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So finster die Nacht
18.12.2008
Grenzerfahrungen des Zwischenmenschlichen – Tomas Alfredsons Multi-Genre-Film kommt mit der Figur des Vampirs der Erfahrungswelt einer Vorstadtjugend auf die Spur. >> weiter...
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Was in dieser intellektuell-distanzierten Rezension freilich nicht zum Ausdruck kommt, ist, dass es sich hier um einen der stimmigsten und eindrucksvollsten Filme handelt, die ich jemals erleben durfte.
Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll: Bei der effizenten Inszenierung, in der aber auch keine Einstellung und kein Wort überflüssig ist? Bei der Kamera, die einerseits den Horror (den körperlichen und den zwischenmenschlichen) aus einer kalt-ironischen Distanz betrachten kann, dann aber wieder erlaubt, dass wir ganz nah und mit den beiden einsamen Kindern sein dürfen? Bei dem raffinierten Sounddesign? Den Farben und dem Licht? Oder vielleicht doch bei den beiden Hauptdarstellern, die trotz ihrer jungen Jahre eine selten gesehene Intensität der Darstellung spüren lassen. Vor allem vor Lina Leandersson, die Darstellerin der Eli, bekommt man geradezu Hochachtung: In einem Moment kauert das einsam-unglückliche, von seinen Instinkten getriebene Nachtwesen vor dem Zuschauer, im nächsten aber erscheint das (freilich in ewiger Adolenszenz gefangene) Kind, das sich voller Hoffnung auf Zuneigung auf herzzerreißende Weise verletzlich macht.
Nicht die Horror-Elemente sind es, die einen in diesem Film so zusetzen (zumal diese mit einer bitteren ironischen Distanz gebrochen werden), sondern die abgründige Tragik, die sich in dieser anrührenden Liebesgeschichte verbirgt. Und in der grenzenlosen Unschuld, die diese Verbindung zwischen diesen beiden Außenseitern austrahlt, die trotz dem Grauen Bestand hat, das um sie herum passiert und an dem sie leiden müssen.
Alles in allem ist dieser Film von einer einer strahlenden Schönheit, wie ich finde. Und einer "hoffnungsvollen Traurigkeit", die einem lange nicht aus dem Kopf geht.