Film echt hamma !!!! Echt total super !!!! Wenn die singen könnt ich immer anfangen mit heulen !!!! Einfach nur Klasse !!!!!Dieser Jean-Baptiste is so geil ... voll süß !!!*kiss*und ne hamma stimme hat der !!!...der kleine Maxence is auch voll knuffig !!!!naja ... ich kann nur immer wieder sagen : hammer Film !!!!


MHK

Auch ich kann nur teilweise die Meinung des Kritikers teilen. Ich bin nur durch Zufall auf den Film gestoßen, da jener im Fernsehr lief. Schauen wollte ich ihn eigentlich icht ... habe es aber schließlich doch getaen. Ich bin ein sehr kritischer Zuhörer, insbesondere was baroke und Film-Musik angeht. Ersteres wurde bei weiten durch Rameaus "La Nuit" übertroffen, zweiteres lässt auch nicht zu wünschen übrig. Für mich hat der Film alle Kriterien bestanden und lässt keine Minute Langeweille aufkommen!


Romy

dieser film is afoch nur wööd *gg*, is soo supaa!! vor allem der jean-pabtiste maunier hat soo eine schöne stimme!! einfach suuper!!


nob

Ich bin überhaupt nicht der Ansicht vom Kritiker, der macht den film ja total runter und die musikalischen darbietungen in diesem Film sind echt klasse. Dieser Film ist einer der besten die ich über Musik gesehen habe


Anton

Ich kann die Kritiker nicht verstehen, die diesen Fielm so runterhandeln. Wer nicht den gefühlsmäsigen Horizont besitzt, der verdient echt mein Beileid!!!
Das ist der BESTE Französische Film seit " Die Fabelhafte Welt der Amelie"
Und die Musik ist perfekt!!!!!!!!!!!!!!!!!


Linda

Einfach toller Film..bewegend! Der Gesang ist wunderschön..Gänsehaut-feeling!!


michelle

ich kann nur sagen, das ist mal ein film der alles hat!!!
in der letzten woche habe ich ihn zum ersten mal in der schule im französischunterricht gesehen und ich konnte meine tränen bei dieser bewegenden musik neben der entwicklung des chores nicht zurückhalten. einfach genial!!


eliana

Also ich finde diesen film supersüß!Vor allem die schönen Gesänge von Jean-Baptiste Maunier.Ich schmelze jedesmal wieder dahin...
Diesen wunderschönen film muss man einfach weiterempfehlen!


Monique

Ich finde den Film klasse und die Musik auch.Ich höre garnichts anderes mehr...


Gonzo

Mag sein, dass ich für den Herrn Kritiker ein sentimentaler Weichling bin, aber dieser Film hat mich zu der Frage geführt, was ich aus meinem derzeitigen Leben eigentlich mache und ob es nicht erstrebenswert wäre, menschlicher miteinander umzugehen. Das war sicher auch eine der Absichten des Films. Alleine deshalb halte ich die Kitik für völlig daneben. Es mag ja formal alles richtig sein, was da drin steht, aber das wird dem Film in keinster Weise gerecht. Für mich ist "Die Kinder des Monsieur Mathieu" derjenige Film, der mich in meinem Leben am meisten berührt hat.


Julis

Der Film ist echt SUPER!!!

Ich hab mir den Film mindestens 100 mal angesehen!


Sibylle

Mein Tochter und ich lieben diesen Film seit wir ihn das erste mal im Kino sahen. Wir suchen verzweifelt die Liedtexte und wären sehr dankbar für Tips diese zu finden!


Lola

Der Film is eifach oberhammer geillllllll!!!!!!!!!!!!!!
Richtig rührend


lea

Dieser Film ist der beste den ich jemals gesehen hab...
Am besten ist jean baptiste maunier, der hauptdarsteller...


Love this film

Ich mag den Film total gerne er ist einfach traumhaft!
Vor allem Die Lieder
Die Lieder sind so wunderbar klar und doch so schnörkelich

IcH LiEbE eS<3


Max

Ganz Ok Aber Nicht Für Schüler Des 20.Jahrhunderts Geeignet Weil Der Film Nicht Der Zeit Entspricht


Basti

Man kann nicht sagen das der für Schüler des 20. Jahrhunderts nicht geeignet ist. Wir haben den mit unserem 13. Kurs ebenfalls geguckt und es gab keinen den der Film nicht gefallen hat.


cookie

also wir haben den film vor kurzem in musik geguckt (11.Klasse)und ich war schon zu Beginn begeistert vom Film.
Mann bekommt man dabei Gänsehaut.Morhange(Jean Baptiste Maunier)hat wirklich eine wunderschöne Stimme.
es war sooooooo schön.Wir sind sitzen geblieben und haben sogar in die pause reingeschaut,so schön ist der film.Ich gucke mir definitiv diesen Konzert auch noch an(von Les Choristes,wo jean baptiste maunier eine zeit lang euch dabei war).
ich sage ja einfach traumhaft
ich empfele es definitiv JEDEM


Sammy

ich bin grade in der 6 kl wir führen KINDER DES MONSIEUR MATHIEU als Musical ,wir haben den Film auch schon mal bereits angeschaut er ist wirklich SUPER , ( pierre Morhange ist voll süß !!!!!!!):-))))))))))))))


Jani

der film ist wirklich wunderschön, anders kann man das nicht sagen! ich bekomm jedes mal wieder gänsehaut wenn der chor anfängt, zu singen! wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte dies schnell ändern! :D


Martin Z.

Die Geschichte, wie der Musiklehrer aus schwer erziehbaren Jungs im wahrsten Sinne des Wortes Chorknaben macht, geht ans Herz. Sie wird zwar in etwas naiver schwarz-weiß Malerei erzählt, bezieht von daher aber auch eine leise Komik. Die Hauptrolle spielt natürlich die Musik, genauer gesagt die Chormusik oder der Gesang dieser Knaben. Der geht wahrlich ins Ohr. Das bekannteste Thema wird aber auch ständig als Hintergrund bemüht. Als dann aus der hoffnungsvollen Freundschaft zur allein erziehenden Mutter seines Solisten nichts wird, ist man mit Monsieur Mathieu (Gérard Jugnot) enttäuscht und leidet mit ihm. Daran lässt sich ablesen, ob man und wenn ja wie sehr man vom Film ergriffen ist. Ein echtes Feel-Good Erlebnis.


jessica-laila

Ich hab den film erst heute gesehen und ich finde das es ein film ist das man mindestens 1mal im leben sehen müsste. Er ist super und wenn sie singen krige ich gensehaut =)


helmes

Der Film ist für mich eine wunderschöne zeitgemäße Geschichte. Wer in den 50ern in einem Heim aufgewachsen ist, weiss wovon ich rede. Mir sind unheimlich viele, nicht mehr vorhanden geglaubte Bilder wieder in den Sinn gekommen. Ich hatte teilweise fast körperliche Schmerzen und meine Seele weinte. Und doch liebe ich diesen Film!!


Maxe

Liebe Freunde, es hat hier garnichts mit der Aktualität zu tun, denn wir befinden uns im 21. Jahrhundert, der Film stammt aus diesem Jahrhundert, spielt nur im vorigen. Deswegen ist er aber auf keinen Fall weniger zeitlos und wunderschön!


Pilla

sitzen grad in französisch und lesen eure wirklich seeehr hilfreivhen kritiken (Y)






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