Fliegende Liebende

Notlandung Liebe.

Fliegende Liebende 03

Zuletzt haben Michael Haneke und Terrence Malick ihre je eigene Poetik des Themas aller Themen, der Liebe, vorgelegt. Mit seinem neuen Film kehrt auch Pedro Almodóvar als ein weiterer gereifter Cannes-Athlet zur Liebe zurück. Er jedoch präsentiert – sicherlich wenig überraschend – ein im Vergleich zu Haneke und Malick eher rasantes Lustspiel. Fliegende Liebende (Los amantes pasajeros) ist ein ausbuchstabiertes Auf und Ab von Liebe und Leidenschaft, dessen Szenerie Almodóvar treu seinem Hang zur Überspitzung in die zehn Quadratmeter Business-Class eines Interkontinentalflugs verlegt, der in Folge eines technischen Defekts auf der Suche nach einer geeigneten Notlandebahn über Stunden hinweg Kastilien umkreist.

Fliegende Liebende 04

Auge in Auge mit der Katastrophe findet Almodóvar für seine Figuren ideale Vorlagen, um lang Verdrängtes und allzu Menschliches wieder an die Oberfläche zu holen. Zur allgemeinen Besänftigung werden die Fluggäste der Economy-Class erst einmal mit Schlafmitteln betäubt, ein schon zu Beginn eigenartiger Dreh des Films, dessen einzig dramaturgische Relevanz darin besteht, den Fokus auf die Upper-Class richten zu können. Dort wird dem drohenden Fiasko denn auch entsprechend mondän mit Champagner begegnet, der von den Stewards (Javier Cámara, Carlos Areces und Raúl Arévalo) in einem stellenweise wirklich ulkigen Kammerspiel in der Bordküche mit der längst verbotenen Droge Meskalin angerührt wird. Die „mescalinas“ hat sich glücklicherweise ein braungebrannter, frisch verheirateter Yuppie (Miguel Ángel Silvestre) als Stimulierer für seine Frau in den Hintern gesteckt und illegal mit an Bord geführt. Im Angesicht des Todes teilt er sein Wundermittel jedoch mit dem Rest der Insassen. Was dann folgt, sind 90 streckenweise zu sehr in die Blödelei kippende Minuten schriller Spielarten des Begehrens: eine jungfräuliche Hellseherin (Lola Dueñas) befriedigt sich an einem tief schlafenden Passagier in der zweiten Klasse, ein augenscheinlich vor Heterosexualität strotzender Co-Pilot (Hugo Silva) erlebt plötzlich Höhenflüge beim Oralsex mit einem Steward, und ein Kopfgeldjäger (José María Yazpik) besteigt eine Edelhure (Cecilia Roth), die eigentlich sein nächstes Opfer hätte sein sollen.

Fliegende Liebende 08

Almodóvar präsentiert die Liebe als permanente Karikatur ihrer selbst. Weniger als eine immer wiederkehrende Idee, die nach Bebilderung drängt, ist sie bei ihm nur mehr in ihrer libidinösen Verausgabung denkbar. In den gewohnt grellen und überkolorierten Bonbonfarben seines Haus-Kameramanns José Luis Alcaine inszeniert Almodóvar Fliegende Liebende als einen orgiastischen Rausch. Doch kostet der Film seine Orgasmen nicht aus, sondern schafft stattdessen viel zu viele Höhepunkte, die in ihrer Exaltiertheit einer nach dem anderen verpuffen. Statt nur streckenweise ins Komödiantische und Groteske zu driften, macht Almodóvar den Spaß zur Regel.

