Solaris

Eigentlich müsste man annehmen, dass jeder Regisseur des Wahnes sein muss, wenn er Solaris erneut verfilmt und somit einem Vergleich mit Tarkovskij standzuhalten sucht. Soderbergh gelingt mit seiner Lem-Adaption von 2002 aber dennoch ein würdiger Nachfolger. Die Reise ins All entspricht hier eher einer Reise ins Innere der Figuren, und das nimmt Soderbergh noch wörtlicher als Tarkovskij und bleibt nah an der (Liebes-)Geschichte von Kelvin und Rheya. Deren Vergangenheit und Gegenwart wird zunächst zugunsten von Überlegungen über die Objektivität des filmischen Bildes verflechtet. Und selbstredend kann Soderbergh – prinzipiell so gar nicht der mystisch-moralische Filmemacher, der Tarkovskij war – eine Begegnung mit den fundamentalen Fragen der Vorlage nicht aussparen. Die werden zwar in kondensierterer Form unterbreitet, bleiben aber faszinierend. (kst)
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