Mission: Impossible 3

Ethan Hunt jagt einen Superschurken um die halbe Welt. Allerdings ist das Interesse des Agenten an der neuesten unmöglichen Mission nicht nur beruflich sondern auch privat, da er seine frisch angetraute Ehefrau retten muss.

Mission: Impossible 3

Tom Cruise schwitzt, weint und blutet. Bereits in der ersten Szene des Filmes überzieht eine Patina aus ineinanderfließenden Körperflüssigkeiten das Gesicht des Superstars, der, so das offensichtliche, schon in diesen wenigen Einstellungen eingeschriebene Kalkül des Films, durch die Betonung seiner an der Leibesoberfläche sichtbaren Emotionalität, radikal vermenschlicht werden soll.

Dabei verläuft zuerst alles wie gehabt: eine Agentin der „Impossible Mission Force“ (IMF) ist in Berlin verschwunden und muss von Topagent Ethan Hunt (Tom Cruise) gerettet werden. Zwar gelingt es ihm, sie zu befreien, doch auf der Flucht stirbt die Kollegin. Die Jagd nach dem verantwortlichen Superschurken Owen Davian (Philip Seymour Hoffman), dessen spezifische Motive der Film mit deutlich ausgestellter Gleichgültigkeit abhandelt, führt ihn im weiteren Verlauf unter anderem in den Vatikan und nach Shanghai, wo er jeweils von alten Bekannten wie Luther Stickell (Ving Rhames) sowie Neuzugängen der IMF wie Zhen (Maggie Q) unterstützt wird und gleichzeitig üblen Machenschaften in seiner eigenen Organisation auf die Spur kommt.

Mission: Impossible 3

Doch dabei lassen es Tom Cruise und Regisseur J.J. Abrams nicht bewenden. Ethan Hunt, der in den Vorgängerfilmen von jeglichem Privatleben verschont blieb, heiratet. Diesen Fehler hatte Hunts großes Vorbild James Bond vor knapp 40 Jahren ebenfalls begangen, als die kurzlebige 007-Inkarnation George Lazenby am Ende von James Bond 007 – Im Geheimdienst ihrer Majestät (Her Majesty’s Secret Service, 1969) eine seiner zahllosen Geliebten ehelichte. Damals währte das Glück des Paares nur wenige Stunden. Auf der Rückfahrt von der Hochzeit wurde Diana Rigg als Contessa Teresa Tracy Di Vicenzo erschossen. Auch Hunts Liebste Julia (Michelle Monaghan) schwebt bald in akuter Lebensgefahr, da Davian sie entführt und als Druckmittel gegen den Agenten einsetzt.

Ethan Hunts neue Mission wird also um einen emotionalen Aspekt ergänzt. Allerdings wird dieser auf eine sehr konventionelle Weise eingeführt, durch eine Drehbuchvolte, die so oder so ähnlich jeder zweite mittelmäßige Thriller aufweist. Anstatt etwa eine ernstzunehmende weibliche Perspektive zu eröffnen oder eine Vermittlung zwischen den Hightech-Gerätschaften des Agenten und der physischen Wirklichkeit zu versuchen – Mission: Impossible 3 spielt zwar an deutlich identifizierbaren Originalschauplätzen, nutzt diese allerdings ausschließlich als Ornament – vermenschlicht J.J. Abrams Tom Cruises Charakter durch ein wenig originelles und im Sinne einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Figur letztlich recht unproduktives Motiv: Hunt will seine Frau retten.

Mission: Impossible 3

Ursprünglich waren die auf der gleichnamigen Fernsehserie (1966-73) beruhenden Mission: Impossible Filme angetreten, dem in den Neunziger Jahren zunehmend einfallsloseren Dauerfranchise James Bond das Wasser abzugraben. Und die ersten beiden Versuche waren tatsächlich nicht zu verachten. Das erste Abenteuer unter der Regie Brian De Palmas (1996) war nicht nur technisch auf der Höhe der Zeit sondern verwandelte eine simple Agentenstory durch zahlreiche erzählerische Wendungen in ein komplexes Vexierspiel, das nur durch Tom Cruises Starpersona zusammengehalten wurde. John Woo, der Regisseur der Fortsetzung aus dem Jahr 2000 verwandelte seinen Beitrag durch bedingungslose Stilisierung in einen einzigen visuellen Exzess, dessen geradliniger Plot zwar viel Kritik auf sich zog, letztlich aber der extravaganten Form angemessen war. Die Kombination aus Regisseuren mit deutlicher persönlicher Handschrift und dem Kassenmagnet Cruise schien tatsächlich zu funktionieren und resultierte nicht nur in kommerziell äußerst erfolgreichen Filmen, sondern auch in zwei der besseren Blockbuster neueren Zuschnitts.

Ursprünglich war für die Regie des dritten Teils David Fincher (Fight Club, 1999; Panic Room, 2002) vorgesehen, ein Filmemacher der seinen Werken ebenfalls stets eine persönliche Note zu verleihen weiß. Nach langer Wartezeit, die von ständig wechselndem Personal geprägt wurde, nicht nur was die Regie, sondern auch was die Schauspieler angeht, wurde das Projekt schließlich vom erfolgreichen Serienproduzenten J.J. Abrams (Alias, seit 2001; Lost, seit 2004) verwirklicht, der mit Mission: Impossible 3 sein Debüt als Kinoregisseur feiert. Abrams steht nicht unter Auteur-Verdacht und nähert die postmoderne Filmserie dem klassischen Erzählkino an, indem er in altbewährter Weise Beruf und Privatleben seines Protagonisten ineinander verschränkt.

Mission: Impossible 3

Zugegeben, in technischer Hinsicht ist Mission: Impossible 3 nicht zu verachten. Zumindest einige der – selbstverständlich in epischer Breite zelebrierten – Actionsequenzen können aufgrund ihrer rauen, unbarmherzigen Machart durchaus begeistern, wenn sie auch nie die halluzinatorischen Qualitäten der Wooschen Version erreichen. Überhaupt erweist sich die Regiearbeit zu weiten Strecken als äußerst solide. Abrams übernimmt einige Motive aus den Vorgängern sowie der Serienvorlage, unter anderem die bereits von John Woo exzessiv ausgearbeitete Doppelgängerthematik und fügt sie geschickt in die Handlung ein, die in einer überzeugend organischen Form präsentiert wird. Letztlich bleibt die Innovation seines Beitrages jedoch darauf beschränkt, Ethan Hunt mit der ödesten aller Liebesgeschichten zu versehen. James Bond, soviel steht fest, wird dies nie passieren.

 

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Kommentare


a.jacke

Action und der Preis der Vergänglichkeit

Tom Cruise ist meistens was er seit Top Gun war - ein hervorragender Action-schauspieler, dessen Leistungen energetisch aber damit auch - weil etwas geistlos - vergänglich sind. Wer mit Tom Cruise auf einen Film wartet, den er übermorgen auch noch sehen will-- der wird unterdessen lange warten müssen...
Schade den es gab da doch mal so ein paar Filme, die wichtig waren...


Max Payne

Einen so schlechten Film zum Abschluss zu bringen ! Wo doch der Zweite Teil so super war !
Der Film war einfach bescheuert die normale Leiher : Held bricht ein versucht jemand zu Retten doch der Gangster kriegt raus wer er ist und will seine Familie töten blablabla solche scheiss abgef***ten Storys wie ich solche Filme hasse ! Die Filmproduzenten geben sich kaum noch mühe , leider !






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