Fliegende Liebende 10

Das stiehlt dem Film aber nicht nur den Überraschungseffekt seiner komischen Momente, sondern auch sein Potenzial fürs Tragische, für das Almodóvar sonst ein so kluges Gespür bewiesen hat. Die leise Bedrohung durch den Absturz, die klaustrophobische Enge der Bordkabine, letzte Telefonate mit geliebten Menschen am Boden, verpasste Chancen, all das gibt es zwar in Fliegende Liebende, doch liefern solche Elemente nur noch weitere Vorlagen für die alles verschluckenden Sex-Fantasien. Der Charme dieser Bourgeoisie ist eben ein indiskreter, ihre Fantasien dabei schon so konventionalisiert, dass das voyeuristische Genießen des Zuschauers kaum mehr zum Zug kommt. Almodóvars Credo vom „Jeder mit jedem und alle machen mit!“ lässt keinen Spielraum für Imagination, Sex ist bei ihm eine Tatsache. Den endgültigen Kippmoment findet diese Wiederholungsschleife aus Triebvarianten spätestens dann, wenn die stark homosexualisierten Stewards aufgesext zu I’m so excited von den Pointer Sisters durch die Kabine hüpfen, eine Szene, die weniger nach einer aufgeklärten Form von Gay-Pride als nach billigem Tuntenspektakel aussieht.

Fliegende Liebende 05

Womöglich ließe sich der Höhepunkt aus Almodóvars Volver – Zurückkehren, zu dem die majestätische Penélope Cruz ein herrlich rührseliges Volkslied über das Zurückkehren trällert, als programmatischer Leitsatz auch für seinen neuen Film lesen. So findet Almodóvar mit Fliegende Liebende an seine  tatsächlichen wie filmischen Geburtsstätten zurück. Kastilien, ein Cameo-Auftritt seiner Muse Penélope Cruz, (Homo-)Sexualität, Dekadenz, Prada, Gucci und Bulgari, all das gemahnt an die Vita des Autors so sehr wie an seine frühen Filme wie Pepe, Luci, Bom und der Rest der Bande oder Das Gesetz der Begierde. Nur steuert Almodóvar diesen emotional aufgeladenen Heimathafen leider etwas zu krampfhaft an. In den flapsigen Dialogen der hysterischen Flugzeugcrew blitzt die Raffinesse des Regisseurs zwar noch manchmal durch, doch setzt Fliegende Liebende seine Flughöhe insgesamt zu hoch an.

Trailer zu „Fliegende Liebende“


Trailer ansehen (3)

Kommentare


Carsten

Zwei Fragen: Was soll "stark homosexualisiert" bedeuten? Den Begriff der Homosexualisierung kenn ich sonst nur aus Ecken ziemlich weit rechts und ich bin etwas überrascht den hier in diesem Zusammenhang zu lesen.
Was ist denn so schlecht an "billigem Tuntenspektakel"? Mal abgesehen von der unglücklichen Wortwahl würde ich sowas "einer aufgeklärten Form von Gay-Pride" in jeder Hinsicht vorziehen.


Michael

Ich muss gestehen, dass ich den Film nicht gesehen habe, finde die betreffenden Passagen im Text aber durchaus einleuchtend. "Homosexualisiert" beschreibt für mich eine klischeehafte Darstellung. Eben nicht nur homosexuell, sondern künstlich mit allem angereichert, was man landläufig mit Homosexualität verbindet. Das als "billiges Tuntenspektakel" zu beschreiben finde ich angesichts des Trailers unproblematisch. Da fühlt man sich doch wirklich an "Ein Käfig voller Narren" erinnert. Und auch wenn Almodovar selbst schwul ist, finde ich seine Filme doch immer wieder latent homophob.


Carsten

Dass hier auf eine übertriebene, künstliche, campy Darstellung von Homosexualität angespielt wird, dachte ich mir auch schon. Ich kann den Gedanken inhaltlich nachvollziehen, durch die Wahl des Ausdrucks kommt es meiner Meinung nach aber zu einer zusätzlichen Bedeutungsebene, die ich durchaus problematisch finde. Die Intentionen der Autorin mal außen vor, ein Wort wie "homosexualisiert" kommt ja nicht aus dem Nichts. Ich habe das Wort tatsächlich noch nie in einem andren Kontext gelesen als dem eines verschwörerischen, manipulativen Homosexuell-Machens, bei dem das Homosexuelle herabgewertet oder als Gefahr betrachtet wird. Diese Herabwertung macht sich hier ja im "billigen Tuntenspektakel" bemerkbar, das im Gegensatz zum "aufgeklärten Gay-Pride" anscheinend nicht akzeptabel und erstrebens-/sehenswert ist. Meiner Meinung nach führt diese Dichotomie zu nichts außer einem konservativen Geschmacksurteil, das fein säuberlich zwischen billigem Spektakel und bürgerlichem Anspruch auf Aufgeklärtsein trennt, den guten Gay von der "stark homosexualisierten" Tunte unterscheidet.


