Born to be Wild

Die Komödie über vier vorstädtische Pseudo-Biker in der Midlife-Crisis, die sich auf den US-Highways die verkümmerte Männlichkeit zurückerobern wollen, wirkt wie der homophobe Ableger von City Slickers (1991) mit Harleys anstelle von Pferden.

Born to be Wild

Drei erwachsene Männer (John Travolta, Tim Allen und Martin Lawrence) baden in der freien Natur in einem Teich. Der Vierte im Bunde (William H. Macy) kommt hinzu und trägt keine Badehose. Seine Kumpels sind zunächst entsetzt, lassen sich dann aber doch dazu überreden, ihre auch auszuziehen - weil sie ja schließlich zusammen losgezogen sind, um das wilde, zügellose Leben zu proben. Kurz darauf trifft eine Familie ein, und der Vater springt mit seinen beiden Söhnen trotz Protesten der Entblößten ins Wasser. Die Jungs und ihr Erziehungsberechtigter tauchen ahnungslos unter und retten sich Sekunden später geschockt und angewidert ans Ufer. Mutter reagiert genauso hysterisch, und weg ist die Familie. An ihrer Stelle kreuzt ein tuntig agierender Polizist auf, will den peinlich Berührten Gesellschaft leisten, und weg sind die - vorgeblich - erwachsenen Männer.

Beim Anblick von Born to be Wild (Wild Hogs) wird man Zeuge einer nicht enden wollenden Abfolge pubertärer Schwulenpanik. Würde man über diese und weitere rückständige Homophobie-Entgleisungen nicht ehrlich staunen, fiele man allerdings vor Langeweile ins Koma und hätte Folgendes verpasst: Vier Vorstädter, die von dominanten neuzeitlichen Frauen ignoriert oder verlassen, an der kurzen Leine gehalten oder auf Cholesterin-Diät gesetzt werden, holen ihre eingestaubten Motorräder aus der Garage und stocken ihren Testosteronhaushalt auf, indem sie während einer Tour durch die USA eine Kleinstadt, inklusive hilfsbedürftiges Fräulein (Marisa Tomei), von den Schikanen einer fiesen Biker-Gang befreien.

Born to be Wild

Die Story wurde von dem wenig erfahrenen Regisseur Walt Becker (Die Hochzeitsfalle - Buying the Cow, 2002) so geistlos und spritarm inszeniert, dass ein Besuch beim Zahnarzt mehr Spaß und Abenteuer verspricht. Der Berufsstand des Zahnarztes hält dann auch als Running Gag her: Einer der vier Reihenhaus-Easy-Rider geht dieser Profession nach - ist also kein ernstzunehmender Arzt. Ende des Witzes. Die Schauspieler - anders als ihre Vorgänger in City Slickers ohne jegliche, für das Genre notwendige Buddy-Chemie - scheinen wie ihre Figuren ebenfalls in der Krise zu stecken, wenn sie auf diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für bedürftige Komödianten angewiesen sind. Sogar Original-Easy-Rider Peter Fonda hat sich für einen finalen Gastaufritt bestechen lassen und gibt seinen emanzipationsgebeutelten Nacheiferern den Tipp, „Ride hard or stay home“. Letzteres ist ein Rat, den man als Kinogänger nicht ernst genug nehmen kann.

Kommentare


Danzelot von Silbendrechsler

Ein Film voller Überraschungen! Überraschend, dass sich John Travolta für soetwas hergibt. Überraschend das der Film keine Walt Disney Produktion ist. Haben diese alternden Schauspieler es wirklich notwendig in so einem belanglosen Film mitzuspielen? Die meisten Gags sind einfach nur kindisch aber auf jedenfall immer peinlich. Mag sein das so ein Film in Amerika sein Puplikum findet aber ich fand es eher deprimierend mir das schlechte Schauspiel dieser aufgedunsenen Altherren-Runde anzusehen.


Medved

ich weiß nicht, der Film ist mir irgendwie zu öde. Kaum Spannung und ganz ganz wenig Humor.


Alexandra

also ich muss sagen ich hab diesen film mit einer freundin genossen. und was zu lachen gab es alle male.
ich muss dazu sagen wir sind selbst motorradfahrerinnen :o)
also ich kann diesen film empfehlen entgegen meiner vorschreiber!






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