Als würde sie sich selbst wieder zusammensetzen: Daniela Magnani-Hüller hat einen Film über einen versuchten Femizid gedreht, dessen Opfer sie einst fast selbst geworden wäre. Was an Empfindsamkeit bleibt kommt ganz ohne Erbaulichkeiten aus. Kritik
D 2026. Regie: David Dietl. Mit: Maximilian Brückner, Momo Beier Start:
Tu Gutes, scheißegal warum. Der urige Münchner Musiker und Taxifahrer Wiggerl wird aus seinem geliebten Lotterleben in ein hippes, fleisch- und alkoholfreies Jenseits versetzt. Um wieder zurück zu dürfen, muss er versuchen, ein guter Mensch zu werden. Das ist schwer. Kritik
Auf der Suche nach dem Mörder ihres Schäfers muss eine krimibegeisterte Herde herausfinden, was bei den Menschen los ist. Was ist z.B. ein Metzger oder ein Wachhund und wer ist dieser Gott? Die Absurdität der Welt wird in Glennkill zum schnörkellos umgesetzten Spaß. Kritik
F, B 2025. Regie: Valery Carnoy. Mit: Yoann Blanc, Samuel Kircher Start:
Durch einen Unfall halten Angst und Zweifel Einzug ins Leben eines aufstrebenden jungen Boxers. Rasant und mit ruppigem Realismus erzählt Valery Carnoy in seinem Debüt Wild Foxes von wettbewerbsorientierten Männerbünden und einer besonderen Freundschaft. Kritik
Akkurate Metaschleifen, die nur sehr gelegentlich Sehgewohnheiten herausfordern. Ulrich Köhler begibt sich mit Gavagai an ein afrikanisches Filmset und damit in ein autobio- wie autofilmografisches Spiegelkabinett. Kritik
USA 2026. Regie: David Frankel. Mit: Anne Hathaway, Emily Blunt Start:
Mit dem Pöbel Eco fliegen. Der Teufel trägt Prada 2 widmet sich eher den realen Bedingungen der Modeindustrie als den Fantasien, die sie hervorbringt. Und wird am Ende doch noch zum Märchen, in dem die Erhabenheit der klassischen Fashionwelt gegen kulturlose Tech-Bros verteidigt wird. Kritik
Ö 2026. Regie: Markus Schleinzer. Mit: Sandra Hüller, Caro Braun Start:
Im Schatten des Dreißigjährigen Kriegs lebt eine als Soldat verkleidete Frau im Kampf um ein selbstbestimmtes Leben jeden Tag gegen sich selbst an. Die strenge, konsequente Form und Sandra Hüllers nüchtern kontrolliertes Schauspiel lassen kleinere Schwächen von Rose vergessen. Kritik
GB, USA 2026. Regie: Antoine Fuqua. Mit: Miles Teller, Colman Domingo Start:
Das verträumte Genie, das zum Superstar gedrillt und umoperiert wird: Es steckt viel drin in Antoine Fuquas Michael-Jackson-Biopic, das 1988 und damit gnädig früh endet. Leider begräbt Michael alle seine interessanten Ansätze unter einem Schrottberg aus Pop-Trivia. Kritik
D, IT, E, GB 2026. Regie: Karim Aïnouz. Mit: Elle Fanning, Callum Turner Start:
Karim Aïnouz’ Rosebush Pruning hat einen tollen, hochpräzise aufspielenden Cast und einige meisterlich inszenierte Szenen. Leider kommt am Ende dennoch nur eine weitere nihilistische Eat-the-Rich-Satire ohne große Überraschungen heraus. Kritik
Ö 2026. Regie: Adrian Goiginger. Mit: Valerie Pachner, Robert Stadlober Start:
Ein tragischer Todesfall, der durch quietschbunte Clownereien verarbeitet wird: Adrian Goigingers Vier minus drei hat keine Berührungsängste mit dem Banalen und Rührseligen. Doch genau das macht ihn zu einem ungemein spannenden Film über Trauer. Kritik
D 2026. Regie: Anna Roller. Mit: Martina Gedeck, Jannis Niewöhner Start:
Hippes Sprachmaterial, attraktive Körper und gleitende, machmal allzu illustrative Bilder. Anna Rollers Allegro Pastell ist so offensiv zeitgeistig wie die Romanvorlage von Leif Randt – und wirkt doch wie aus ferner Vergangenheit. Kritik
D 2025. Regie: Franz Müller. Mit: Almourad Aldeeb, Cem Aydin Start:
Die Kölner Familie, die man schon aus Die Liebe der Kinder kennt, steht auch im Zentrum von Das Glück der Tüchtigen. Doch Franz Müllers Film funktioniert auch ohne Kenntnis des Vorgängers. Gesellschaftliche Zwänge treffen hier auf unverhoffte Momente der Freiheit und jede Begegnung bietet die Chance auf einen Neuanfang. Kritik
Die Wahrheit findet sich im Zwischenmenschlichen: Rebecca Zlotowskis Paris Murder Mystery ist weniger Krimi als Psychogramm einer Frau, die ihr Gefühlsleben hinter einem Schutzpanzer verbirgt. In der Hauptrolle: Jodie Foster, die hauptsächlich Französisch spricht. Kritik
USA 1970. Regie: Barbara Loden. Mit: Barbara Loden, Michael Higgins Start:
Ein Film ohne Ziel und ohne Heldin, der seine antriebslose Hauptfigur durch ein verwahrlostes Amerika begleitet. Barbara Lodens einzige Regiearbeit Wanda (1970) ist ein Glücksfall der Filmgeschichte und wäre um ein Haar verschollen. Nun kommt er wieder ins Kino. Kritik
F, D 2024. Regie: Guillaume Cailleau, Ben Russell Start:
Ben Russell und Guillaume Cailleau haben über zwei Jahre lang eine aktivistische Community in Frankreich beobachtet. Direct Action ist ein langsamer Film, der weiß, wie lange politische Arbeit dauert. Kritik
Kleine Freiheiten im unfreien Leben: Yüksel Yavuz’ Film von 2003 über die Freundschaft zweier in Hamburg gestrandeter Jungs ohne Papiere kommt noch einmal neu restauriert ins Kino. Ein echter Glücksfall. Kritik
USA 2025. Regie: Oliver Hermanus. Mit: Paul Mescal, Peter Mark Kendall Start:
Musik als Speicher eines vergangenen Lebens: The History of Sound zeichnet in kontemplativen Bildern Lebensstationen des Sängers Lionel von den 1910ern bis in die 1980er-Jahre nach. Und betrachtet den langen Nachhall einer nur kurzen, aber umso innigeren Beziehung. Kritik
F, B 2025. Regie: Julia Ducournau. Mit: Emma Mackey, Golshifteh Farahani Start:
Das Spektakel des Fleisches in maximaler Größe. Nach Raw und Titane bleibt Julia Ducournau dem Body Horror treu. Alpha vermischt eine globale Pandemie mit dem privaten Leiden an einer Drogensucht. Kritik
F 2025. Regie: Robin Campillo. Mit: Eloy Pohu, Pierfrancesco Favino Start:
Gleichermaßen sensibel und roh: Robin Campillos Enzo porträtiert fast intim dokumentarisch einen verschlossenen jungen Maurer, der von einem Kollegen aus seiner Komfortzone gelockt wird. Kritik