Michael

Grundsätzlich finde ich das schon auch problematisch, den bösen, weil effeminierten Klischeeschwulen vom guten, vielleicht einem heterosexuellen Männlichkeitsideal näherstehenden und dadurch vermeintlich aufgeklärteren Schwulen zu stellen. Allerdings kann das Tuntige ja immer beides sein, eine radikale Abweichung von der Norm oder bloße Belustigung für ein heterosexuelles Publikum. Ich finde, es kommt schon relativ klar rüber, dass die Autorin hier Zweiteres meint. Und was den Begriff des "Homosexualisieren" angeht: Ich verstehe, dass dich die Verwendung von so einem negativ vorbelasteten Wort stört. Gleichzeitig finde ich aber auch, dass es das, was die Autorin hier sagen will sehr gut trifft. Man könnte es ja auch andersrum sehen: Indem die Autorin den Begriff verwendet, eignet sie ihn sich an, und zwar eben nicht um Schwule zu diffamieren, sondern um auf ihre Diffamierung hinzuweisen.


Regina

Nun schaltet sich die Intention der Autorin doch besser ein.
Ich kann nicht verstehen, wie du, Carsten, einerseits an die unbedingte Macht der Worte glaubst, "homosexualisieren" also nur im Kontext einer rechten Tendenz lesen magst, andererseits aber das in der Kritik Gemeinte in vage Andeutungen umschreibst, indem du am Ende einzelne Bruchstücke zitierst und dann in deinem Kommentar in der "stark homosexualisierten Tunte" neu zusammenfügst.
Weder erlaubt sich der Text ein Urteil über "Tunten", noch wird Homosexualität als Gefahr angeprangert.
Es gibt keinen guten und keinen schlechten Gay! Es gibt Sexualität und in welcher Form die sich äußert, ist als fertig gepresstes Bild nicht interessant, sondern sei unbedingt jedem selbst überlassen. Da aber der Film eben genau behauptet, es gäbe bestimmte Gesten, an denen Schwulsein eindeutig erkennbar wird, wird Homosexualität in meinem Blick zum Spektakel. Hier fehlt es an Offenheit und deshalb gehe ich mit dem Argument, dass Almodóvars Filme homophobe Tendenzen tragen.
Wer sich aber - egal ob schwul oder nicht, und darin liegt der Punkt - bei dieser Szene amüsiert, umso besser! Die Behauptung an dieser Stelle des Textes ist ja nicht, dass schwule Männer, die zu 80ies Pop tanzen, ihr Schwulsein verraten oder gar verdummen würden. Nein! Behauptet wird lediglich, dass DER FILM an dieser Stelle eine der vielen möglichen Äußerungen von Sexualität ins Lächerliche zieht. Das finde ich schade und ja, wenn man so will, wenig aufgeklärt.
Aus dieser Bewegung heraus auch die bewusste Wahl des Wortes "homosexualisieren", eben um es aus seiner negativen Färbung zu nehmen und statt dessen darauf zu verweisen, was dieses Wort als solches sagen möchte, nämlich - wie Michael das schon beschrieben hat - eine künstliche Zuschreibung vermeintlich erkennbarer Identikfikationsmuster dessen, was schwul ist. Das eben tut der Film und ein solches Festhalten an Schemata finde ich gefährlich, wohlmöglich sogar eine Unterfütterung für den Negativ-Gebrauch dieses Wortes. Dagegen anzuschreiben sollte die Stoßrichtung dieses Absatzes der Kritik sein.


