Slash-Filmfestival: Der südkoreanische Regisseur Yeon Sang-ho hat sich mit Train to Busan als feste Größe des Zombiefilms etabliert. In Colony experimentiert nun ein wahnsinniger Wissenschaftler mit überzeugend bedrohlichen, wild beweglichen und KI-haft lernfähigen Untoten. Filmkritik
Christliche Echos in einem Bordell und eine Pilgerreise zu Death-Metal-Klängen: Die Filme des diesjährigen Filmfests Hamburg hatten die angenehme Bereitschaft, ihre Erzählung links liegen zu lassen, wenn es stattdessen Bilder zu entdecken gibt. Special
Slash Filmfestival: Das orangene Einhorn Buddy tanzt nicht nur gerne, sondern terrorisiert auch Kinder, die nicht folgsam sind. Casper Kellys surreale Horrorkomödie dekonstruiert 90er-Jahre-Kindershows und ist zugleich ideenfreudiger Slasher und unterkomplexe Mediensatire. Filmkritik
Viel Empathie für viele, neue Resonanzräume und jede Menge Zen-Blau: Mike Flannagans Serienremake des Horrorklassikers Carrie verpasst dem katholischen Inferno des Originals ein protestantisch-gewissenhaftes Update. Filmkritik
Das Filmhaus Nürnberg zeigt ab dem 7.10. eine umfangreiche Alfred-Vohrer-Retrospektive. Als ein zentraler Regisseur des Unterhaltungskinos seiner Zeit hat er Krimis, Meldodramen, Komödien und vieles mehr gedreht, alle seiner Filme brechen dabei lustvoll mit Genrekonventionen. In den Kanon des Aufbruchskinos der 1960er und 1970er hat er es gleichwohl bislang nicht geschafft. Special
Der russische Überfall auf seine Heimat stürzt auch einen jungen, in Deutschland lebenden Ukrainer in eine existenzielle Krise. Mit produktiver Unruhe erkundet Mykyta Gibalenkos Camouflage die leisen Spannungen zwischen denen, die gehen wollten, und denen, die gehen mussten. Filmkritik
Nachts auf Tel Aviver Dächern stellen Yuval Abraham und Rachel Szor Mitgliedern des israelischen Militärs nüchterne Verständnisfragen über ihre Einsätze in Gaza. Die Diskrepanz der Antworten zu den Alltagsszenen in den Fenstern der umliegenden hochmodernen Stadt ist in NAZA schwer zu ertragen. Filmkritik
Leg dich nicht mit Karen an! Roberta Findlays A Woman’s Torment funktioniert als stupider Sexstreifen genauso gut wie als experimenteller Horrorfilm. Mit psychotischer Energie durchkreuzt der Film die Pornoroutine und entfaltet so seine emanzipative Kraft. Sehen kann man ihn gerade auf dem Wiener Slash Filmfestival, oder bei Mubi streamen. Filmkritik
Durch Erdölbohrungen löst sich eine gigantische Eisscholle und droht, Europa platt zu machen. Schuld daran: US-Milliardär und dekadenter Unsympath Digger Rockwell. Tom Cruise gibt im Fatsuit zwar sein Bestes, doch Regisseur Alejandro G. Iñárritus Panoptikum der Niedertracht bleibt eine spaßbefreite und selbstgenügsame Anstrengung. Filmkritik
Warum wir leben, warum wir leiden: Wenn wir es doch nur wüssten! Tschechows Geist schwebt in Doris Dörries Komödie Frau Winkler verlässt das Haus, in der Angela Winkler als grumpy old lady einen empathischen Pflegedienstroboter bekommt. Es geht ums Alter und ums Sterben. Aber es ist nicht ernst. Filmkritik