Carsten

Danke für deinen ausführlichen Kommentar, Regina!
Ich glaube nicht an die unbedingte Macht der Worte, aber auch nicht an einen beliebigen, individuellen Gebrauch, bei dem aus einer singulären Autorenposition heraus die Deutungshoheit beansprucht werden kann. Dass „homosexualisiert“ eine eindeutige Färbung hat, wie du ja auch feststellst, heißt nicht, dass ich das Wort nicht in einem andren Kontext als der einer rechten Tendenz lesen mag. Bisher ist es einfach nicht vorgekommen. Deinen Versuch der Aneignung finde ich misslungen. Deine Erklärungen im Kommentar finde ich nachvollziehbarer, im Text selber ärgert mich die Stelle trotz deiner und Michaels Einwände weiterhin.
Mal abgesehen davon, dass ich den Ausdruck „stark homosexualisiert“ befremdlich finde (mit wieviel Promille? Bleibt bei starker Homosexualisierung noch etwas Heterosexualität? Wurden andere Figuren in dem Film stark heterosexualisiert?), mündet das Treiben dieser Homosexualisierten ja im negativ konnotierten billigen Tuntenspektakel. Wo ist da die Aneignung mit dem Twist zum Positiven oder auch bloß eine eindeutige Distanzierung von der Färbung des Wortes? Auch indem du „Tunte“ negativ statt z.B. empowernd einsetzt, reproduziert dein Text ungeachtet deiner Intentionen für mich hetero- bzw. homonormative Sprache, die sich unbewusst erlaubt über angemessene und unangemessene Homosexualität und deren Darstellung zu urteilen.
Dieser kleine Teil deiner Kritik geht genauso wie Michaels Kommentare für mich etwas am Film vorbei. Das Publikum von Almodóvars Filmen ist nicht bloß ein heterosexuelles, das eventuell mit Schwulenklischees belustigt wird. Aus einer queeren Perspektive ergeben sich z.B. ganz andere Lesarten, die sich keine Gedanken darum machen, ob man denn als Schwuler im Film auch angemessen repräsentiert wird. Die von euch beiden ins Feld geführte und anscheinend negativ bewertete „künstliche Zuschreibung“ mit ihren Klischees und Übertreibungen ist vor dem Hintergrund von Queerness und Camp für mich da erst mal eher ein Pluspunkt des Films, die Fragen nach Authentizität und Naturalisierung stellt und somit subversives Potenzial hat, das Heterosexualisierungsprozesse heraufordern kann. Wie Almodóvar dieses Potenzial nutzt, ist eine andere Frage.


Regina

Wie gesagt: Jedem sei selbst überlassen, ob er mir dieser Haltung mitgeht. Wer die Szene als Pluspunkt des Films sehen mag: sehr gerne.
Und mein Unbewusstes, das gehört aber bitte mir!


Michael

Wie in meinem letzten Kommentar erwähnt, kann so eine „künstliche Zuschreibung“ immer beides sein: Gegen die Norm gerichtet oder die Norm bestätigend. Ich kann mich bei „Fliegende Liebende“ eben nur am Trailer orientieren und das, was ich da sehe, mag campy sein, unterscheidet sich aber für meine Augen wenig von Darstellungen, wo die Andersartigkeit zur reinen Lachnummer für die wird, die eben nicht anders sind. Ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass Almodovars Publikum sicher nicht rein heterosexuell ist. Aber so wie schwule Regisseure latent homophobe Filme machen können, gibt es natürlich auch ein schwules Publikum, dass diese dann nicht homophob findet.

Ich denke, dass diese Meinungsverschiedenheit auch in einer unterschiedlichen Sensibilisierung gegenüber Sprache begründet ist. In diesem Fall war mir persönlich der Kontext, in dem das Wort „homosexualisiert“ ansonsten benutzt wird, egal. Einfach weil mir klar war, dass es im Text anders gemeint ist. Da brauchte es für mich auch keine ironische Brechung. Ich finde den Begriff einfach passend und würde auch im Gegenzug die Verwendung des Wortes „Heterosexualisierung“ begrüßen, etwa auf jene Filme gemünzt, die Figuren trotz ihrer Andersartigkeit als möglichst normal verkaufen wollen. Und die unterschiedliche Verwendung des Begriffs „Tunte“ hat für mich eher mit einem Generationenkonflikt zu tun. Mir ist klar, dass die Bezeichnung einmal emanzipierend gemeint war, für mich ist sie heute aber nur noch gestrig. Wenn ich an ein „Tuntenspektakel“ denke, stelle ich mir keine selbstbewussten Schwulen, die der Norm trotzen, vor, sondern „Ein Käfig voller Narren“.


Carsten

Ich denke nicht, dass Almodóvars Kino als affirmatives Repräsentationskino funktionieren kann oder soll, das Aufklärungsarbeit in Sachen Identitätspolitik leisten will. Ein imaginiertes Heteropublikum und dessen antizipierte homophobe Reaktion kann für mich auch nicht der Maßstab sein, nach dem ich einen Film bewerte oder dessen homophoben Gehalt einordne. Kann ein Film an sich überhaupt homophob sein oder Behauptungen machen wie: "Es gibt bestimmte Gesten an denen Homosexualität erkennbar ist"? Und wenn man denn von homophoben Filmen spricht, ist diese Einordnung ja nicht überhistorisch und damit auch nicht essenziell und verbindlich.
Die Einteilung in Normale sprich Heteros und die Andersartigen finde ich in diesem Zusammenhang essenzialistisch und heterosexistisch, genau wie Michaels Idee von Heterosexualisierung, die irgendwie nach einem Zwangsouting für Figuren klingt, deren wahren/authentischen/natürlichen Charakter man meint ausgemacht zu haben. Ich fände es sinnvoller sich unabhängig von Dichotomien wie normal und anders zu fragen, wie Heterosexualität konstruiert wird und z.B. den unscheinbaren, "normalen" Heteromann als ebenso künstlich zu betrachten wie die exaltierte Tunte.
Keine Ahnung, ob das meinen Widerspruch zur ursprünglichen Kritik jetzt etwas verständlicher oder nur wirrer gemacht hat, ich belass es einfach mal dabei. Wahrscheinlich sind die Perspektiven doch sehr unterschiedlich.


Michael

Ich will jetzt nicht auf Teufel komm raus das letzte Wort haben, aber zwei Sachen möchte ich noch kurz klären:

1. Ich denke keineswegs, dass schwule Figuren in Filmen unbedingt sympathisch sein müssen. Bei Almodovar ist aber immer wieder auffällig, dass heterosexuelle Figuren (egal ob Männer oder Frauen) stark idealisiert werden, während homosexuelle Figuren häufig etwas Bemitleidenswertes oder gar Abstoßendes haben. Da kann mir dann letztlich egal sein, dass die Filme eigentlich keine "Aufklärungsarbeit in Sachen Identitätspolitik" leisten wollen, weil sie trotzdem eine bestimmte Ideologie transportieren. Verbindlich ist so eine Bewertung natürlich nie. Ich kann mich da nur auf das berufen, was ich in diesem Moment empfinde.

2. Ich habe überhaupt nie in Frage gestellt, dass der Heteromann nicht ebenso konstruiert ist wie die exaltierte Tunte. Der Heteromann ist einfach die verbreitetere Konstruktion. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum die grobe Einteilung in Normale und Andere (wobei das natürlich auch komplexer ist, weil man sich nie nur über einen Aspekt definiert) heterosexistisch sein soll. Die Norm (und ich meine das jetzt gar nicht als etwas Erstrebenswertes) wird von der Mehrheit festgelegt und Schwule sind nun mal eine Minderheit.

Du hast wohl recht, wenn du meinst, dass unsere Perspektiven hier zu verschieden sind. Das hat wahrscheinlich auch mit unserem unterschiedlichen Verhältnis zu Gender und Queer Studies zu tun. Auch wenn ich es durchaus wichtig finde, dass es solche Forschungsrichtungen gibt, sind mir deren Theorien doch oft zu vergeistigt und weltfremd.


ulle

OMG: Die schwulencorrectness Polizei liest mit. Röhm Prinzip plus Gesinnung. Das ist das neue reaktionäre Proletariat von der anderen Moralkeulenseite. Erbärmlich.

Danke , für die wirklich gute Kritik !






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.